Malcolm Ranjith

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Erzbischof Malcolm Ranjith

Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don (* 15. November 1947 in Polgahawela, Sri Lanka) ist Kardinal und Erzbischof von Colombo in Sri Lanka. Er beherrscht elf Sprachen und gehört zu den einflußreichsten Persönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche in Asien.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don wurde am 15. November 1947 in Polgahawela geboren. Am 29. Juni 1975 folgte die Priesterweihe. Am 17. Juni 1991 wurde Ranjith zum Weihbischof von Colombo (Sri Lanka) und Titularbischof von Cabarsussi ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte am 31. August 1991. Am 2. November 1995 wurde er zum ersten Bischof von Ratnapura ernannt. Seinem Veto ist es zu verdanken, daß die Handkommunion in Sri Lanka nicht eingeführt wurde. Durch seine aktive Teilnahme an der Weltbischofssynode für Asien wurde Kardinal Ratzinger auf ihn aufmerksam. Am 1. Oktober 2001 wechselte er unter Berufung zum Erzbischof zur Römischen Kurie und wurde dort beigeordneter Sekretär der Kongregation für die Missionierung der Völker. Dieses Amt gab er 2003 auf. Ab 29. April 2004 war er unter dem Titel eines Erzbischofs von Umbriatico Apostolischer Nuntius in Indonesien und Osttimor und am 10. Dezember 2005 erfolgte seine Ernennung zum Sekretär der Gottesdienstkongregation und dort war er mitverantwortlich für das Motu proprio "Summorum pontificum". Zum Nachfolger Ranjiths als Sekretär der Gottesdienstkongregation wählte Papst Benedikt XVI. den Dominikanerpater Augustine Di Noia. Ranjith wurde am 16. Juni 2009 zum Erzbischof der Hauptstadt Colombo in Sri Lanka ernannt. Außerdem nahm er ihn am 20. November 2010 in seinem dritten ordentlichen Konsistorium ins Kardinalskollegium auf. Er erhielt die Titelkirche »San Lorenzo in Lucina«.

Der Erzbischof hat gute Kontakte in die Bundesrepublik Deutschland, wo seine leibliche Schwester in der Nähe von Aachen lebt und wo er Ende der 1970er Jahre als junger Kaplan regelmäßig Urlaubsvertretungen übernahm.

Kardinal-Schreiben

Er gilt als gemäßigt traditionsbewusster Experte für Liturgiefragen und schrieb in einem schriftlichen Grußwort an die im November 2011 in Rom tagende Vollversammlung der Una Voce (lat. Mit einer Stimme) in dem er sich zur Rückkehr zum alten Meßritus aussprach, den er als "wahre Liturgie" der Kirche bezeichnete. Hier die Übersetzung des Kardinal-Schreibens:

Der Brief im Wortlaut (Original: Englisch)

Ich möchte zuerst Ihnen allen meine Dankbarkeit ausdrücken für den Eifer und Enthusiasmus, mit dem Sie das Anliegen der Wiederherstellung der wahren liturgischen Traditionen der Kirche voranbringen.

Wie Sie wissen, ist es der Gottesdienst, der den Glauben vermehrt und dessen heroische Verwirklichung im Leben. Er ist das Mittel, mit dem Menschen auf die Ebene des Transzendenten und Ewigen hinauf gehoben werden: der Ort einer tiefen Begegnung zwischen Gott und Mensch.

Aus diesem Grund kann Liturgie nie etwas sein, das der Mensch kreiert. Wenn wir Gott verehren, wie wir es wollen und die Regeln selbst aufstellen, dann riskieren wir, Aarons goldenes Kalb wieder zu errichten.

Wir sollten immer auf Gottesdienst als Teilnahme an dem, was Gott Selbst tut, bestehen, ansonsten riskieren wir, Götzendienst zu betreiben. Die liturgische Symbolik hilft uns, uns über das Menschliche hinauf zum Göttlichen zu erheben.

Dabei ist es meine feste Überzeugung, dass der Vetus Ordo in großem Ausmaß und in der erfüllendsten Weise diesen mystischen und transzendenten Ruf zu einer Begegnung mit Gott in der Liturgie darstellt.

Deshalb ist die Zeit für uns gekommen, nicht nur den Inhalt der neuen Liturgie durch radikale Änderungen zu erneuern, sondern auch mehr und mehr eine Rückkehr des Vetus Ordo zu unterstützen, als einen Weg für eine wahre Erneuerung der Kirche, was die Väter der Kirche, die beim Zweiten Vatikanischen Konzil saßen, so sehr ersehnt haben.

Das aufmerksame Lesen der Konzilskonstitution über die Heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, zeigt, dass die übereilten Veränderungen, die später in die Liturgie eingebracht wurden, niemals im Sinn der Konzilsväter waren.

Daher ist die Zeit für uns gekommen, mutig zu sein bei unserer Arbeit für eine wahre Reform der Reform und auch eine Rückkehr zur wahren Liturgie der Kirche, die sich in ihrer zweitausendjährigen Geschichte in einem kontinuierlichen Fluss entwickelt hatte. Ich wünsche und bete, dass dies geschehe.

Gott segne Ihre Bemühungen mit Erfolg.

+Malcolm Kardinal Ranjith Erzbischof von Colombo 24/8/2011[1]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. Kardinal Ranjith für Rückkehr des Vetus Ordo, 29. Dezember 2011, kath.net - Katholischer Nachrichtendienst
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