Leo Jozef Suenens

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Kardinal Léon-Joseph Suenens

Léon-Joseph Suenens (fläm. Leo Jozef; dt. Leo Joseph) (*16. Juli 1904 in Ixelles † 6. Mai 1996 in Brüssel) war Kardinal-Erzbischof von Mecheln-Bruxelles (1961-1979).

Suenens wurde im Jahr 1927 zum Priester und 1945 profilierter Weihbischof in Mecheln. Als starke Figur auf dem II. Vatikanum bekannt geworden (1962 Miturheber eines "Konzilsplans" mittels seiner Intervention vom 4. Dez. 1962; 1963 Moderator), förderte er zuvor insbesondere die Legio Mariae (gegen Kritik seitens der Katholischen Aktion, der CAJ und auch von Henri de Lubac) und später, seit 1971 die Charismatische Erneuerung und die Fokolar-Bewegung. Im Hl. Jahr 1975 ermöglichte Suenens eine Pfingstwallfahrt der Charismatiker nach Rom, wo sie am Pfingstmontag (19. Mai) erstmals in Papstaudienz willkommen geheißen wurden.

Das starke Einvernehmen zwischen Paul VI. und Suenens geriet 1969-71 in eine Krise, als der Kardinal von Brüssel sich nur sehr zögerlich Humanae vitae anschloss (entgegen seinem eigenen Buch von 1959 hatte er sich schon während des Konzils für eine "Öffnung" in dieser Frage verwendet). Überdies verärgerte er den Papst mehrfach durch Interviews, in denen Forderungen nach "Mitregierung" der Bischöfe erhoben wurden, unter Fehldeutung des Begriffs vom Kollegium der Bischöfe. Der Papst wurde am 30. Oktober 1971 sehr deutlich: Vous créez un esprit mauvais, vous êtes le porte parole d'une tendance mauvaise; Dieu vous jugera très sévèrement. (Declerck-Osaer, S. 76; "Sie erzeugen einen bösen Geist, sie sind Sprecher einer bösen Richtung; Gott wird Sie sehr schwer richten.") Hans Küng hat Suenens das energische Einlenken seit 1971 nie verziehen. Am Ende der "heißen Pase" der crise post-conciliaire wandte sich Suenens der geistlichen Erneuerung zu. Er notierte am 18. Febr. 1972: Le Seigneur nous demande de laisser à d'autres la réforme institutionelle toujours indispensable. Mais il nous oriente vers un autre plan: vers l'animation spirituelle des structures. (Ebd, S. 77: "Der Herr verlangt, andern die immer unverzichtbare institutionelle Reform zu überlassen. Aber er zeigt uns einen andern Plan: hin zur geistlichen Belebung der Strukturen".) Der Papst vertraute dem Kardinal schließlich die volle Integration der "Pfingstler" in das Leben der Kirche an.

Werke

  • Thélogie de l'Apostolat de la Légion de Marie, 1951
  • L'église en état de mission, 1955
  • Un problème crucial: Amour et maîtrise de soi, 1959
  • Vie quotidienne, vie chrétienne, 1961
  • Une nouvelle Pentecôte, 1974
  • Souvenirs et Espérances, 1991
  • Les Imprévus de Dieu, 1993
  • Die Kirche in apostolischem Einsatz: Neue Wege im Apostolat Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1958 (180 Seiten).
  • Maria im Plan Gottes. Kurze Gesamtschau der kirchlichen Mariologie Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz o.J. (167 Seiten).
  • Eine Heldin des Apostolates. Edel-Mary Quinn. Gesandtin der Legion Mariens in Afrika (1907-1944) Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1955 (385 Seiten).
  • Die Kirche in apostolischem Einsatz Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz (180 Seiten).

Literatur

  • E. Hamilton, Suenens: a Portrait, London 1975.
  • K.H. Fleckenstein, Pour l'église de demain. Conversation avec le cardinal Suenens, Paris 1979.
  • J. Grootaers, Von Johannes XXIII. zu Johannes Paul II. Ein Gespräch mit Leo-Joseph Kardinal Suenens, in: Herder-Korrespondenz 34 (1980) 176-182.
  • Leo Declerck-Toon Osaer, Les relations entre le cardinal Montini-Paul VI (1897-1978) et le cardinal Suenens (1904-1996) pendant le concile Vatican II, in: Notiziario dell' Istituto Paolo VI (n. 51), Juni 2006, S. 47-77.

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