Maria Euthymia Üffing

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Maria Euthymia Üffing

Maria Euthymia - Taufname: Emma - Üffing (* 8. April 1914 in Halverde; † 9. September 1955) war Clemensschwester und ist Selige unserer Mutter Kirche.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit

Als Kind schwächlich

Emma Üffing wurde in Halverde (Kreis Tecklenburg, heute Kreis Steinfurt) geboren und am gleichen Tag getauft. Ihre Eltern sind Bauern. Ihr Vater August Üffing (1869-1932) stammt aus Hopsten; in zweiter Ehe ist er mit Maria Schnitt (1878-1975) verheiratet. Emma ist das fünfte von sieben Kindern.

Im Alter von 18 Monaten erkrankt sie an Rachitis. Diese Krankheit hat Folgen für ihr ganzes Leben: Ihre körperliche Entwicklung verzögert sich, sie bleibt schwächlich, kann schlecht laufen. Am linken Auge hat sie eine angeborene Lidsenkung. Als Erwachsene ist sie nur 1,56 Meter groß.

Die Schule ist kein "Zuckerschlecken" für Emma: Sie muss sich anstrengen, das Lernen fällt ihr nicht leicht. Was anderen zufällt, muss sie sich mühsam erarbeiten. Dennoch: Ihre Noten sind durchweg gut bis sehr gut. Nur das Singen ist "kaum genügend".

Schon früh fällt Emma ihrer Familie und den anderen Bewohnern von Halverde durch ihre tiefe Frömmigkeit auf. Bald wird sie "Üffings Nönneken" (Üffings Nonne) genannt.

Emma hilft in der Küche und auf dem elterlichen Hof. Arbeiten nimmt sie gern anderen ab: "Dat kann ick wuoll!" (Das kann ich wohl!).

Nach der Schulzeit bleibt sie zunächst noch drei Jahre zu Hause. Bereits mit 14 Jahren will sie Ordensschwester werden; sie ist traurig, als ihre Mutter sagt, daß sie für diese Entscheidung noch zu jung ist.

Im November 1931 kommt Emma Üffing an das St.-Anna-Hospital in Hopsten. Dort arbeitet sie zunächst sechs Monate im Haus und auf dem Geflügelhof, anschließend ein Jahr als Lernköchin. In dem Krankenhaus lernt sie die Clemensschwestern kennen; die Oberin Schwester Euthymia Linnenkemper wird für sie zum Vorbild. "Sie war fleißig, brav und ehrlich", urteilt die Oberin zum Abschied im Mai 1933. Eine Mitschülerin sagt später: "Keine Arbeit war Emma Üffing zu klein oder zu gering. Von allen im Haus wurde sie geschätzt und geachtet." - Ihre Liebe zum Ordensleben ist geweckt...

Ordenseintritt

Eine "Barmherzige Schwester"

Als 20-Jährige bewirbt sich Emma um den Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Clemensschwestern in Münster. Die Ordensoberen haben zunächst Zweifel: Emma hat eine schwache Konstitution; wird sie den harten Anforderungen als Krankenschwester gewachsen sein?

Am 23. Juli 1934 tritt Emma Üffing zusammen mit 46 anderen Frauen bei den Clemensschwestern ein. Sie erhält den Namen Euthymia - in Anlehnung an die Hopstener Oberin. (Der Name Euthymia kommt aus dem Griechischen und bedeutet guten Mutes sein.) An ihrer Einkleidungsfeier nehmen 40 Personen aus Halverde teil - Zeichen der Wertschätzung in ihrer Heimat. Euthymia legt die Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams ab.

Die Kongregation der "Barmherzigen Schwestern von der allerseligsten Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria", so der volle Name der Clemensschwestern, wurde 1808 von Clemens August von Droste Vischering gegründet. Die Schwestern waren in der ambulanten Kranken-pflege und anderen sozial-caritativen Aufgaben (Kindergärten, Näh- und Kochschulen) tätig und übernahmen 1820 außerdem die Pflege im Clemenshospital. Zur Zeit des Ordenseintritts von Schwester Euthymia zählte der Orden 2.638 Schwestern.

Der Tagesablauf für Schwester Euthymia und ihre Mitschwestern ist klar gegliedert: Er beginnt um 5 Uhr mit dem Aufstehen, Gebeten und Meditation. Um 6 Uhr feiern die Schwestern die hl. Messe. Das Frühstück ist um 6.45 Uhr. Danach beginnt der Arbeitstag, unterbrochen durch eine kurze Gebetszeit am Mittag, und wird mit dem Abendgebet beendet.

