Ludwig Schwarz

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Ludwig Schwarz SDB (* 4. Juni 1940 in Preßburg) ist seit 6. Juli 2005 Bischof der Diözese Linz. Er ist Nachfolger von Bischof Maximilian Aichern.

Bischof Ludwig Schwarz, Diözesanbischof von Linz

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Ludwig Schwarz wurde als erstes von neun Kindern in Preßburg (Bratislava) geboren, wuchs Schwarz die ersten fünf Jahre in Bruck an der Donau (Most pri Bratislave) auf. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschsprachigen Bewohner von Bruck vertrieben. Nach der zeitweiligen Internierung in einem Lager bei Preßburg kam die Familie Schwarz im Herbst 1945 nach Wien. Hier besuchte Schwarz die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums, ehe er mit 14 Jahren ins Aufbaugymnasium der Salesianer Don Boscos in Unterwaltersdorf (Niederösterreich) wechselte.

Dort entschied er sich schon 1956 für den Ordens-Eintritt, absolvierte sein Noviziatsjahr in Oberösterreich und maturierte 1959. Im Anschluss studierte Schwarz Philosophie an der ordenseigenen Ausbildungsstätte in Unterwaltersdorf und Theologie am Priesterseminar in Klagenfurt und an der Theologischen Hochschule in Benediktbeuern, wo er 1964 zum Priester geweiht wurde. Darüber hinaus absolvierte er das Studium der klassischen Philologie (Latein, Griechisch, alte Geschichte) und der Archäologie an der Universität Wien, wo er 1971 zum Doktor der Philosophie promovierte.

Im Jahr 1969 wurde Schwarz Rektor des Interdiözesanen Seminars für spätberufene Priesteramtskandidaten in Horn ("Canisiusheim") und Provinz-Vikar der österreichischen Salesianerprovinz, im Jahr 1978 wurde er Provinzial der Ordensprovinz mit Sitz in Wien. 1984 erfolgte seine Berufung an die Päpstliche Salesianeruniversität in Rom, wo er auch Direktor des kirchlichen Konviktes "Don Bosco" und ab 1993 Provinzial der römischen Provinz der Salesianer Don Boscos wurde. Von 1985 bis 1999 lehrte Schwarz in Rom klassische und christliche Philologie.

Im Februar 1999 wurde er zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich ("Missio"-Austria) ernannt. Diese Aufgabe übte er bis Februar 2005 aus. Zu seinen weiteren vielfältigen Funktionen zählt u.a. auch der Vorsitz der österreichischen kirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"). Am 15. Oktober 2001 wurde Schwarz von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Simidicca in Tunesien und zum Weihbischof für Wien ernannt. Am 25. November 2001 empfing er von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom die Bischofsweihe. Im März 2015 bestätigte die ÖBK die weitere Verantwortung des Bischofs für die Ordensgemeinschaften.[1]

Verfechter der Versöhnung

Als Heimatvertriebener ist Schwarz ein glaubwürdiger Verfechter der Versöhnung zwischen Deutschsprachigen, Tschechen und Slowaken. 60 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen, als hunderttausende Deutschsprachige ihre Heimat verlassen mussten und Zehntausende dabei ermordet wurden, gelte es, einen Neubeginn in Liebe und Freundschaft zu setzen, bekräftigt der Bischof immer wieder. Besonders freundschaftliche Beziehungen pflegt er zu seinem Heimatdorf Bruck (Most) und seinen Bewohnern. Erst kürzlich, am 3. Juni, war er wieder auf Einladung des Brucker Pfarrers Marian Cerveny in Bruck, wo er einen großen Versöhnungsgottesdienst feierte.

Zur Mission

Als Missionsreferent der Österreichischen Bischofskonferenz weist Schwarz immer wieder darauf hin, dass die Verkündigung des Evangeliums unter allen Völkern und Kulturen der beste Dienst sei, den die Kirche den Menschen leisten könne. Die Verkündigung des Evangeliums sei untrennbar mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden verbunden. Immer wieder prangert der Bischof auch die zunehmende weltweite Kluft zwischen Arm und Reich an und spricht sich vehement dafür aus, dass Österreich seiner vor Jahrzehnten übernommenen Verpflichtung nachkommt, 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden.

Papsttreue

In den ersten ein bis zwei Jahren seiner Amtszeit als Bischof von Linz hat Bischof Ludwig Schwarz immer wieder klar die Verbundenheit mit Rom eingemahnt. Andererseits sorgte allerdings der Fall "Andreas Golatz" und auch eine monatelange Diskussion rund um eine Jugend-CD [1] und ein darauffolgender Kirchenbeitragsboykott für bis heute anhaltende Diskussionen bei den Gläubigen.

"Der Zölibat ist ein brennendes Thema. Jesus Christus hat selbst ehelos gelebt und denen, die für das Reich Gottes arbeiten, die Ehelosigkeit anempfohlen. Es ist gut, den Zölibat zu stärken. Natürlich gibt es auch manchmal Probleme und Schwierigkeiten, und darüber muss ehrlich geredet werden. Der Zölibat ist ein Segen für die Kirche. Aber er ist kein Gebot Gottes, sondern eine weise Empfehlung, die der Herr der Kirche gegeben hat. Grundsätzlich kann man das ändern. Aber das muss der Papst gemeinsam mit allen Bischöfen beschließen. Das kann ich also nicht alleine tun." (vgl. [2])


Vorgänger
Maximilian Aichern
† Bischof von Linz
2005 -
Nachfolger
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Anmerkungen

  1. Kardinal Schönborn ist neuer Medienbischof Kath.net am 6. März 2015
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