Laetamur admodum (Wortlaut)

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Enzyklika
Laetamur admodum

unseres Heiligen Vaters
Pius XII.
Mahnung zum Gebet um Frieden für Polen, Ungarn und den mittleren Osten.
1. November 1956
(Offizieller lateinischer Text AAS 48 [1956] 745-748)

(Quelle: Herder-Korrespondenz Herder Verlag Freiburg im Breisgau, 11. Jahrgang, Heft 3, Dezember 1956, S. 120-121)
Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


Mit großer Freude haben Wir erfahren, dass nicht nur der Episkopat der katholischen Welt, sondern auch der übrige Klerus und das christliche Volk auf Unsere in einem jüngst veröffentlichten Rundschreiben (Luctuosissimi eventus) geäußerten väterlichen Mahnungen allgemein und freudig eingegangen sind und öffentliche Bittgebete zum Himmel um Erbarmen gerichtet haben. Daher sagen Wir Gott unaufhörlich von Herzen Dank, dass er diese Bitten, zumal die der Kinder, erhört hat und den Völkern Polens und Ungarns endlich ein neuer Tag des Friedens in Gerechtigkeit aufzuleuchten scheint. Mit nicht geringerer Freude haben Wir erfahren, dass Unsere geliebten Söhne, die Kardinäle Stefan Wyszynski, Erzbischof von Gnesen und Warschau, und Joseph Mindszenty, Erzbischof von Esztergom, die von ihren Sitzen entfernt worden waren, in ihre ehren- und verantwortungsvollen Stellen wiedereingesetzt und von einer jubelnden Volksmenge empfangen worden sind, nachdem ihre Unschuld und die Unrichtigkeit der gegen sie erhobenen Anklagen anerkannt worden sind.

Das wird, so vertrauen Wir, ein Vorzeichen für die friedliche Neuordnung beider Staaten auf Grund gesünderer Prinzipien und besserer Gesetze sein, durch die auch vor allem die Rechte Gottes und der Kirche gewahrt werden. Darum wenden Wir Uns von neuem an alle Katholiken jener Nationen, sie möchten ihre Kräfte einmütig zusammenschließen und sich um ihre Oberhirten scharen, um alles daranzusetzen, dass dieses heilige Anliegen gefördert und gefestigt werden kann, ein Anliegen, das nicht übergangen oder vernachlässigt werden darf, soll ein dieses Namens würdiger Friede zustande kommen.

Doch während Unser Herz noch zittert, zeichnet sich bereits eine andere furchteinflößende Situation vor Uns ab. Wie ihr, Ehrwürdige Brüder, wisst, werden die Fackel einer neuen kriegerischen Aktion drohend im Mittler, Orient geschwenkt, nicht weit vom Heiligen Lande, wo die Engel vom Himmel herabstiegen und, über der Wiege des göttlichen Kindes schwebend, Friederi den Menschen guten Willens verkündeten (vgl. Luk. 2, 14). Was können Wir, die Wir alle Völker mit väterlicher Liebe umfassen, anders tun, als zum Vater der Erbarmungen un Gott allen Trostes (vgl. 2 Kor. 1, 3) flehentliche Bitten erheben und euch alle ermahnen, eure Gebete mit den Unsern zu vereinen? Denn "die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig in Gott" (2 Kor. 10, 4). Unsere Hoffnung ruht einzig auf dem, der mit seinem himmlischen Licht den Geist der Menschen erleuchten und ihre verzweifelten Absichten in gemäßigtere Pläne umwandeln kann, so dass sich eine gerechte Ordnung zwischen den Völkern zum größeren allseitigen Nutzen und unter Wahrung der rechtmäßigen Ansprüche aller Interessierten festigen kann. Mögen doch alle, und besonders die, in deren Händen das Los der Völker liegt, daran denken, dass durch Krieg niemals etwas dauerhaft Gutes entstehen kann, sondern nur eine unendliche Kette: von Unglück und Not. Nicht durch Waffen, nicht durch Gemetzel, nicht durch Zerstörungen können die Streitfragen zwischen den Menschen gelöst werden, sondern nur durch Vernunft, Recht, Klugheit und Billigkeit.

Sooft sich verantwortungsbewusste Menschen, die dem Frieden dienen wollen, um einer solchen Sache willen zusammenfinden, werden sie, wenn sie an die furchtbaren Folgen eines Krieges denken, der aus einer kleinen Flamme zu einem unabsehbaren Brand werden kann, zweifellos die Pflicht fühlen, die Wege der Gerechtigkeit einzuschlagen, nicht aber die abschüssigen Pfade der Gewalt.

Dies möchten Wir in diesem gefahrvollen Augenblick insbesondere denen zu bedenken geben, die die Staaten lenken; und Wir können nicht daran zweifeln, dass es ihnen ganz klar ist, dass Uns kein anderer Gedanke dazu veranlasst als die Sorge um das gemeinsame Wohl aller und jene gemeinsame Wohlfahrt aller, die niemals durch Vergießen von Bruderblut gewonnen werden kann.

Da Wir nun, wie Wir sagten, Unsere Hoffnung vor allem in die Vorsehung und die Barmherzigkeit Gottes setzen, ermahnen Wir euch, Ehrwürdige Brüder, wieder und wieder, nicht aufzuhören, zu jenem Gebetskreuzzug aufzurufen, auf dass der höchste Gott auf die Fürbitte der Jungfrau und Gottesgebärerin Maria die Gnade gewähren möge, dass die Kriegsgefahr vorübergeht, die feindlichen Nationen ihre Streitigkeiten gütlich beilegen und auf der ganzen Erde die geheiligten Rechte der Kirche, die ihr göttlicher Stifter ihr verliehen hat, zum allgemeinen Heil unversehrt bewahrt werden und "alle Völker, die durch das Unheil der Sünde entzweit sind, sich seiner, milden Herrschaft unterwerfen" (Oration des Christkönigsfestes).

Indessen erteilen Wir euch allen, Ehrwürdige Brüder, und den euch anvertrauten Herden, die gewiß diesen. Unsern wiederholten Ermahnungen mit euch zusammen Eifer nachkommen werden, als Vermittler himmlischer Gaben und Zeugnis Unseres väterlichen Wohlwollen von ganzem Herzen den Apostolischen Segen.

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