Schwester Euthymia wird ab 1936 zur Krankenschwester ausgebildet. Das Lernen des umfangreichen Fachwissens fällt ihr schwer, doch mit Ausdauer schafft sie es.

Zeit in Dinslaken

"Engel" ohne Ekel

Am 30. Oktober 1936 wird Schwester Maria Euthymia in das St.-Vinzenz-Krankenhaus ins niederrheinische Dinslaken versetzt. Am Tag zuvor hatte sie die Prüfung zur Desinfektorin mit "sehr gut" bestanden.

Zunächst ist sie in der Frauenstation tätig. Nach einem Jahr übernimmt sie den Dienst in der Isolierstation. Diese besteht aus einer Holzbaracke mit rund 50 Betten. Den Patienten - vor allem den vielen Kindern - versucht Euthymia die fehlende Mutter durch Liebe und Fröhlichkeit zu ersetzen.

Zwischenzeitlich macht sie am 3. September 1939 ihre Abschlussprüfung als Krankenschwester ebenfalls mit der Note "sehr gut". Gut ein Jahr später legt sie im Mutterhaus in Münster die "Ewigen Gelübde" ab - sie bindet sich für ihr ganzes Leben an den Orden der Clemensschwestern.

Während des Zweiten Weltkrieges übernimmt Euthymia im Februar 1943 die Pflege der ansteckend kranken Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Oft haben sie schwere Krankheiten: Krätze, Gesichtsrose, Typhus, Geschlechtskrank-heiten, Lungentuberkulose. Meist kommen sie ver-dreckt und verlaust an. Euthymia kennt keinen Ekel vor Eiter, Blut, Auswurf und Kot. 70 Patienten sind es mittlerweile in der so genannten St.-Barbara-Baracke.

Ein Gefangener schreibt über sie: "Im Vinzenz-Hospital gab es keine SS, sondern wahre christliche Liebe. Ich wurde als menschliches Wesen behandelt." Ein anderer berichtet, sie habe ihn empfangen wie eine Mutter. Dass sie schon mit warmen Decken am Wagen steht, wenn Russen wie Vieh ausgeladen werden, macht sie verdächtig. Sie behandelt die ausländischen Gefangenen wie Menschen. "Im Umgang mit Ausländern habe ich Schwester Euthymia nie auch nur ein einziges kritisches oder tadelndes Wort sagen hören", so einer ihrer Mitarbeiter. Für Euthymia sind diese Männer keine Feinde.

Ein weiterer Fremdarbeiter erinnert sich: Euthymia sieht wie Gefangene in Mülltonnen nach Essbarem suchen. Und obwohl von der SS verboten, versorgt die Schwester die Hungrigen mit Butterbroten, die sie heimlich in einer von ihr zuvor gereinigten Mülltonne versteckt. Die Gefangenen nennen sie "Engel der Liebe".

Am 23. März 1945 wird Dinslaken bei einem amerikanischen Bombenangriff zu 85 Prozent zerstört - auch das Vinzenz-Hospital. Euthymia kennt nur die Sorge um die Kranken. Sie hilft bis spät in die Nacht beim Transport in die umliegenden Dörfer. Am anderen Tag bricht sie mit hohem Fieber zusammen.

Als das Krankenhaus notdürftig wieder hergerichtet ist, wird Euthymia in der Waschküche eingesetzt. Sie wird blass, als man ihr diese Entscheidung der Oberen mitteilt - sie war neun Jahre lang mit Leib und Seele Krankenschwester. Schnell fängt sie sich, denn sie ist "gern zu allem bereit".

Euthymias Zeit in Münster

Waschen "für den großen Gott"

"Es ist alles für den großen Gott", hatte Euthymia gesagt, als sie ins Waschhaus beordert wurde. Nachdem in Münster das Mutterhaus und die Raphaelsklinik wieder aufgebaut worden sind, sucht die Ordensleitung eine Schwester für die Waschküche. Ihre Wahl fällt auf die damals 33-Jährige.

Am 14. Januar 1948 kommt Schwester Euthymia nach Münster. Ihre Aufgabe: In der klinikeigenen Wäscherei die anfallende Schmutzwäsche zu reinigen, überdies fällt Wäsche des Mutterhauses und seiner angeschlossenen Einrichtungen an.

