La pietà dei fideli

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Ansprache
La pietà dei fideli

unseres Heiligen Vaters
Pius XII.
an Neuvermählte
über den Wert des kostbaren Erlöserblutes

3. Juli 1940

(Quelle: Ansprachen Pius XII. an Neuvermählte, Josef Habbel Verlag Regensburg 1950, S. 51-56, Übersetzt und eingeleitet von DDr. Friedrich Zimmermann. Imprimatur Regensburg, den 11. Juli 1949 J. Franz, Generalvikar; Download).

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Die Frömmigkeit der Gläubigen weiht den Monat Juli dem kostbaren Blut unseres Herrn Jesus Christus, zu dessen Ehre die Kirche am ersten Tage dieses Monats ein feierliches liturgisches Fest begeht. Aus diesem Anlass, der jeder christlichen Seele teuer ist, möchten Wir denn heute davon kurz zu euch sprechen. In einer Stunde unmenschlicher Kämpfe, in der Menschenblut in der Welt in Strömen fließt, möge die Betrachtung der Wunder des göttlichen Blutes, das aus reiner Liebe vergossen wurde und eine unerschöpfliche Quelle der Versöhnung und des Friedens ist, eure Herzen stärken und eure Seele mit Hoffnung erfüllen!

Ihr kennt gewiss den unendlichen Preis des Erlöserblutes; ihr wisst auch, dass einige Kirchen oder Kapellen sich rühmen, einige Reste oder Spuren davon zu besitzen, wie jene, die in der Scala Santa (Heilige Stiege [in Rom]) verehrt werden; ihr wisst vor allem, dass im Tabernakel unter der Gestalt der Hostie das wirkliche Blut selbst ist mit Leib und Seele und der Gottheit des Erlösers. Bei der Anbetung dieses erhabenen Sakramentes habt ihr des öfteren mit der heiligen Liturgie wiederholt: "Pange lingua, gloriosi -Corporis mysterium -Sanguinisque pretiosi": "Preis, o Zunge, das Geheimnis - dieses Leibs voll Herrlichkeit - und des unschänbaren Blutes" -, und nicht wenige unter euch haben, so hoffen Wir, vorgestern das Fest des kostbaren Blutes mit einer andächtigen Kommunion gefeiert. Diesen Ausdruck hat zuerst der heilige. Petrus gebraucht, als er an die Christen seiner Zeit schrieb: "Ihr wisst, dass ihr erkauft worden seid nicht um den Preis von vergänglichem Gold oder Silber..., sondern durch das kostbare Blut Christi als des unbefleckten und makellosen Lammes" (1 Petr. 1, 18-19), und er ist seitdem immer gebraucht worden in frommen Gebeten, wie in dem Vers des Tedeum, der kniend gebetet wird: "Te ergo quaesumus, tuis famulis subveni, quos pretioso sanguine redemisti" - "Dich also bitten wir, komm deinen Dienern zu Hilfe, die du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast".

Es ist wohl natürlich, dass jeder Mann sein Blut achtet als ein Gut von großem Wert; es hat in der Tat die Aufgabe, den verschiedenen Geweben den körperlichen Nährstoff und den Sauerstoff zu liefern, während die weißer Blutkörperchen den Organismus gegen die Bakterien schützen. Eine der ersten Sorgen der Eltern besteht also darin ihren Kindern ein Blut zu schenken, das nicht verdorben noch entwertet ist von inneren Krankheiten oder äußeren Ansteckungen oder fortschreitender Entartung. Doch denk daran, dass, wenn ihr die Kinder die Erben eures Blute nennt, ihr etwas Höheres im Sinne haben müsst als die rein leibliche Abstammung. Ihr seid, und eure Kinder müssen es sein, die Keimzellen von Heiligen, gemäß der Worte des Tobias an seine junge Braut: "Wir sind Kinder der Heiligen" (Tob. 8, 5) d. h. von Menschen, die geheiligt und der göttlichen Natur teilhaftig geworden sind mittels der übernatürlichen Gnade. Der Christ ist kraft der Taufe, die ihm die Verdienste des göttlichen Blutes zugeteilt hat, Kind Gottes, einer von jenen, die nach eine Worte des Evangelisten Johannes "an seinen Namen glauben, die nicht auf dem Wege des Blutes, noch durch den Willen des Fleisches, noch durch den Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind" (Joh. 1, 12-13). Wenn drum in einem Volke von Getauften gesprochen wird von der Vererbung des väterlichen Blutes auf die Nachkommen, die nicht wie vernunftlose Tiere, sondern als Menschen und Christen leben und sterben sollen, dann darf man den Sinn jener Worte nicht einschränken auf ein rein biologisches und körperliches Element, sondern muss ihn ausdehnen auf das, was gleichsam die nährende Flüssigkeit des intellektuellen und geistigen Lebens ist, das Erbe an Glauben, Kraft und Ehre, das von den Eltern ihren Kindern übertragen wird und das tausend Mal wertvoller ist als das Blut, das in ihren Adern fließt, mag dieses auch noch so reich sein.

Die Glieder einer vornehmen Familie rühmen sich, von erlauchtem Blut zu sein; und dieser Glanz, der auf den Verdiensten der Ahnen beruht, bringt den Erben wohl mehr als bloß materielle Vorteile. Aber alle jene, die die Gnade der Taufe empfangen haben, können "Fürsten des Blutes" genannt werden, eines Blutes nämlich, das nicht nur wirklich, sondern göttlich ist. Flößt denn, geliebte Neuvermählte, den Kindern, die Gott euch schenkt, "eine solche Achtung vor diesem übernatürlichen Adel ein, dass sie bereit sind, eher alles zu leiden als einen so kostbaren Schatz zu verlieren.

