Mariä Aufnahme in den Himmel

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mariendogmen
  1. Gottesmutter, (Gottesgebärerin) (431 – 1. Januar)
  2. Jungfrau Maria (649)
  3. Unbefleckte Empfängnis (1854 – 8. Dezember)
  4. Mariä Aufnahme in den Himmel (1950 – 15. August)
Märia Entschlafung
Maria Aufnahme in den Himmel
In-assumptione-B.-MARIAE-Virg..JPG

Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (Maria Himmelfahrt) ist eines der ältesten Marienfeste der Kirche. Das Hochfest wird in der katholischen und orthodoxen Kirche der Tradition nach am 15. August gefeiert. Die ersten Zeugen für das Fest der Muttergottes gehen auf die Mitte des 5. Jahrhunderts zurück.

Inhaltsverzeichnis

Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel

Am 1. November 1950 formulierte Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution "Munificentissimus Deus" das Dogma der leiblichen Aufnahme in den Himmel und bestätigte damit das, was bereits seit langer Zeit gefeiert wurde:

"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen, erklären und definieren Wir: Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde."

Vor der Verkündung des Dogmas über die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel beriet sich Papst Pius XII. mit allen Bischöfen der Welt. Das Ergebnis war ein Plebiszit für das marianische Dogma. Nur 22 von 1181 Oberhirten sprachen sich dagegen aus.

Indirekte Stellen der Heiligen Schrift zum Dogma

  • Psalm 131,8: „Erhebe dich, Jahwe, zu deiner Ruhestätte, du und deine machtvolle Lade“ (die aus unverweslichem Holz gefertigte Bundeslade ist ein Typus des unverweslichen Leibes Mariens).
  • Hld 8,5: „Wer ist die, die heraufsteigt aus der Wüste, auf ihren Geliebten gestützt?“
  • Auch die sonnenumkleidete Frau aus der Apokalypse (Offb 12,1), das Protoevangelium (Gen 3,15) und die in Lk 1,28 bezeugte Gnadenfülle Mariens sind ein Hinweis auf die leibliche Aufnahme und Verherrlichung Mariens.
  • Apk 11,19: „Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar.“

Vernunftschlüsse zur Begründung des Dogmas

Da Maria frei von der Sünde war und der Zerfall des Leibes eine Folge der Sünde ist, lässt sich schließen, dass ihr Leib vom allgemeinen Los der Auflösung ausgenommen war. Auch aus der Gottesmutterschaft Mariens und der immerwährenden Jungfräulichkeit kann gefolgert werden, dass der Leib Mariens nicht der Zerstörung anheim fiel.

Zeugnisse aus Schrift und Tradition

Weder Todestag noch Todesjahr der Gottesmutter Maria sind bekannt. Es dürfte zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren nach der Himmelfahrt Christi gewesen sein. Zwei Städte beanspruchen das Ereignis: Jerusalem und Ephesus. Jerusalem, wo seit dem 5. Jh. das Grab Mariens gezeigt wird, wird meist der Vorzug gegeben; aber einige argumentieren für Ephesus.

Für die Aufnahme Mariens in den Himmel liegen keine direkten und ausdrücklichen Aussagen der Heiligen Schrift vor. Eine Stelle im Matthäus-Evangelium legt diese Tatsache aber nahe:

"Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen." (Mt 27, 52-53)

Schon in der Frühzeit wurde diese Stelle dahin ausgelegt, dass unter der Auferweckung der "Heiligen" eine endgültige Auferstehung und Verklärung zu verstehen sei - denn dies ist ein Zeichen für die Wirksamkeit des Werkes Christi. Da aber die Gerechten des Alten Bundes unmittelbar nach Abschluss des Erlösungswerkes Christi das vollendete Heil erlangten, ist es möglich und wahrscheinlich, dass dieses auch der Mutter des Herrn verliehen wurde. In Maria hat Gott den Menschen das Urbild des erlösten Menschen vor Augen gestellt. Sie hat schon am Anfang des Weges der Kirche durch die Zeiten vollendet empfangen, was die übrige Kirche erst am Ende empfangen wird.

Die leibliche Aufnahme Mariens ist zuerst durch apokryphe Transitus-Berichte des 5. und 6. Jh. bezeugt, welche zwar von geringem geschichtlichen Wert sind, aber eine theologische Idee ausdrücken, welche damals schon verbreitet war.

Gregor von Tours († 594) spricht schon von der leiblichen Himmelfahrt Mariens. Predigten auf das Fest des Heimgangs Mariens sind überliefert von Theoteknos von Livias (550/650), Pseudo-Modestus von Jerusalem (um 700), Germanus von Konstantinopel († 733) u.a.

Der hl. Johannes von Damaskus († 749) formuliert die Tradition der Kirche von Jerusalem:

"Der hl. Juvenal, Bischof von Jerusalem, machte auf dem Konzil von Chalcedon dem Kaiserpaar Markian und Pulcheria, die den Leib der Muttergottes besitzen wollten, bekannt, Maria sei in der Gegenwart aller Apostel gestorben, aber ihr Grab sei leer gewesen, als es auf Anfrage des hl. Thomas geöffnet wurde. Daraus hätten die Apostel geschlossen, ihr Leib sei in den Himmel aufgenommen worden."

Viele Theologen vertreten die Ansicht, dass mit "Leib" nicht der physische Leichnam gemeint ist, sondern ein philosophischer Begriff, genausowenig wie der Leib Christi in der Eucharistie tatsächlich äußerlich aus Fleisch besteht. Die thelogische Aussage (nur Glaubenswahrheiten, nicht historische Begebenheiten, können Inhalt eines Dogmas sein) besteht in der für alle Menschen angenommenen Auferweckung der Toten, die im Himmel nach kirchlicher Lehre keine reinen Seelenwesen sind, sondern einen Leib besitzen, womit nicht der verweste (oder verbrannte) irdische Leichnam gemeint ist. Das leere Grab Mariens kann daher auch, ohne das Dogma in Frage zu stellen, als Metapher verstanden werden.

