Lateranverträge

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Die Lateranverträge sind die Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien, die am 11. Februar 1929 zwischen dem Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri (Pius XI.) und Benito Mussolini abgeschlossen worden wurden. Damit wurde der Vatikanstaat gegründet, der ab dieser Zeit eine souveräne internationale Körperschaft ist.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Das Ende des Ersten Weltkriegs bedeutete 1918 auch das Ende einer gesamten Epoche, den Zusammenbruch von Staaten, aus denen zahlreiche andere hervorgingen. Eine neue geo-politische Situation lag vor. Das alles führte zu einer Aufweichung der Fronten zwischen dem italienischen Königreich und dem Heiligen Stuhl und zum Beginn einer Diskussion über die "Römische Frage" („questione romana“). Die zunächst zaghaften Verhandlungen wurden immer intensiver. Sie gipfelten am 11. Februar 1929 im Abschluss der Lateranverträge.

Drei Teile des Vertrages

Die Verträge bestanden aus drei Teilen:[1]

  • Der eigentliche Staatsvertrag anerkannte die Unabhängigkeit und Souveränität des Heiligen Stuhles und gründete somit den Staat der Vatikanstadt.[2]
  • Im Finanzabkommen wurde der Heilige Stuhl für den Verlust des Kirchenstaates mit insgesamt 1,75 Mrd. Lire entschädigt; außerdem wurden ihm auch außerhalb der Vatikanstadt Kirchen und Paläste als Besitz zugestanden. Dazu gehören unter anderem die Sommerresidenz in Castel Gandolfo, die Basiliken St. Johann im Lateran mit dem Lateranpalast, St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore, der Palast der Cancelleria, das Barockgebäude der Propaganda Fide auf der Piazza di Spagna sowie zahlreiche andere Immobilien im römischen Stadtgebiet.
  • Das Konkordat regelte die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Italienischen Staat.

Im Vertrag war auch festgelegt, dass der winzige Vatikanstaat eine Flagge, Hymne und ein Münzsystem haben sollte und in der eigenen zentralen Post Briefmarken herausgeben kann.

Im Jahr 1949 wurden die Lateranverträge Teil der Verfassung der Italienischen Republik. Im Jahr 1984 wurden sie einer Revision unterzogen, unter Garantie der gegenseitigen Unabhängigkeit und Souveränität, mit der freien Wahl des Religionsunterrichtes und dem Schutz der Kirchengüter. Im gleichen Jahr fügte die UNESCO den Vatikan in ihre Liste als Weltkulturerbe ein.

Die Lateranverträge 1929

Lateranverträge 1929 (Wortlaut)

Quelle: Osservatore Romano am 27. Februar 2009, S. 5+6.

Anmerkungen

  1. Die Lateranverträge in drei Teilen
  2. Der Staatsvertrag
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