Maria Ward

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Maria Ward (* 23. Januar 1585 Mulwith bei Ripon, England; † 30. Januar 1645 Hewarth, England) ist Gründerin des Instituts der Englischen Fräulein 1609. Sie ist die Pionierin aller apostolischen Frauenorden. Seit 1928 läuft für Maria Ward das Seligsprechungsverfahren.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Ward stammte aus altem englischen Landadel. Die englische Katholikenverfolgung des 30jährigen Krieges prägte ihr Leben. Nach Eintritt bei den Wallonischen Klarissen 1606 in St. Omer und der Gründung eines OSO-Klosters für Engländerinnen ebenda, begann sie, inneren Erleuchtungen folgend, 1699/10 ihr Institut in St-Omer nach der Regel der Jesuiten. Überzeugt von der Notwendigkeit einer Mitwirkung der Frau am Apostolat, sah sie Seelsorgearbeit und Mädchenerziehung als Hauptaufgaben ihres Werks. Sie wollte, dass die Frauen gebildete Menschen seien und das Leben der Kirche und Gesellschaft mitgestalten. Nach der schriftlichen Bitte um Bestätigung bei Paul V. 1615 und der vorläufigen Antwort machte sie sich nach drei Gründungen (Lüttich 1616, Köln 1620, Trier 1621) auf den Weg nach Rom, um bei Gregor XV. 1621 persönlich um die Approbation zu bitten. Sie gründete Schulen, in der sie auch Latein, Rhetorik, Theater lehrte, in Rom (1622), Neapel (1623) und Perugia (1624). Wegen Nichtannahme der Klausur ordnete Urban VIII. 1625 die Schließung der italienischen Häuser an. Maria Ward fügte sich, verließ 1626 Rom und gründete mit Hilfe der beiden katholischen Fürsten und des Primas von Ungarn Schulen in München, Wien und Preßburg (1627/1628). Der Versuch in Prag scheiterte und hatte Folgen in Rom. Wegen Ablehnung der Klausur und der raschen Ausbreitung eines solchen Werks von Frauen verbot Urban VIII. am 7. Juli 1628 das Institut. Zur Rettung ihres Instituts begab sie sich 1629 erneut nach Rom. Ermutigt durch die Audienz beim Papst und durch einige Kardinäle, wies sie am 6. April 1630 ihre Gefährtinnen in den nördlichen Häusern zum Widerstand gegen bischöfliche Aufhebungsversuche an. Nach ihrer Rückkehr nach München sandte sie Winefrid Wigmore mit gleichen Weisungen in die Niederlassungen. Als ihr Brief durch Indiskretion bekannt und nach Rom gesandt wurde, verhörte der Kölner Nuntius die in Lüttich anwesenden Gefährtinnen. Maria Ward stand jetzt unter dem Verdacht der Häresie und Rebellion. Deswegen ordnete die Inquisition Kerkerhaft und Überführung nach Rom an. Es folgte die Aufhebungsbulle "Pastoralis Romani Pontificis" (13. Januar 1631). Maria Ward litt unter dem Konflikt mit Papst und Kurie wie auch unter dem Ehrverlust. Die Inquisition stellte 1632 keine Verfehlung Maria Wards gegen Glauben und Gehorsam fest. Freigesprochen, mußte sie dennoch von 1632-37 unter der Inquisition in Rom verbleiben. Sie unterwarf sich. Aufgrund ihrer Krankheit erhielt sie 1637 die Erlaubnis nach Spanien zu reisen und kam 1639 nach England, wo Bürgerkrieg und Krankheit an eine Rückkehr nach Rom nicht denken ließen. Maria Ward war fest in ihrer Treue gegenüber Kirche und Papst und sicher, mit dem Plan ihres Instituts im Willen Gottes zu stehen. Die bei ihr verbliebenen Gefährtinnen bildeten die Brücke in die Zukunft des Instituts. Die Englischen Fräulein sind um 1980 tätig in Europa, Südamerika, Afrika, Indien und Korea.

1877 wurde das Institut durch Papst Pius IX. anerkannt. 1909 wurde Maria Ward offiziell rehabilitiert. Seitdem darf das Institut sie als ihre Gründerin nennen. Papst Pius XII. nannte sie eine unvergleichliche Frau, die das katholische England hervorgebracht habe. Sie sei "Vorbild allen Laienapostolats".

Seligsprechung

Seit 1928 läuft für Maria Ward das Seligsprechungsverfahren. Papst Benedikt XVI. erkannte ihr am 19. Dezember 2009 den heroischen Tugendgrad zu. Im Schreiben Mulieris dignitatem von Johannes Paul II. 1988 unterstreicht der Papst, dass es in jeder Epoche und in jedem Land »vollkommene« Frauen gab, die trotz Verfolgung an der kirchlichen Sendung mitwirkten. Dabei zählt er u.a. Mary Ward in Nr. 27 auf.

Literatur

  • M. Immolata Wetter: Maria Ward, Regensburg 1996 (4. Auflage)
  • H. Peters: Mary Ward. Ihre Persönlichkeit und ihr Institut, Innsbruck-Wien 1991.
  • M. Immolata Wetter: (Reihe: Gestalten des Glaubens). Maria Ward, Pattloch Verlag Augsburg 1991 (80 Seiten).
  • M. Köhler: Maria Ward, Ein Frauenschicksal des 17. Jh. M 1984
  • Walter Nigg, Eine Frau gibt nicht auf, München 1983.
  • P. Wesemann: Anfänge des Amtes der Generaloberin. Dargestellt an der verfassungsrechtlichen Entwicklung des Instituts der Englischen Fräulein, München 1954.
  • Ida Friederike Görres, Das grosse Spiel der Maria Ward, 1952.
  • Th. Winkler: Maria Ward und das Institut der Englischen Fräulein in Bayern, 1626- 1810, München 1926.
  • Cosima Kiesner: Frauen und keine Fräulein. Maria Ward und die Congregation Jesu: Verlag Topos Plus (ISBN: 978-3-836-70697-1).

Weblinsk

Quelle

  • M. Immolata Wetter: LThK 3. Auflage, Band 10, Sp. 977-978.
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