"Für die große Maschine zweieinhalb Kilogramm Pulver, eineinhalb Kilogramm Einweichmittel, zwei Kilogramm Soda, 3.400 Liter Wasser", lautet eine der wenigen handschriftlichen Notizen der neuen Waschhausleiterin. Für die Klinik fallen wöchentlich 45 bis 50 Maschinen und für das Mutterhaus zwölf Maschinen an. Dies sind täglich 10 Maschinen, die Euthymia zu schaffen hat.

Die Arbeit ist hart und eintönig: Stapel von Bettwäsche, Kitteln, Schürzen. Scharfer Geruch liegt in der Luft. Stickiges Treibhausklima. "Oft, wenn mir jetzt etwas schwer fällt, sehe ich plötzlich das Gesicht dieser Schwester vor mir, das immer feucht vom Schweiß war. Die Augen schauen mich dann voll Freude an, und es fällt mir ein, was sie oft gesprochen hat: 'Bringen Sie es nur - ich werde es schon schaffen.' Ja, sie hat es immer geschafft", so eine Krankenpflegeschülerin.

Trotz des harten Arbeitstages übernimmt sie den Abwasch für andere Mitschwestern, die abends noch zum Singen in den Mutterhaus-Chor gehen wollen. "Dat kann ick wuoll!" (Das kann ich wohl!) Freiwillig übernimmt sie Nachtwachen am Bett von Sterbenden. Es gibt aber auch Anfeindungen: Schwestern, die sich an ihrer unbeirrbaren Liebe stoßen, andere, denen die Wäsche nicht sauber genug ist. Und doch: Euthymia nimmt diese Kritik widerspruchslos hin.

Die Kraft für ihre Arbeit holt sie aus dem Gebet. Stundenlang betet sie vor dem Altar der Mutterhauskirche, später in der benachbarten Servatiikirche. Mitschwestern berichten, wie Euthymia im Gebet stundenlang versunken ihnen selbst zum Vorbild wird. "Sie strahlte Gottesnähe aus", weiß eine Mitschwester.

Doch sie selbst bleibt letztlich ein Rätsel: "Da Schwester Euthymia wenig sprach, konnte man sie nicht richtig ergründen. Jeder fühlte sich von ihr verstanden, aber über sich selbst schwieg sie", so eine Clemensschwester.

Sonnenstrahlen im toten Gesicht

Sonnenstrahlen im toten Gesicht

Schwester Euthymia geht stets an ihre Grenzen und schont sich nicht. Von ihrer Umgebung unbemerkt sind ihre Reserven bald aufgebraucht. Für die Sorgen und Leiden anderer hat sie ein offenes Ohr - von ihren eigenen weiß niemand.

Euthymia bricht im Waschhaus zusammen. Am 8. Juli 1955 wird sie auf die Krankenstation gebracht. Eine Operation ergibt: ein Krebsgeschwulst am Darm. Metastasen befinden sich auch an anderen Organen. An eine Heilung ist nicht mehr zu denken. Die Ärzte zeigen sich erschüttert vom Durchhaltevermögen dieser "Waschfrau". Die Patientin hat schwere Schmerzen.

Ende August 1955 bekommt Euthymia Fieber. Sie bittet um das Sakrament der Krankensalbung. Eine Krankenschwester erinnert sich: "Es war kaum mit anzusehen, wie sehr sie litt."

Morgens um 6 Uhr empfängt Schwester Maria Euthymia am 9. September 1955 die Kommunion. Um 7.30 Uhr stirbt sie. Im gleichen Augenblick fällt Sonne durch das Fenster und erhellt das Gesicht der Toten - dann bleibt das Wetter den ganzen Tag trübe.

Blitzkarriere einer Fürsprecherin

Blitzkarriere nach dem Tod

"De Schwester, de doar vandage stuorben ist, dat was ne Hillige!" (Die Schwester, die da heute gestorben ist, das war eine Heilige.) Das meinen am 9. September 1955 Patienten der Männerstation der Raphaelsklinik, die vom Fenster aus auf das Waschhaus sehen konnten. Sie rufen es denen zu, die zur Totenkapelle gehen, wo Schwester Euthymia aufgebahrt ist.

