Leibliche Werke der Barmherzigkeit

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"Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer" (Mt 9,13)

Leibliche Werke der Barmherzigkeit werden (vor allem und beispielhaft) sieben Tätigkeiten genannt, welche das Mitleiden eines Menschen gegenüber dem Nächsten zum Ausdruck bringen und sich auf den Leib beziehen, während die geistigen Werke der Barmherzigkeit die geistig-seelische Dimension menschlichen Lebens betreffen. Diese Werke sind eine Nachahmung und Weitergabe der göttlichen Barmherzigkeit und Voraussetzung zum Erreichen des Himmelreiches.

Inhaltsverzeichnis

Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit

Die ersten sechs Werke nennt Jesus in seiner Botschaft (Mt 25,34-40 EU). Das siebte, Tote begraben, fügte der Kirchenvater Lactantius (+ 320) hinzu, es bezieht sich auf Tob 1,17 EU.[1]

Unter diesen Werken ist das Almosenspenden an Arme (vgl. Tob 4,5-11; Sir 17,22) eines der Hauptzeugnisse der Bruderliebe; es ist auch eine Gott wohlgefällige Tat der Gerechtigkeit (vgl. Mt 6,2-4)" (KKK, Nr. 2447).

Der heilige Augustinus

Der heilige Augustinus nennt die sieben Werke der Barmherzigkeit als Beispiel: „Du gibst jemandem, der Hunger hat, Brot; gib es ihm von Herzen und nicht mit Gleichgültigkeit, um deinen Mitmenschen nicht wie einen Hund zu behandeln. Wenn du also einen Akt der Barmherzigkeit tust, verhalte dich [so]: Wenn du jemandem ein Brot reichst, versuche, am Leid dessen teilzunehmen, der Hunger hat; wenn du zu trinken gibst, nimm teil am Leid dessen, der Durst hat; wenn du ein Gewand gibst, teile das Leid dessen, der kein Gewand hat; wenn du Gastfreundschaft gewährst, teile das Leid dessen, der Pilger ist; wenn du einen Kranken besuchst, jemanden besuchst, [teile das Leid dessen,] der eine Krankheit hat; wenn du zu einem Begräbnis gehst, erbarme dich des Toten, und wenn du zwischen Streitenden Frieden stiftest, denke an das Leid dessen, der einen Streit hat. Wenn wir Gott und den Nächsten lieben, können wir diese Dinge nicht ohne Erbarmen im Herzen tun" (Augustinus von Hippo, Predigt 358A).[3]

Literatur

  • H. Bauer: Die Kirche als Mutter der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit, Verlag Erziehungs-Verein Donauwörth 1876 (in deutscher Sprache mit gebrochenen Buchstaben=Fraktur; Mit bischöflicher Approbation)
  • Richard Gräf: Selig die Hungernden, Friedrich Pustet Verlag Regensburg 1940 (Mit kirchlicher Druckerlaubnis)
  • Wilhelm Sandfuchs (Hsgr.): Die Werke der Barmherzigkeit, Herder Bücherei Freiburg im Breisgau 1962.
  • Josef Baierlein: Lohn der Barmherzigkeit Erzählung für die Jugend, (Reihe:Jugendbücher Band 6) Josef Habbel Verlag um 1900 (108 Seiten; 2. Auflage).
  • Otto Hätenschwiller: Selig sind die Barmherzigen!. Kanisiuswerk Konstanz, 1927 (49 Seiten).

Weblinks

Anmerkungen

  1. glaube und kirche.de, abgerufen am 5. April 2015.
  2. vgl. ein Beispiel: 
Bischof Gebhard Fürst: Leere Räume des Klosters Weingarten für Flüchtlinge Kath.net am 14 Oktober 2013
  3. aus: Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung: Kirchenväter und die Barmherzigkeit. Jubiläum der Barmherzigkeit 2015-2016. Schwabenverlag 2015, S. 43-43 (86 Seiten; ISBN 978-3-7966-1683-9).
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