Manfred Müller

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Manfred Müller (* 15. November 1926 in Augsburg; † 20. Mai 2015 in Mallersdorf-Pfaffenberg)[1] war Bischof des Bistums Regensburg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Manfred Müller besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Augsburg, bis er 1943 zunächst als Flak-Helfer, dann als Soldat eingezogen wurde. Im Westen geriet er in englische Gefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Danach studierte er Philosophie in Dillingen und am Herzoglichen Georgianum an der Universität München Theologie. Er empfing am 24. Juni 1952 die Priesterweihe für das Bistum Augsburg. Seither war sein Wirken eng mit Fragen der Schule und des Religionsunterrichtes verknüpft. Auf die dreijährige Kaplanszeit in Starnberg folgten sieben Jahre als Lehrer an der Berufsschule in Augsburg, drei in der Oberrealschule in Lindenberg und sechs am Hans-Holbein-Gymnasium in Augsburg. Zuletzt war er Fachberater für Katholische Religionslehre in Südbayern.

Weihbischof

Am 3. Januar 1972 wurde er durch Papst Paul VI. zum Weihbischof für das Bistum Augsburg und zum Titularbischof von Jubaltiana ernannt. Er empfing die Bischofsweihe am 25. März desselben Jahres. Hauptkonsekrator war der Diözesanbischof Josef Stimpfle. Mitkonsekratoren der Bischof von Passau Antonius Hofmann, der Bischof von Regensburg Rudolf Graber und zwei weitere Bischöfe. Der Wahlspruch Manfred Müllers auf seinem Wappen lautet: "Die Wahrheit in Liebe verkünden" (Eph 4,15 EU).

Als Mitglied in der Deutschen Bischofskonferenz war Müller seit 1972 und seit 1991 Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule. In der Kommission für Fragen der Wissenschaft und Kultur, der er ebenfalls seit 1972 als Mitglied angehörte, wirkte er von 1982 bis 1991 als deren Vorsitzender. In den Jahren 1978 bis 1987 leitete er die Jury zur Verleihung des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises der Deutschen Bischofskonferenz. Von 1981 bis 1986 gehörte er zu den Mitgliedern der Publizistischen Kommission.

Diözesanbischof

Wappen des Bischofs

Am 16. Juni 1982 wurde Manfred Müller von Papst Johannes Paul II. zum Diözesanbischof von Regensburg ernannt. Das Amt trat er am 18. September desselben Jahres an.

Er war international in Schulfragen engagiert und von 1982 bis 1986 als Präsident des Rates der OIEC, eines Weltverbandes katholischer Schulen. In der Freisinger Bischofskonferenz war er Referent für Schulfragen und zuständig für die Genehmigung der im bayerischen Religionsunterricht verwendeten Bücher. 1983 wurde er Vorsitzender des Verwaltungsrates des Katholischen Schulwerkes für Bayern.   Insbesondere seit 1989 engagierte er sich für die Unterstützung der Nachbarbistümer Prag - und seit dessen Neugründung für das direkte Nachbarbistum Pilsen z.B. an deren Bau der ersten Kirche in der tschechischen Republik nach über 50 Jahren. In seiner Amtszeit galt Müller als Mann des Ausgleichs. So steuerte er im Streit um die atomare Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in den 1980er Jahren einen neutralen Kurs zwischen Befürwortern und Gegnern der Kernkraft.

Am 15. Januar 2002 nahm Papst Johannes Paul II. das Rücktrittsgesuch von Bischof Manfred Müller an. Er lebte seither in Kloster Mallersdorf. In Folge eines 2014 erlittenen Schlaganfalls verstarb er am 20. Mai 2015.

Zur Familie des emeritierten Papstes Benedikt XVI. unterhielt er eine enge Verbindung. Joseph Ratzinger und seine Geschwister verbrachten mit ihm regelmäßig den Silvesterabend.

Auszeichnungen

  • 1991 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
  • Die von ihm gegründete katholische freie Grund- und Mittelschule der Schulstiftung der Diözese Regensburg trägt den Namen Bischof Manfred Müller Schule.[2]
  • Bayerischer Verdienstorden

Literatur

  • Hg. von Heinrich Petra: Glaubensvermittlung im Umbruch: Festschrift für Bischof Manfred Müller zum 70. Geburtstag. Pustet Verlag Regensburg 1996 (396 Seiten; ISBN 3-7917-1539-9 Pp.).
  • Hg. von der Diözese Regensburg. [Texte: Maria Baumann in Zusammenarbeit mit den Referaten]: Ein Stück vom Hirtenmantel ... : das Bischöfliche Ordinariat ; zum 75. Geburtstag von Bischof Manfred ; [vollständige Publikation der Reihe "Ein Blick hinter die Kulissen - die Referate im Bischöflichen Ordinariat"] Schnell & Steiner Verlag Regensburg 2001 (170 Seiten; ISBN 3-7954-1467-9 Kart.).

Weblinks


Vorgänger
Rudolf Graber
† Bischof von Regensburg
1982-2002
Nachfolger
Gerhard Ludwig Müller

Anmerkungen

  1. Regensburger Altbischof Manfred Müller verstorben Kath.net am 20. Mai 2015
  2. Bistum Regensburg
Meine Werkzeuge