Margot Käßmann

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Margot Käßmann 2009

Margot Käßmann, geborene Schulze (* 3. Juni 1958 in Marburg an der Lahn) ist eine deutsche evangelisch-lutherische Theologin. Von 2009 bis 2010 war sie Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Nach dem Abitur 1977 an der Elisabethschule in Marburg studierte die Tochter aus kleinbürgerlichem Milieu evangelische Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg mit einem Stipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst. Während des Studiums nahm sie unter anderem 1978 an mehrwöchigen archäologischen Ausgrabungen in Akko (Israel) teil.

Im Alter von 25 Jahren wurde sie 1983 Vikarin in Wolfhagen bei Kassel und 1985 als Pfarrerin ordiniert. Sie ist Mutter von vier Töchtern und von ihrem Ehemann, einem evangelischen Theologen, geschieden. Käßmann betont ihre ökumenische Aufgeschlossenheit.

Von 1995 bis 1999 war Margot Käßmann Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages und dann bis 2010 Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (mit dem Gebietsbestand des ehemaligen Königreichs Hannover, im heutigen Bundesland Niedersachsen, mit etwa 3 Mio. Kirchenglieder). Seit dem 28. Oktober 2009 bekleidete Käßmann das Amt der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wegen einer Trunkenheitsfahrt trat sie am 24. Februar 2010 von allen höheren Kirchenämtern zurück. Am 27. April 2012 übernahm sie das Amt der „Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017“, am 30. Juni 2018 ging sie in den Ruhestand.

Ökumene

Im Gratulationsschreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch anlässlich der Wahl Margot Kässmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden heißt es: Der Rat darf zuversichtlich sein, dass er unter Ihrer Leitung seinen kirchlichen Dienst in den kommenden sechs Jahren in glaubenstreuer, wacher, kluger und kompetenter Weise verrichten wird. Weiterhin rief der Freiburger Erzbischof die neue Ratsvorsitzende auf, gemeinsam den ökumenischen Dialog weiter zu entwickeln. In einer pluralen Gesellschaft stünden Christen vor vielfältigen Herausforderungen. Viele davon beträfen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam. Ich lade Sie herzlich ein, dass wir weiter - wie in den letzten Jahren - an der Zukunft der Ökumene arbeiten, so Zollitsch.

Empfängnisverhütung

Margot Käßmann proklamierte beim 2. Ökumenischen Kirchentag im Münchner Liebfrauendom am 13. Mai 2010 die Anti-Baby-Pille als Geschenk Gottes. Wer sich gegen Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Überbevölkerung engagieren wolle, wird für Geburtenkontrolle, für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eintreten, bekannte Käßmann in einem ökumenischen Frauengottesdienst.[1]

Veröffentlichungen

Margot Käßmann, Reformationstag, Straßburg 2015

Weblinks

Anmerkungen

  1. Pille sei ein Geschenk Gottes, Kath.net am 13. Mai 2010
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