Marco d‘Aviano

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Marco d‘Aviano (*17. November 1631 in Aviano, Italien; †; 13. August 1699 in Wien) war ein italienischer Kapuziner. Er gilt als Retter des Abendlandes, weil er während der Türkenkriege die verschiedenen christlichen Fürsten versöhnte. Eingedeutschter Name: Markus von Aviano

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Inhaltsverzeichnis

Biografie

Namensdeutung

Der Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Biografie

Ordenseintritt und Ausbildung

«Du bist ein Schwächung, zu nichts zu gebrauchen!»

So empfangen die Kapuziner den 17 jährigen Novizen Fra Marco aus Aviano (Veneto) beim Eintritt. Im Kloster Arzignano wird der in den Examen Gehemmte vom Weiterstudium ausgeschlossen, 1655 ohne Erlaubnis für Predigt und Beichtstuhl zum Priester geweiht.

Die Vorsehung lässt den Ordensgeneral die Qualitäten von Markus erkennen. Er veranlasst ein Studium (3 Jahre Philosophie, 4 Jahre Theologie).

Mit 33 Jahren händigt man ihm das Predigerdiplom aus. Welches Feuer sich in dem Kapuziner angesammelt hat, zeigen seine ersten Predigten. Er will von allen verstanden werden und nur eines erreichen:

Lebensbesserung und -vertiefung. Der Ordensgeneral Bernardin v. Arezzo ist beeindruckt. “So sollten wir predigen können!“ Der sonst schweigsame Markus wird auf der Kanzel von Begeisterung mitgerissen.

Es wiederholen sich Szenen wiejene zu Schio 1684: ,,Am Ende der Predigt weinten alle, riefen laut um das Erbarmen GOTTES, schlugen an die Brust.»

Erstes Wunder und seine Folgen

An Mariä Geburt 1676 dokumentiert der Himmel die im Evangelium geoffenbarte Macht des Segnens. Sr. Vincenza, im Kloster von Padua seit 13 Jahren ans Bett gefesselt, wird beim Segnen durch Pater Markus dauerhaft geheilt. Nun naht das Unvermeidliche:

Pater Marco d‘Aviano mit dem Gnadenbild von Pötsch, vordem die Wiener im Stephansdom den Himmel um Schutz vor den nahenden Türken baten. Erschütternde Predigten und grosse Wunder trugen seinen Ruf weit über Italien hinaus. Hohe geistliche und weltliche Fürsten erbaten sich ihn vom Papst. Er ist heimgegangen im Ruf der Heiligkeit in Anwesenheit des Kaiserpaares, begraben in der Kapuzinerkirche in Wien.

Krankheit und alles menschliche Elend versammelt sich an der Klosterpforte und sucht Hilfe. Die beeideten Aussagen vieler Geheilter finden sich in den Archiven. Der Klosterobere von Venedig berichtet: Wenn Markus in unserer Kirche den Segen spendet, ist sie bis auf den letzten Platz gefüllt. Fährt er in die Stadt, betritt er ein Haus, überall umdrängen ihn Hilfesuchende. Während dieser zwei Wochen geriet ganz Venedig in Bewegung.»

