Laura Vicuña

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Laura Vicuña

Laura del Carmen Vicuña (* 5. April 1891 in Santiago de Chile; † 22. Januar 1904 in Junin de los Andes, Argentinien) ist eine Selige der Don Bosco-Familie. Sie wurde 1988 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Er nennt sie ein »Loblied der Reinheit, des Opfers und der Kindesliebe«. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 22. Januar.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Laura del Carmen Vicuña wurde als Tochter von José Domingo Vicuña, einem gütigen und tapferen Soldaten und Mercedes Pino am 5. April 1891 geboren. Am 24. Mai des gleichen Jahres wurde sie in der Kirche St. Anna getauft. Die Familie Vicuña zählte zu den angesehensten Familien der Hauptstadt, der auch der erste Erzbischof von Santiago, Emanuel Vicuña entstammte.

In den Wirren des Bürgerkrieges wurde Lauras Vater mit Frau und Tochter von Santiago de Chile in den Süden nach Temuco in die Hochebene der Anden verjagt. Sie flohen jenseits der Anden in das Dorf Quilguihue im argentinischen Neuguén. Im Jahre 1893 starb Vater Vicuña unerwartet. Die Mutter Lauras brachte nach dem Tod ihres Mannes eine zweite Tochter, Julia Amanda, zur Welt. Mit ihren beiden Kindern ging sie nach Junin de los Andes in Argentinien und fand bei dem reichen Gutsbesitzer Manuel Mora Aufnahme, mit dem sie fortan in wilder Ehe zusammenlebte. Aufgrund der illegitimen Verbindung war Mercedes Pino vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.

Um den beiden Töchtern in diesem ungeordneten Verhältnis dennoch eine gute religiöse Erziehung zu gewährleisten, vertraute die Mutter sie am 21. Januar 1900 den Don-Bosco-Schwestern Unserer Lieben Frau, der Helferin der Christenheit (Salesianerschwestern) an, die in Junin de los Andes in Argentinien ein Kolleg eröffneten. Laura zeichnete sich stets durch vorbildhaften Gehorsam aus und wurde bald eine Musterschülerin des Kollegs.

Laura blühte in der neuen Umgebung auf, wo sie zur Schule gehen und ihre angeborene Frömmigkeit zur Entfaltung bringen konnte. Am 2. Juni 1901 empfing sie die Erstkommunion. Sie äußerte bei dieser Gelegenheit – wie der hl. Dominikus Savio drei Vorsätze:

"1. Mein Gott, ich will Dich lieben und Dir dienen mein ganzes Leben lang. Deshalb schenke ich Dir meine Seele, mein Herz, mich selber ganz.
2. Ich will lieber sterben, als Dich durch eine Sünde zu beleidigen. Deshalb will ich mich von allen Dingen fernhalten, die mich von Dir trennen könnten.
3. Ich nehme mir vor, zu tun, was ich weiß und kann, damit Du erkannt und geliebt werdest und ich jene Beleidigungen sühne, die Dir jeden Tag von den Menschen, besonders von meinen Angehörigen angetan werden."

Am 29. März 1902 (Osterfest) erhielt sie durch Bischof Cagliero die Firmung. Am selben Tag bat Laura bei den Don-Bosco-Schwestern um Aufnahme in das Noviziat. Dies wurde ihr jedoch, weil noch zu jung, verweigert. Sie legte daraufhin einige Monate später mit Erlaubnis von Don Crestanello die Ordensgelübde privat ab. Laura blieb weiter bei den Schwestern. Einmal sagte sie: "Für mich ist beten oder arbeiten dasselbe; arbeiten oder spielen, beten oder schlafen ist dasselbe. Ich tue, was man mir befiehlt; ich tue, was Gott will, dass ich es tue; und das ist es, was ich tun will; das ist mein bestes Gebet."[1]

In den Ferien 1902 widersteht Laura den unsittlichen Angriffen von Manuel Mora und kehrt vorzeitig ins Kolleg zurück. Auf die frohe Kindheit des Mädchens warf die ungeordnete Situation der Mutter einen dunklen Schatten. Darum bat Laura Gott oft und inständig, er möge der Mutter die Kraft schenken, ihr Verhältnis zu dem Bauern Manuel Mora in Ordnung zu bringen oder zu lösen. Im April 1902 bot sie Gott ihr Leben an für die Bekehrung ihrer Mutter. Am 8. Dezember wird Laura unter die "Marienkinder" aufgenommen.

