Mäßigkeit

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Kardinaltugenden

Mäßigung (lat. temperantia), auch Mäßigkeit oder Zucht und Maß genannt ist eine der vier Kardinaltugenden.

Die Mäßigung lässt im Gebrauch der geschaffenen Dinge das rechte Maß einhalten, also weder zu viel, noch zu wenig. Sie sichert die Herrschaft des Willens über die Triebe und die Leidenschaften, nicht im Sinne einer Unterdrückung, sondern einer gezielten und überlegten Nutzbarmachung. Die Mäßigung zügelt die Neigung zu Vergnügungen, ohne die Freude an der Feier eines Festes zu nehmen. Sie lässt die Begierden nicht die Grenzen des Ehrbaren überschreiten, ohne den Wert der Begierden zu negieren. Ja die Mäßigung verhilft erst, aus der Feier eines Festes, und aus den Regungen der Leidenschaften echte und tiefe Freude emporkeimen zu lassen.

Das Einhalten des richtigen Maßes, ist eine Forderung, die alle Lebensbereiche betriff. Auch alle anderen Tugenden sind nur dann Tugenden, wenn sie im rictigen Maß gelebt werden, mit Ausnahme der göttlichen Tugend der Liebe, für die es kein Maß geben kann, da auch Gott unendich ist. Interessanterweise stellt z.B. Thomas von Aquin fest, dass bei den meisten Tugenden das richtige Maß nicht genau in der Mitte zwischen der Übertreibung und dem Mangel liegt. So liegt z.B. das richtige Maß für die Tapferkeit näher bei der Tollkühnheit als bei der Feigheit, das richtige Maß für die Großzügigkeit näher an der Verschwendung, als am Geiz, während das richtige Maß für die Klugheit näher an der übertriebenen Vorsicht als an der Torheit liegt.

Der Mangel an Mäßigung ist die Unmäßigkeit oder Maßlosigkeit, Die Übertreibung der Mäßigung führt zur ängstlichen (oder auch hochmütigen) Knausrigkeit sich selbst gegenüber und zur Prüderie.

Zitate

Literatur und Medien