Novo liturgiae (Wortlaut)

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Übergangsbestimmungen
Novo liturgiae

Kongregation für den Gottesdienst
im Pontifikat von Papst
Paul VI.
über die Feier der Heiligen Messe und des Stundengebetes

11. November 1971

(Quelle: Nachkonziliare Dokumentation – im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, Band 31, lateinisch und deutscher Text, S. 88-91, von den Deutschen Bischöfen approbierte Übersetzung, Paulinus Verlag Trier 1972; Mit kirchlicher Druckerlaubnis; ISBN 3-7902-4131-8)

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist



Inhaltsverzeichnis

1. STUNDENGEBET

Nach dem Erscheinen des neuen Stundengebetes müssen noch die Bücher für den lateinischen Gesang des Offiziums fertiggestellt werden. Die Gottesdienstkongregation arbeitet daran, doch wird die Fertigstellung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Einige Gemeinschaften von Kanonikern und Religiosen, die das Offizium ganz oder teilweise in lateinischer Sprache zu feiern wünschen, haben angefragt, ob sie bei vorläufiger Weiterverwendung des Römischen Breviers und des Antiphonale pro diurnis Horis Pius' X. die Struktur des neuen Stundengebetes zugrunde legen könnten.

Die gleiche Anfrage wurde auch von solchen vorgelegt, die die volkssprachlichen Ausgaben des Stundengebetes erwarten oder die lateinischen Bücher nicht zur Verfügung haben, jedoch auch sich nach der neuen Ordnung des Stundengebetes richten möchten, sei es für das gemeinsame Stundengebet oder auch für das Gebet des einzelnen.

Deshalb hat die Gottesdienstkongregation mit Zustimmung des Papstes das nachstehende Anpassungsschema ausgearbeitet. Es kann bis zum Erscheinen der neuen Bücher für das Stundengebet im Chor, in Gemeinschaft und von einem einzelnen angewendet werden.

Bei diesem Schema zur Anpassung des alten Breviers an das neue Stundengebet handelt es sich um eine vorläufige Regelung, die den besonderen Umständen des Übergangs Rechnung tragen möchte. Es handelt sich keineswegs um einen Ersatz des neuen Stundengebetes, das sobald als möglich eingeführt werden muss und zwar sowohl wegen seines großen geistlichen Reichtums als auch wegen der eindeutigen und klaren Vorschrift der Kirche (vgl. die Apostolische Konstitution Laudis canticum). Die Reform hat es sich ja auch nicht zum Ziel gesetzt, das Gebet zu verkürzen; ihre Absicht war vielmehr, das andächtige, aufmerksame und gesammelte Beten, mit Zeiten der Stille, mit feierlicher Teilnahme der Gemeinde zu fördern und die Einhaltung der entsprechenden Gebetszeiten zu erleichtern.

Es wird sicher auch Gemeinschaften geben, in denen ohne Schwierigkeiten wenigstens ein Exemplar des neuen Buches zur Verfügung steht; die in das Stundengebet ganz neu eingeführten Teile wie die Lesungen, die Orationen, die Fürbitten könnten dann von einem einzelnen vorgetragen werden.

Invitatorium

Das Invitatorium hat seinen Platz ganz am Anfang des täglichen Gebetes und steht daher entweder am Beginn der Lesehore oder am Beginn der Laudes, je nachdem womit die Liturgie des Tages beginnt. Das Invitatorium besteht aus dem Vers Domine labia und dem Psalm mit seiner Antiphon.

Lesehore

V. Deus in adjutorium, Gloria. Alleluja (außerhalb der österlichen Bußzeit). Wenn die Lesehore vor der Matutin gehalten wird, wird ihr dann das Invitatorium vorangestellt wie oben angegeben.

Morgenhymnus

Psalmodie: drei Psalmen mit ihren Antiphonen - Einführungsverse zur Lesung ohne Vater unser

- Die Lesungen werden folgendermaßen gehalten:

a) Beim Offizium mit drei Nocturnen werden die drei Lesungen der ersten Nocturn zu einer einzigen biblischen Lesung zusammengefasst; desgleichen werden die drei patristischen Lesungen der zweiten Nocturn zu einer einzigen zusammengezogen.

Jeder Lesung folgt das Responsorium, das frei ausgewählt werden kann; auch wenn der Hymnus Te Deum zu verwenden ist, hat die Lesung ein Responsorium.

b) Wenn ein Offizium nur eine Nocturn hat, wird nur eine biblische Lesung verwendet, wie oben angegeben und gegebenenfalls die hagiographische Lesung.