Gegen Ende des Jahres 1902 erkrankte das Mädchen. Schwester Azocar, die Laura gepflegt hat, berichtete: „Ich erinnere mich, dass Laura, als ich ihr zum ersten Mal das Ehesakrament erklärte, in Ohnmacht fiel, weil sie durch meine Worte verstanden hatte, dass ihre Mutter sich im Zustand der Todsünde befand, solange sie mit ihrem Mann zusammenblieb. Zu jener Zeit gab es in Junin nur ein einzige Familie, die in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes lebte.“ 1903 muss Laura nun aufgrund ihrer Krankheit das Kolleg für immer verlassen und zieht zu ihrer Mutter nach Quilquihue. Laura kehrte im Oktober 1903 mit ihrer Mutter in ein gemietetes Haus nach Junin zurück.

Allem Anschein nach nahm Gott das Lebensopfer Lauras an. Am 18. Januar 1904 bittet Laura um die Sterbesakramente.

"Wenige Stunden bevor sie stirbt, ruft sie die Mutter zu sich. Dem Sterben nahe ruft sie aus: „Mama, ich werde sterben. Ich habe Jesus darum gebeten. Ihm habe ich mein Leben für die Gnade Deiner Rückkehr angeboten. Mama, werde ich die Gnade haben, Deine Umkehr zu sehen, bevor ich sterbe?“ Erschüttert verspricht die Mutter: „Morgen früh werde ich in die Kirche gehen, um zu beichten.“ Laura sucht darauf den Blick des Priester und sagt ihm: „Pater, meine Mutter verspricht in diesem Moment, jenen Mann zu verlassen. Seien Sie Zeuge dieses Versprechens!“ Dann fügt sie hinzu: „Nun sterbe ich zufrieden!“ Mit diesen Worten hauchte sie im Alter von 13 Jahren am 22. Januar 1904 in Junín de los Andes (Argentinien) in den Armen ihrer Mutter ihr Leben aus, die ihren Glauben wiederfand und der irregulären Beziehung, in der sie lebte, ein Ende setzte."[2] Laura starb voll bewusst beim Angelusläuten am Abend, mit den Worten: "Danke Jesus ... . Während des Totenmesse am 23. Januar empfängt die Mutter die Sakramente. In der Kapelle des Kollegs „Maria Auxiliadora“ in Bahia Blanca, Rondeau 75, in Argentinien, ist Laura begraben.

Seligsprechung

Laura Vicuña

Im Dezember 1955 begann der Informationsprozess der Seligsprechung. 1956 wurden die sterblichen Überreste Lauras nach Bahia in die Kapelle der Don-Bosco-Schwestern übertragen.

Johannes Paul II. sprach Laura Vicuña bei der feierlichen Messe der Seligsprechung am 3. September 1988 in Colle, dem Geburtsort Don Boscos (Turin) selig. In seiner Homilie wies er darauf hin, dass auch in der Lebensgeschichte einfacher, junger Menschen die göttliche Heilsdynamik präsent ist. Für die Heiligkeit gibt es kein bestimmtes Alter ... und wenn die Kirche Laura Vicuña in die Schar der Seligen aufnimmt, will sie nicht nur ein beispielhaftes Mädchen ehren, sondern vor allem den Wert und den Schutz der Kinder, der heranwachsenden Jugend hervorheben. Denn diese haben ein Recht auf Geborgenheit in einer geordneten Familie. Sie haben ein Recht auf eine ganzheitliche menschliche, religiöse und kulturelle Erziehung, die durch das gelebte Zeugnis des Glaubens, der Treue und der Liebe von seiten ihrer Eltern und Erzieher gekennzeichnet ist. In seiner Ansprache sagte er wörtlich: "Die neue Selige, die wir heute ehren, ist eine besondere Frucht der Erziehung, die sie von den Töchtern Mariä Hilfe der Christen erhalten hat und deshalb ein bedeutsamer Teil des Erbes des hl. Johannes Bosco ist. In dieser Atmosphäre lebte und vollendete sich die jugendliche Laura Vicuña, die «eucharistische Blüte von Junin de los Andes, deren Leben ein Loblied der Reinheit, des Opfers und der Kindesliebe» war, wie auf ihrem Grab zu lesen ist. … Die liebenswerte Gestalt der seligen Laura ... lehrt alle, dass man mit Hilfe der Gnade über das Böse triumphieren kann, und dass das Ideal der Reinheit und der Liebe, selbst wenn man es verleumdet und angreift, zuletzt doch strahlen und die Herzen erleuchten wird."

Literatur bzw. Quellen

Weblinks

  • Laura Vicuña beim www.igw-resch-verlag.at von Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch      

Anmerkungen

  1. Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung: Heilige und die Barmherzigkeit, S. 84+85 (siehe Literatur).
  2. “Amoris laetitia”: Klärungsbedarf zur Vermeidung einer allgemeinen Verwirrung Kathnews am 26. April 2016 von Athanasius Schneider.