Apostel der Liebesreue

Das Charisma der Wunderheilungen bedeutet für Markus ständige seelische Qual. Er wünscht Einsamkeit, nicht Sensationen. Im Sinne Jesu schätzt er die Bekehrung des Menschen höher als sämtliche Wunder. Er versucht die Sehnsucht der Kranken nach Heilung in den Dienst der Bekehrung zu stellen. Markus entwirft einen eigenen Ritus der Segenserteilung. Im Mittelpunkt steht nicht der Krankensegen, sondern die hl. Kommunion nach dem Schuldbekenntnis mit Reue und Beichte, also Aussöhnung mit Gott. 1680 erscheint in Bozen die Schrift Die Schwere der Sünde. Dieses Erneuerungsprogramm stösst auf Widerstand. Markus wird vor die Inquisition gestellt. Das öffentliche Segnen wird ihm untersagt. Doch die Ärzte bestätigen die Heilungen als wunderbar, und schon bald durchzieht Markus wieder Norditalien. Er hält Missionen in Süddeutschland Österreich, Frankreich (in Lyon vor 200000! Doch die Leibgardisten Ludwig XIV bringen ihn gefesselt nach Belgien, weil der Sonnenkönig seinen Auftritt in Paris fürchtet), Belgien, den Niederlanden und der Schweiz. Sein Reueakt bewirkt Massenbekehrungen von Ungläubigen und Erneuerung der Sitten. Wohin er kommt, lockt er zig Tausende an, verbreitet er Die Reue aus Liebe zu Gott. Dokumente liefern eindeutige Beweise für wunderbare Heilungen. In der Münchner Kapuzinerkirche bleiben 150 Krücken als Zeugen von Heilungen zurück (ein durch Zeugenverhöre abgefasstes Mirakelbüchlein beschreibt 391 Heilungen). P. Markus verfasst Broschüren, um die Liebesreue bekannt zu machen. Nach Busspredigt und Reuegebet fordert er zu Gottvertrauen auf, erbittet die Fürsprache der Makellosen Jungfrau und spendet den Segen. Dann heißt er die Kranken, ohne Krücken und Gehstöcke herumzugehen. Wenn sie im Herzen nicht zweifelten, seien sie geheilt. Nicht alle können zu ihm kommen, die Hilfe brauchen. Daher segnet sie der Pater zu vereinbarten Stunden aus der Ferne. Unter diesen Empfängern finden sich Bischöfe, Adelige, der Kaiser und viele einfache Menschen. Die Not kennt kein Ansehen der Person. Auf Befehl von Kaiser Leopold geisselt er in Predigten in der Kapuzinerkirche von Linz Missstände in der Verwaltung, besonders die Ungerechtigkeiten in der Rechtssprechung. Er droht ein Strafgericht an: Bekehrt Euch! Sonst kommt über Osterreich eine Strafe, fürchterlicher als die Pest 1679/1680! Das Türkenjahr 1683 ist die Erfüllung dieser Drohung.

"Die Türken kommen"

Kara Mustapha I. führt eine Riesenarmee bis vor Wien (ohne Tross ca. 250000 Mann. unterstützt von ungarischen Rebellen und Frankreich). In dieser Not weiss sich Leopold I. nur von Papst Innozenz XI. unterstützt, der einige christliche Fürsten für eine gemeinsame Abwehr gewinnt (Polen unter König Sobieski, Bayern, Sachsen und das Rheinland mit ca. 40000 Mann). Am 17. 7. 1683 beginnt die Belagerung. Rivalitäten der Kommandeure behindern das Unternehmen. In dieser Not erreicht man vom Papst, dass P. Markus raschest eintreffe. Ihm gelingt die Versöhnung der Konkurrenten. Noch mehr als auf Menschenmacht setzt der Kapuziner auf den Allmächtigen und lässt immerwährend wiederholen: “Jesus Maria!“ Dann beginnt die Schlacht, die Europa vor einer Katastrophe bewahrt und mit wilder Flucht der Türken endet (Verlust der Türken 20000, das christliche Heer. 1500). 5 weitere Feldzüge bringen die Einnahme von Budapest und Belgrad (6.9 1688) unter schwersten Opfern. 1697 stossen die Türken unter Kara Mustapha II. mit einem Riesenheer nach Ungarn. In Wien herrscht Panik wie 1683. Wieder eilt Markus nach Wien... und am 11. 9. 1697 werden die Türken bei Zenta erneut besiegt.

Markus v. Aviano ging während der Schlacht mit einem Kruzifix von einem Ort zum anderen, segnete das Heer und sprach Mut zu.

Legende/n

Kanonisation, Patronat und Verehrung

Kanonisation

Der Seligsprechungsprozess wurde 1912 eingeleitet. 250 Jahre nach dem Entsatz von Wien im Jahr 1933 wurde Marco von der herrschenden politischen Strömung "wiederentdeckt". Man war um ein Denkmal bemüht, die Seligsprechung sollte vorangetrieben und Marco zum Schutzpatron Österreichs ernannt werden. Aber erst am weissen Sonntag 2003 erfolgte die Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II.

Attribute

Marco d‘Aviano wird mit Ordenstracht einem Kreuz welches er in der rechten Hand hält dargestellt.

Patronate

X ist Patron folgender "Stichwörter"

Gedenktag/e

  • Gedenktag katholisch:
13. August - nicht gebotener Gedenktag im Kapuzinerorden

Weltliche Ehrungen

Im Jahr 1935 wurde im 1. Bezirk der Stadt Wien eine Gasse bei der Kapuzinerrkirch in Marco-d'Aviano-Gasse umbenannt.

Weitere Heiligengedenktage vom Heutigen

Sämtliche: Gedenktage vom 13. August

Weblinks

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