Humanismus

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Humanismus (ital. umanesimo) ist eine philosophisch-weltanschauliche Strömung der Neuzeit.

Das Wort ist hergeleitet von der (Wieder-) Entdeckung des Menschen als "Maß aller Dinge" (homo mensura sit; vgl.: Protagoras) am Ausgang des Mittelalters, in unterschiedlichen begrifflichen Zusammenhängen, eine auf die conditio humana bezogene Interpretation von Zeit und Welt.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

In neueren Forschungen wird betont, was kämpferische Befürworter einer religionslosen humanité (Menschheit, Menschlichkeit) stets abgestritten haben, dass ohne das christlich geprägte Mittelalter keine humanistische Anschauung hätte zum Erfolg kommen können (vgl. Thomas E. Woods jr.). Der Humanismus argumentiert rational, fortschrittsbezogen, "welthaltig", historisch und wissenschaftlich. Seine Zielsetzungen wurden in der Aufklärung zunächst gegen die Kirche gewendet und prägten das optimistische 19. Jahrhundert, ohne jedoch die große Masse der ganz überwiegend ländlichen Bevölkerung in Europa nachhaltig zu beeinflussen. Erst mit der industriellen Revolution, die ein sprunghaftes Anwachsen der Weltbevölkerung und den Anfang der heute so genannten Globalisierung bewirkte, wurde die Religionslosigkeit in der ehemals christlichen Kultur zum Massenphänomen.

Krise

Das 20. Jahrhundert hielt zwar (in den Hauptströmungen des geistigen Pluralismus) an humanistischen Konzepten fest, erlebte aber zugleich schwerste Krisen des allein auf den "Menschen" bezogenen Weltbildes. Angesichts der Katastrophe des I. Weltkrieges und dem nachfolgenden Ausbruch autoritärer und totalitärer politischer Bewegungen wurde der Zentralbegriff des modernen Weltbildes immer fragwürdiger.

Zugleich überzeugte diese Not der Moderne den Katholizismus davon, dass die berechtigten Fragestellungen der Neuzeit in Lehre und Praxis der Kirche eine Antwort finden müssen, ohne Rückkehr zu mittelalterlichen Konzepten. Diese Antwort wurde vorbereitet in der Lehrtätigkeit der neueren Päpste seit Pius IX. und fand ihren summarischen Ausdruck in wichtigen Entscheidungen des II. Vatikanum und der Konzilspäpste, dessen gültige Interpretation im Sinne eines christlichen Humanismus vor allem Papst Johannes Paul II. geprägt hat (seit der Enz. Redemptor hominis, 1979).

Ausblick

Die Kirche hat heute insbesondere die Religionsfreiheit und damit den Menschenrechtsgedanken (im Sinne der UN-Deklaration von 1948) akzeptiert und damit für sich entdeckt, dass diese den notwendigen Ausgangspunkt dafür darstellt, die Kirche (explizit seit Benedikt XV.) als überparteilich und staatsunabhängig zu erweisen.

Dies erst ermöglicht die Verkündigung des Evangeliums unter allen denkbaren örtlichen und zeitlichen Bedingungen als eine Botschaft, die für jeden Menschen geeignet und bestimmt ist und so der Zivilisation wiederum dienen kann. Möglicherweise wird ein "neuer Humanismus", auf der Grundlage des Gotteswortes, also das 21. Jahrhundert für sich gewinnen.

Unmenschlich

Die Vorstellung, so zu leben, ‚als ob es Gott nicht gäbe’, hat sich als schädlich erwiesen: Die Welt hat es vielmehr notwendig, so zu leben, ‚als ob es Gott gäbe’, auch wenn die Kraft zum Glauben nicht gegeben ist“. Andernfalls brächte sie nur einen „unmenschlichen Humanismus“ hervor. [1]

Literatur

Anmerkungen

  1. Papst Benedikt XVI. im Oktober 2010: Leidenschaft für die Wahrheit und katholischer Journalismus
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