Scharen von Kranken, Schwestern, Schülerinnen, Angestellten und Besuchern strömen dorthin. Es wird nicht nur für die Verstorbene gebetet, sondern diese von der Stunde ihres Todes an bereits als Fürsprecherin bei Gott angerufen. - Vor ihrem Sterben hatte sie anderen versprochen, bei Gott für sie zu bitten -.

Am Tag nach ihrem Tod ereignet sich das, was im späteren Seligsprechungsverfahren als Wunder anerkannt wird: Eine Schwester, deren Hand zwischen die Walzen einer Bügelmaschine gekommen ist und dadurch schwere Verbrennungen und Quetschungen erlitt, bittet am offenen Sarg von Schwester Euthymia um Fürsprache. Innerhalb kürzester Zeit und für Mediziner unerklärlich heilt die Verletzung der Schwester.

Am 12. September 1955 wird die Verstorbene beerdigt. Um 13.30 Uhr zieht eine große Zahl Gläubiger vom Mutterhaus an der Klosterstraße zum Zentralfriedhof.

Sofort wird ihr Grab ein Ort der Verehrung - und das, obwohl die Ordensleitung den Schwestern untersagte, dies zu unterstützen. Doch diese Weisung ist nur von kurzer Dauer. Sechs Wochen nach dem Tod bittet die damalige Generaloberin Schwester Ottokara alle Schwestern, Zeugnisse über Schwester Euthymia nach Münster zu schicken. "Diejenigen, die Schwester Euthymia richtig gekannt haben, sind fest überzeugt von ihrer vollendeten Heiligkeit", schreibt Schwester Ottokara.

Die folgenden Einsendungen belegen dies:

   "Man fühlte sich wohl bei dieser Mitschwester. Nie verletzte sie durch Worte die Liebe, immer deckte sie Schwächen und Fehler anderer entschuldigend zu."
   "Alles was Schwester Euthymia tat, ging über das gewöhnliche Maß hinaus. Anweisungen gab sie stets nur als Bitte. Wenn sich andere freuten, war sie überglücklich."
   "Aufgefallen ist mir ihre Haltung beim Gebet. Ich war davon so ergriffen, dass ich absichtlich ihre Nähe suchte, um mich von ihrer Andacht mitreißen zu lassen."

Immer wieder und bis heute erbitten Menschen die Fürsprache von Schwester Euthymia. Und viele sehen sich erhört. Mehr als 150.000 Briefe im Mutterhaus der Clemensschwestern geben Zeugnis davon. Ungezählte Menschen glauben: Schwester Euthymia ist eine Heilige.

Unerklärliches für die Seligsprechung

Unerklärliches

Der Weg bis zur Seligsprechung war lang. Oft schien das Bemühen aussichtslos. Doch die "Anwälte" von Schwester Maria Euthymia gaben nicht auf. Fast 42 Jahre dauerte das Verfahren. Im März 2000 kam dann endlich die Nachricht aus Rom: Der außerordentliche Heilungsvorgang an der Hand von Schwester M. Avelline werde als ein auf Fürsprache von Schwester Euthymia erfolgtes Wunder anerkannt. Damit war die wichtigste Voraussetzung für die Seligsprechung erfüllt, die am 7. Oktober 2001 durch Papst Johannes Paul II in Rom stattfinden wird.

Bereits wenige Wochen nach dem Tod von Schwester Maria Euthymia am 9. September 1955 setzte eine Welle der Verehrung ein. Gleichzeitig wurde begonnen, alles über ihr Leben zusam-menzutragen. Auf Antrag der Clemensschwestern leitete der münsterische Bischof Dr. Michael Keller Ende 1959 den Seligsprechungsprozess ein.

Sämtliches Material aus dem Leben von Schwester Maria Euthymia wurde gesammelt: Briefe, Postkarten, Notizbücher und lose Zettel. Zudem berichteten 32 Zeugen über ihr Leben. Dazu gehörte auch die damals 81-jährige Mutter von Schwester Euthymia. 1962 wurden diese Unterlagen an die zuständige Kongregation in Rom übergeben. Im Zuge des Prozessverlaufes machten weitere Zeugen Aussagen zu Euthymia. Das komplette Aktenmaterial konnte Anfang 1986 in der sogenannten Positio zusammengefaßt und an die Kongregation für Heiligsprechungen weitergeleitet werden. Auf Grundlage der Positio gaben neun Theologen unabhängig voneinander ihr Votum ab. Nach Diskussionen in der Vollversammlung der Kongregation sprach Papst Johannes Paul II. am 1. September 1988 den "Heroischen Tugendgrad der Dienerin Gottes Schwester Maria Euthymia" zu.