Der Hymnus Te Deum, der nur an den Sonntagen außerhalb der österlichen Bußzeit, an den Tagen innerhalb der Oster- und Weihnachtsoktav und an Hochfesten und Festen verwendet wird, kann nach den Versen aeterna fac ... beendet werden.

Tagesgebet

V. Benedicamus Domino. R. Deo gratias.

Laudes

V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja. Wenn die Laudes als erste Gebetsstunde des Tages gefeiert wird, wird statt dessen das Invitatorium verwendet.

Hymnus

Psalmodie: Einer von den drei ersten Psalmen, Canticum und der letzte Psalm mit seinen Antiphonen

Capitulum ohne R. Deo gratias

Responsorium breve der Prim oder der Terz unter Auslassung von V. und R. Benedictus mit seiner Antiphon

Als Fürbitten werden einige (frei auszuwählende) Anrufungen oder Verse aus dem Ferialpreces der Laudes genommen.

Pater noster. Tagesgebet ohne Oremus

Wenn ein Priester oder Diakon anwesend ist, segnet er die Gemeinde wie in der Messfeier und schließt mit den Worten Ite in pace. R. Deo gratias.

In Abwesenheit eines Priesters und Diakons oder beim Gebet eines einzelnen wird geschlossen mit den Worten: Dominus nos benedicat, et ab omni malo defendat, et at vitam perducat aeternam. R. Amen.

Die Hora mediam

V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.

Hymnus, Psalmen und Kapitel der Terz oder Sext oder Non, je nach der passenden Zeit.

Das Responsorium breve enthält v. und R. jedoch nicht.

Tagesgebet mit Oremus und kurzer Schlussformel.

V. Benedicamus Domino. R. Deo gratias

Vesper

V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.

Hymnus.

Psalmodie: Drei von den fünf angegebenen Psalmen mit ihren Antiphonen werden ausgewählt.

An den Sonntagen müssen die Psalmen 109 Dixit Dominus und Psalm 113 In exitu (bis zum Vers von nobis, Domine ausschließlich) unter den drei ausgewählten sein.

Capitulum ohne Deo gratias.

Responsorium breve der Sext oder der Non unter Auslassung von V. und R.

Magnificat mit Antiphon.

Fürbitten aus den Anrufungen im letzten Teil der Allerheiligenlitanei.

Pater noster, Oration, Segen und Entlassung wie in den Laudes.

Komplet

V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.

Eine Gewissenserforschung wird empfohlen; bei einem gemeinsamen Stundengebet kann sie Teil eines Bußaktes nach der Vorlage für die Messfeier sein.

Hymnus Te lucis.

Psalmodie: a) An Sonntagen und Hochfesten: Der erste oder dritte (oder nur der zweite) Psalm der Sonntagskomplet.

b) An den übrigen Tagen: Einer der Psalmen der Komplet vom Tage. Jedoch kann man immer auch die Psalmen vom Sonntag gemäß Nr. 88 der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet nehmen.

Capitulum, Responsorium breve. Auslassung von V. und R. Antiphonen und Nunc dimittis; Oration mit Oremus und kurzer Schlussformel.

Benediction: Noctem quietam wie zu Beginn der Komplet.

Marianische Antiphon.

Zur österlichen Zeit Antiphon Regina coeli. Außerhalb der österlichen Zeit kann ausgewählt werden zwischen Alma redemptoris mater, Ave regina coelorum, Salve regina oder Sub tuum praesidium oder anderen von den Bischofskonferenzen zugelassenen Texten.

Der Vers, die Oration und Divinum auxilium fallen weg.

II. DIE MESSFEIER

Bis zur Veröffentlichung der im Druck befindlichen "Ordo cantus Missae" können diejenigen, die eine Messfeier mit gregorianischem Gesang halten möchten, das Graduale Romanum Pius' X. weiter benutzen.

Man beachte jedoch:

1. Bezüglich der Sonntage "per annum": An Stelle der Gesänge, die für den 23. Sonntag nach Pfingsten angegeben sind, kann man die Gesänge jedes beliebigen Sonntags "per annum" verwenden; das Proprium kann auch aus Gesängen verschiedener Sonntage derselben Zeit zusammengesetzt werden.

Das gleiche gilt für die Sonntage, die dem dritten Sonntag nach Epiphanie folgen.

2. Für Heiligenmessen können die Gesänge des Graduale Romanum oder geeignete Gesänge aus dem Communi sanctorum verwendet werden.

Am Sitz der Gottesdienstkongregation 1971
Am Gedächtnistag des heiligen Martin, Bischofs von Turo
Artur Kard. Tabera

Präfekt
Annibale Bugnini

Sekretär
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