Um ihn noch besser zu würdigen, denkt an die Wohltat, die er euch bringt. Ihr kennt die Geschichte des ersten Ostern im Alten Bund; ihr wisst: Als Gott seinen Engel schickte, die Erstgeborenen der Ägypter zu töten, befahl er den Kindern Israels, ein fehlerloses Lamm zu schlachten und mit dessen Blute die Türen Ihrer Häuser zu besprengen; wenn der Engel dieses Zeichen sehe, werde er vorübergehen und die Kinder des auserwählten Volkes schonen (Ex 12). Die gesamte Überlieferung, angefangen von den Aposteln und Vätern, sieht in diesem Lamm das Bild Christi, der sich am Kreuze opferte, damit die Menschen, bezeichnet mit seinem Erlöserblut, vom ewigen Tode errettet würden. Wie rein auch das Blut des Osterlammes war, so wollte Gott im Alten Bunde die Vergießung seines Blutes zur Huldigung nur annehmen als vorläufiges Opfer. Ganz anders ist es mit dem menschlichen Blut wegen seiner wertvollen Aufgabe und seines sinnbildlichen Wertes. Schuldbar vergossen, schreit es um Rache zu Gott wie das Blut des Abel (Gen 4, 10). Hingegen aus Liebe zu anderen vergossen, stellt es den höchsten Liebesakt dar (Joh 15, 13), jenen, den Christus für uns erfüllt hat. Gerade weil das Blut der Opfertiere nicht imstande war, die Sünden der Welt hinwegzunehmen, ist das Wort Fleisch geworden, um sich selbst dem Vater als Opfer der Anbetung und Sühne darzubringen (Hebr 10); in voller Freiheit (Jes 53, 7; Joh 10, 17-18) hat er sein Leben hingegeben, sein Blut vergossen zum Loskauf der sündigen Menschheit.

Diese Vergießung des Erlöserblutes begann acht Tage nach seiner Geburt im heiligen Ritus der Beschneidung des Herrn, setzte sich Später fort in den schmerzlichen Stunden seiner Passion, in der Bitterkeit der Todesangst in Gethsemane, unter den Geißelschlägen und der Dornenkrone im Vorhof, wurde endlich vollendet auf Kalvaria, wo sein Herz durchbohrt wurde, um immer für uns geöffnet zu bleiben. Das Blut, das Christus so beim Opfer vergoss und das aus ihm den "Mittler des Neuen Bundes" machte, wie der heilige Paulus sagt, spricht "lauter als Abels Blut" (Hebr. 12, 24): hier übertönt die Stimme der Gnade die der Sünde, denn der Schrei des Erbarmens und der Versöhnung kommt vom Gottmenschen.

Erneuert denn, geliebte Söhne und Töchter, in euren Herzen die segensreiche Andacht zum kostbaren Blute; das Zeichen, das euch bei der Taufe eingeprägt wurde, ist, wie ihr wisst, unauslöschlich. In der Natur sogar scheint vergossenes Blut an den. Händen des Verbrechers zu kleben, wie das Verbrechen und der Vorwurf sich in sein Gewissen bohren: die Poesie und die dramatische Kunst haben diese zähe Beharrlichkeit zu eindrurkvollsten Wirkungen gestaltet; und vergebens wusch sich Pilatus vor dem Volke die Hände, dass er das Todesurteil des Gerechten unterzeichnet hatte (Mt. 27, 24); bis zum Ende der Zeiten wird diese Befleckung mit göttlichem Blut unauslöschlich in seinem Gedächtnis haften: "Gelitten unter Pontius Pilatus."

Von euch hängt es ab, christliche Brautleute, ob das Blut Christi in euren Seelen und in den Seelen eurer Kinder zum Ruf der Gnade oder zum Schrei der Rache wird. Wenn ihr seine Spur immer lebendig in seiner ursprünglichen Frische leuchtend bewahrt, dann spricht es nur von Erlösung und Erbarmen, aber wenn es verdunkelt und befleckt wird vom Schmutz der Sünde, verwandelt es sich in ein Zeichen der Verdammung. Aber auch dann bleibt euch noch eine rettende Zuflucht: nach euren Sünden, auch wenn sie zahlreich wären, könnt ihr immer mit aufrichtiger Reue von neuem euer Taufkleid im Blute des Lammes waschen (vgl. Geh. Off. 1, 5; 7, 14), das in den Sakramenten der Buße und Eucharistie unaufhörlich für euch fließt. So wird dieses Zeichen, wenn es voll bewahrt oder demütig und mutig wiedererobert wird, euer Schutz sein, wenn der Engel der göttlichen Gerichte an euch und euren Nachkommen vorübergeht. Auch ihr könnt von jetzt an und für die ganze Zeit eures Lebens jenen Ruf euch zu eigen machen als Ruf der Liebe, der einst ein Schrei des Hasses der Juden war: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" (Mt. 27, 25). "Herr Jesus!" könnt ihr beten, "der du dein kostbares Blut für alle Sünder vergossen hast, gib, dass es in Gnaden der Erlösung auf uns komme, auf alle, die uns teuer sind, und besonders auf jene, welche die Erben unseres Blutes sind, wenn es so dein Wille ist!"

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