Entsprechend den Regeln schloss sich 1988 der sogenannte Wunderprozess an. Darin muss bewiesen werden, dass auf Fürsprache eines Verstorbenen ein nach menschlichem Verstehen nicht zu erklärendes "Wunder" geschehen ist. Es soll der Nachweis geführt werden, daß es Gott selbst ist, der das vorbildhafte Tun und Wirken eines Dieners oder einer Dienerin Gottes auf Erden nach dessen bzw. deren Tod durch Zeichen und Wunder bekräftigt. Bei Schwester Maria Euthymia handelt es sich um die Heilung der verbrannten Hand ihrer Mitschwester M. Avelline Koenen.

Um der aus fachärztlicher Sicht unerklärlichen Heilung die theologische Qualifikation eines Wunders zusprechen zu können, mussten die Sachverständigen der Kongregation noch eine abschließende Beurteilung des Falles abgeben. Die positive Beurteilung erfolgte am 22. Oktober 1999. Sie stellten in Übereinstimmung mit den medizinischen Gutachtern fest, daß der Heilungsvorgang an der Hand von Schwester M. Avelline Koenen unerklärlich und auf die Fürsprache von Schwester Maria Euthymia zurückzuführen ist.

Der feierlichen Seligsprechung stand damit nichts mehr im Wege. Am 7. Oktober 2001 wurde Schwester M. Euthymia in Rom von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Gedenk- und Verehrungsort: Halverde

Halverde in Westfalen

In Halverde bei Hopsten (früher Kreis Tecklenburg und heute Kreis Steinfurt), direkt an der Grenze zu Niedersachsen, wurde Emma Üffing 1914 geboren. Es war damals eine sehr arme Gegend. Heide und Moor prägten die Landschaft. Das Arbeiten war hart und das Leben kärglich; die landwirtschaftlichen Erträge bescheiden. Damals wie heute sind die Menschen in Halverde, das rund 1.200 Einwohner zählt, bodenständig und tief mit ihrer Heimat verwurzelt - in die Landschaft, in Feste und in ihrem Glauben. In Halverde sind es vor allem zwei Stellen, die an Schwester Maria Euthymia erinnern.

Es ist zum einen das Elternhaus, rund einen Kilometer außerhalb des Ortskerns an der Straße in Richtung Schale gelegen. Vor dem Haus erinnert ein Kreuz und ein Gedenkstein an Emma Üffing, die dort aufwuchs. Auf halber Strecke liegt ein Wegkreuz, an dem Emma auf dem Weg zur Kirche und Schule vorbei kam.

Zum anderen ist in der Kirche der Taufstein zu finden, an dem Emma Üffing noch an ihrem Geburtstag das Sakrament der Taufe empfing. Zur Erinnerung und Verehrung der seligen Schwester M. Euthymia befindet sich an der linken Seitenwand des Kirchenraumes ein großes Gemälde mit einer Reliquie. Es wurde von dem Künstler Leonard Klosa (Varrelbusch) geschaffen. Eine weitere Reliquie wurde am 10. Oktober 2004 durch den Regionalbischof Franz-Peter Tebartz van Elst dem Reliquiengrab im Altar der Pfarrkirche beigefügt.

Vom Elternhaus zur Kirche hat die Gemeinde einen Gedenkweg mit sechs Stationen aus dem Leben von Schwester M. Euthymia errichtet.

Gedenk- und Verehrungsort: Grab auf dem Zentralfriedhof in Münster

Zentralfriedhof in Münster

Das Grab von Schwester Maria Euthymia befindet sich in Münster auf dem Zentralfriedhof. Er liegt zwischen dem Schloss und dem Aasee und ist sehr leicht über die Himmelreichallee (Eingang gegenüber dem großen LBS-Gebäude) oder die Hüfferstraße (Friedhofskapelle) zu erreichen.

Aus dem Statement von Bischof Dr. Reinhard Lettmann bei einer Pressekonferenz am Samstag (17. Februar 2001) im Kachelzimmer des St.-Paulus-Domes in Münster:

"Nach gründlichen Überlegungen sind wir darin überein gekommen, das Grab von Schwester Euthymia auf dem Zentralfriedhof zu belassen. Dies soll der eigentliche Ort der Verehrung sein. Über ihrem Grab ist eine schlichte und würdige Grabkapelle errichtet.