Festgeheimnis

Die Präfation des Hochfestes fasst das Festgeheimnis folgendermassen zusammen:

„In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und das Werk deiner Gnade zu rühmen. Denn heute hast du die jungfräuliche Gottesmutter in den Himmel erhoben, als Erste empfing sie von Christus die Herrlichkeit, die uns allen verheissen ist, und wurde zum Urbild der Kirche in ihrer ewigen Vollendung. Dem pilgernden Volk ist sie ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und eine Quelle des Trostes. Denn ihr Leib, der den Urheber des Lebens geboren hat, sollte die Verwesung nicht schauen. Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig ...“

Geschichte des Festes

Die frühesten Ursprünge des Festes sind ungewiss. Wahrscheinlich war es zuerst eher ein Kirchweihfest als ein Gedenktag des Todes der Gottesmutter. Dass es zur Zeit des Konzils von Ephesus entstanden sei oder dass der hl. Damasus es in Rom eingeführt habe, sind lediglich Hypothesen.

Im Heiligen Land wurde das Fest gemäss dem Leben des hl. Theodosius schon vor dem Jahr 500 gefeiert, vermutlich im August. In Ägypten und Arabien wurde es im Januar gehalten. Und weil die Mönche Galliens viele Bräuche von den ägyptischen Mönchen übernahmen, wurde dieses Fest ab dem 6. Jh. in Gallien im Januar gefeiert [mediante mense undecimo (Greg. Turon., De gloria mart., I, ix)]. So blieb es in der Gallikanischen Liturgie bist zur Einführung des Römischen Ritus.

In der Griechischen Kirche scheint es, dass das Fest teilweise nach Sitte der ägyptischen Mönche im Januar gefeiert wurde, teilweise gemäss der Sitte des Heiligen Landes im August. Daher legte der Kaiser Mauritius († 603) den Termin, falls der Bericht des "Liber Pontificalis" verlässlich ist, für Ostrom auf den 15. August fest.

Die Kirche feierte das Fest Mariä Heimgang (lat. Dormitio = Entschlafung) im Osten wenigstens seit dem 6. Jh. und in Rom sicherlich seit Ende des 7. Jh. Schon bald wurde neben dem Tod auch die Unverweslichkeit des Leibes und seine Aufnahme in den Himmel betont und das Fest wurde umbenannt in "Assumptio". Diese Aufnahme (Assumptio) Mariens ist ein Abbild, welches auf ihr Vorbild, die Himmelfahrt (Ascensio) Christi verweist. In den liturgischen Texten des 8./9. Jh. ist die Idee der leiblichen Aufnahme klar bezeugt.

Es wird jedoch besonderen Wert darauf gelegt, dass Maria nicht aus eigener Kraft vom Tod erstehen und in den Himmel auffahren konnte. Christus hat sie in den Himmel aufgenommen! Daher ist die Bezeichnung der Aufnahme Mariens in den Himmel als Mariae Himmelfahrt durch die Volksfrömmigkeit missverständlich.

Brauchtum

Frauendreißiger

In einigen Gegenden Bayerns und Österreichs wird heute noch der Monat ab dem Hochfest Mariae Himmelfahrt (als marianischer Monat) als sogenanntenr Frauendreißiger (Frau =Maria) begangen. In einem römischen Ablassdokument neueren Datums (vom 28. Oktober 2003, für den oberbayerischen Wallfahrtsort Buchenhüll in D-85072 Eichstätt) wird diese besondere Gnadenzeit der Verehrung Mariens datiert von der ersten Vesper des Hochfestes Mariae Himmelfahrt bis zum Untergang der Sonne am Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September.

Kräuterweihe

In der katholischen Kirche findet traditionell am Tage der Verherrlichung Mariens und an manchen Orten während des gesamten Frauendreißigers Kräuterweihen mit Kräuterprozession statt. Dieser Brauch geht auf eine Legende zurück, die besagt, dass die Apostel in Marias Grab ausschließlich Blumen fanden, als sie dieses öffneten. Blumen symbolisieren somit Maria, in den Präfationen der Marienfeste kommt dieses häufig zum Ausdruck, aber auch in zahlreichen Marienliedern und Gebeten, in denen „der Blume des Feldes und der Lilie der Täler“ in besonderer Weise gedacht wird.

In der Regel werden sieben verschiedene Kräuter zu einem Strauß zusammengebunden, sie verdeutlichen zum einen die sieben Sakramente und zum anderen die sieben Schmerzen Mariens (s.o.). Zusätzlich zu den Kräutern werden Getreidehalme verwendet. Dadurch kommt einerseits das Bild der Vergänglichkeit alles Irdischen zum Ausdruck ( „Das Weizenkorn muss sterben...“ ), anderseits unsere Bitte um das tägliche Brot.

Wahrscheinlich entstand der Brauch der Kräuterweihe im 10. Jahrhundert, um heidnische Bräuche abzuwehren oder zu verchristlichen. Grundsätzlich sollen sie jedoch vor Gefahren, wie zum Beispiel Feuer, Gewitter und anderen Naturereignissen sowie jeglichen Krankheiten schützen.

Es heißt, dass Kräuter ihr volles Aroma und ihre höchste Blüte ab Mitte August bis Mitte September haben. So bedeutet die besonders große Heilkraft der Kräuter und der Segen der in den Himmel aufgenommenen Muttergottes einen doppelten Schutz.

Literatur

Päpstliche Schreiben

Pius XII.

Weblinks