Maria Droste zu Vischering

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Sr. Maria vom Göttlichen Herzen bei ihrem letzten Besuch in Münster 1896

Maria Droste zu Vischering (* 8. September 1863 im Erbdrostenhof zu Münster; † 8. Juni 1899 in Porto) war "Schwester vom Guten Hirten". Sie bat Papst Leo XIII. um die Weihe der Welt an das göttliche Herz Jesu (vgl. Annum sacrum). Sie wurde durch Papst Paul VI. am 1. November 1975 seliggesprochen. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 8. Juni.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Maria Droste zu Vischering war eine junge Adelige Gräfin, die mit ihrem Zwillingsbruder Max am 8. September 1863 geboren wurde. Sie war ein kleiner Wildfang, verbrachte ihre Jugend in Münster und trat nach Internatsjahren in Riedenburg am Bodensee 1888 ins Kloster der Schwestern vom Guten Hirten in Münster ein. Sie erhielt den Ordensnamen Schwester Maria vom Göttlichen Herzen. Die Schwestern vom Guten Hirten gehörten zu den wenigen, die sich um das Schicksal der vielen Mädchen und Frauen kümmerten, die im Zeitalter der Industrialisierung im frisch gegründeten Deutschen Reich durch Armut in die Prostitution gedrängt wurden. Schwester Maria Droste zu Vischering übernahm 1891 nach ihrer Ewigen Profeß die Leitung einer Wohngruppe von jungen Mädchen. Sie notiert in ihren Erinnerungen: „Einzig dem Herzen Jesu schreibe ich den guten Erfolg zu, den ich bei meinem Verkehr mit den Büßerinnen gehabt habe. Oftmals, wenn ein Fall verzweifelt schien, ebnete ER alle Schwierigkeiten.“

1894 wurde Maria ins Kloster vom Guten Hirten nach Porto (Portugal), berufen, wo sie selbst bald Oberin wurde. Das Haus vom Guten Hirten in Porto beherbergte über 100 junge Mädchen, meist aus armen Familien, aufgelesen auf der Straße, beim Diebstahl ertappt oder bei der Prostitution. Schwester Maria setzte sich tatkräftig für diese Mädchen ein, indem sie Bettelbriefe an reiche Fabrikbesitzer schrieb, auf Ämtern Fürsprache einlegte persönlich für sie Lehrstellen und Pflegefamilien suchte und den Priestern und Bischöfen ins Gewissen redete.

Schwester Maria selbst litt unter einer schweren Rückenmarkserkrankung, die sie an Krücken zwang und sogar ans Bett fesselte. Häufig hatte sie Visionen, in denen sie unter anderem dazu aufgefordert wurde, die ganze Welt dem heiligsten Herzen Jesu zu weihen. Nach einer Zeit der Prüfung erfüllte schließlich Papst Leo XIII. diesen Wunsch, nahm die Weihe am 11. Juni 1899 vor und führte das Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu ein. Maria Droste zu Vischering konnte diesen Tag nicht mehr erleben, sie starb drei Tage vor des feierlichen Triduums, das die Weltweihe einleitete, in Porto.

Die Weltweihe ans göttliche Herz Jesu

Darstellung des Inhaltes einer Vision der Sr. Maria vom Göttlichen Herzen: Die Liebe des Herzens Jesu erhellt die ganze Welt

Anfang 1898 kam der himmlische Auftrag, den Heiligen Vater um die Weltweihe an das göttliche Herz zu bitten. Nach langem Zögern erlaubte der Beichtvater einen Brief. Da keine Antwort aus Rom kam, durfte sie am 6. Jänner 1899 einen weiteren Brief schreiben. Daraus einige Auszüge:

„Als Eure Heiligkeit im letzten Sommer von einem Unwohlsein befallen wurde, das angesichts Ihres hohen Alters alle mit Sorge erfüllte, gab mir der Heiland zu verstehen, dass er Ihre Tage zur Vollziehung der Weihe der ganzen Welt an sein göttliches Herz verlängern werde [..] Es könnte befremden, dass der Heiland diese Weihe der ganzen Welt verlangt und sich nicht mit der Weihe der katholischen Kirche begnügt. Aber so glühend ist sein Wunsch zu herrschen, geliebt und verherrlicht zu werden und alle Herzen mit seiner Liebe und Barmherzigkeit zu entzünden, dass er will, Eure Heiligkeit möchte ihm die Herzen aller jener darbringen, die ihm durch die heilige Taufe gehören, um ihnen die Rückkehr zur wahren Kirche zu erleichtern [..] Zugleich die Herzen aller jener, die das geistige Leben noch nicht durch die Taufe empfangen haben, für die er aber auch sein Leben und Blut dahingegeben, die ebenso berufen sind, eines Tages Kinder der heiligen Kirche zu werden, um durch dieses Mittel ihre geistige Geburt zu beschleunigen. In meinem Brief vom Juni habe ich die Gnaden dargelegt, die der Heiland infolge dieser Weihe gewähren will, sowie die Art und Weise, wie sich die Weihe nach seinem Willen vollziehen soll [..] Der Heiland hat mir zwar nur unmittelbar von der Weihe gesprochen, allein er zeigte mir auch zu wiederholten Malen sein sehnlichstes Verlangen, sein Herz mehr und mehr verherrlicht und geliebt zu sehen zum Heil der Nationen.“

Papst Leo XIII. hörte diese Bitten. Zuerst wollte er die Weihe im Jahr 1900 vollziehen. Da erkrankt er am 1. März schwer. Ohne Narkose musste ihm ein Geschwulst entfernt werden. Die Krisis war nach drei Tagen überstanden. Wenig später fiel am 25. März die Entscheidung, die Weihe noch im gleichen Jahr zu vollziehen. Kardinal Mazella, Präfekt der Ritenkongregation, wurde befragt, die Weihe des ganzen Menschengeschlechtes an das göttliche Herz theologisch aus der Tradition zu erklären.

Bereits am 2. April 1899 wurde der ganzen Welt erlaubt, die Herz-Jesu-Litanei von nun an öffentlich zu beten. Am 11. Juni 1899 vollzog Papst Leo XIII. im Petersdom die Herz-Jesu-Weihe. Er bat Christus, er möge König aller Menschen sein, der Katholiken, der Gerechten wie der Sünder, der Häretiker und Schismatiker und aller armen Ungläubigen. Gleichzeitig flehte der Papst um die Freiheit der Kirche und um den Frieden der Völker.

Literatur

Siehe auch: Helena Guerra

Weblinks

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