Am Mutterhaus der Clemensschwestern lädt eine Gedenkstätte zum stillen Verweilen ein. Bei einem Rundgang können verschiedene Exponate aus ihrem Leben und aus der damaligen Zeit besichtigt werden.

Was spricht für den Verbleib des Verehrungsortes auf dem Zentralfriedhof? Die Verehrung von Schwester Euthymia begann an ihrem Grab und ist dort seit mehr als 45 Jahren lebendig.

Der Zentralfriedhof bietet auch Menschen, die sonst nicht so intensiv am kirchlichen Leben teilnehmen einen Zugang zum Grab. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass die Gedenkstätte am Mutterhaus inmitten des Zentrums unserer Stadt von vielen Menschen besucht und rege angenommen wird. Dort wird es möglich sein, eine wesentliche Stätte ihres Lebens und Wirkens aufzusuchen und mehr über sie zu erfahren. Ich freue mich, dass die Schwestern auf diesem Weg eine noch breitere Öffentlichkeit mit Schwester Euthymia vertraut machen wollen und unterstütze sie in diesem Anliegen.

Das Grab auf dem Zentralfriedhof hat auch eine theologische Bedeutung: Es ist ein Zeichen, dass wir Christen an ein Weiterleben nach dem Tod glauben. Es ist damit ein österliches Zeichen; ein Protest gegen jede Flucht vor dem Tod und einer fortschreitenden Tendenz zu einem Glauben an eine Wiedergeburt. Die Verehrung am Grab ist damit ein Signal des Lebens über die Schwelle des Todes hinweg. So kann dieser Ort Trost und Hoffnung schenken. - Wir hoffen, dass diese Lösung von allen Verehrern und Freunden von Schwester Euthymia mitgetragen und angenommen wird!"

Literatur

  • Hugo Goeke: Euthymia - Schwester der Menschen. Ein Lebensbild mit Glaubensimpulsen für heutige Christen. Dialogverlag (ISBN 978-3-937961-92-7).
  • Hans-Josef Joest (red.): Schwester Maria Euthymia. Ihr Leben, ihre Seligsprechung, ihre Ausstrahlung. Aschendorff & Dialogverlag, Münster 2001, ISBN 3-402-05349-7 (Aschendorff) oder ISBN 3-933144-45-0 (Dialogverlag)
  • Wendelin Meyer: Schwester Maria Euthymia. Clemensschwester, gestorben im Rufe der Heiligkeit am 9. September 1955 zu Münster in Westfalen. Nach den Akten und Vorarbeiten des Mutterhauses dargestellt. 16. Auflage. Clemensschwestern, Münster 1976
  • Johannes Loy (Hrsg.): Schwester Euthymia "alles für den großen Gott". Aschendorff, Münster 2000, ISBN 3-402-05366-7
  • Emile Eche: Ich diente und mein Lohn ist Frieden. Die Clemensschwester Maria Euthymia in den Erinnerungen des kriegsgefangenen französischen Soldatenpriesters Emile Eche. 12. Auflage. Regensberg, Münster 1994, ISBN 3-7923-0576-3
  • Heinrich Mussinghoff: Schwester Maria Euthymia (1914 - 1955). Ein verborgenes Leben für Gott und die Menschen. Butzon und Bercker, Kevelaer 2000, ISBN 3-7666-0266-7
  • Paul Hövels: Wie Gott will. Euthymia-Gebetbuch. 2., erweiterte Auflage. . Dialogverlag, Münster 2004, ISBN 3-933144-81-7
  • Hermann Bücker: Die Klemensschwester Maria Euthymia, 1914 - 1955. Ihr Leben und ihr Charakterbild. Aschendorff, Münster 1963
  • Stefan Wirth: Die neuen Heiligen der Katholischen Kirche, Christiana Verlag Stein am Rhein 2009, Band 6, S. 134-139 (1. Auflage; Von Papst Johannes Paul II. kanonisierte Heilige, Band 6 von 2000 bis 2002: ISBN 978-3-7171-1174-0).

Weblinks

Selige Schwester Euthymia Seligsprechung von Sr. Euthymia

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