Lüge

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Die Lüge ist ein Mangel an Wahrhaftigkeit. Falsche Aussagen können auch auf Irrtum beruhe. Eine Aussage, die bewusst und absichtlich etwas anderes ausdrückt als der Sprechende denkt, ist immer unerlaubt, wenn davon die Beziehung zum Adressaten berüphrt ist. Mag es sich um eine Scherzlüge (zur Unterhaltung) oder um Notlüge (zum eigenen oder fremden Vorteil) oder um Schadenlüge handeln: Gerade dann, wenn das Aussprechen der Wahrheit keine "Schwierigkeiten" macht (also auch beim Ausschmücken oder Weglassen von Tatsachen), ruft das Sittengesetz zur Wahrhaftigkeit auf. Als falsches Zeugnis ist die Lüge explizit ein Verstoß gegen das 8. Gebot des Dekalogs, im übrigen im weiteren Sinne.

Der Teufel wird in der Bibel auch als der Vater der Lüge bezeichnet (Joh 8,44).

Inhaltsverzeichnis

Wahrhaftigkeit

Die Lüge widerspricht dem inneren Sinn des Sprechens. Sie verstößt gegen die Wahrheit und die Gerechtigkeit, sät Misstrauen und Entfremdung und bringt auch Zwiespalt in den Menschen selber, der lügt. Deshalb haben unverdorbene Menschen eine natürliche Abscheu vor der Lüge; Kinder erröten oder meiden den Blick ihrer Eltern, wenn sie eine Lüge gesagt haben. Die alten Griechen haben in der Wahrhaftigkeit einen Zug der Gottähnlichkeit erblickt.

Von der Lüge zu unterscheiden sind die irrigen (d.h. unbewusst unwahren) Aussagen, sowie alle Redewendungen, die zwar irreführen können, aber aus den Umständen, aus dem Zusammenhang, aus landläufigen Gebräuchen ihre richtige Deutung bekommen (z.B. dichterische, sinnbildliche Ausdrücke, Höflichkeitsformen und dergleichen). Die Grenze zur Lüge wird mitunter (aber nicht immer) schon überschritten, wenn sich der Redende für den Hörer erkennbar "windet", also signalisiert, dass er eine Wahrheit nicht sagen will. Jedoch ist dies im modernen Zusammenleben oft (aber eben nicht immer) "erzwungen". Manchmal ist auch der Bereich echter Privatsphäre berührt, über die man aus Gründen der Selbstachtung nicht Auskunft geben darf.

Tugendstreben

Doch wird bei zunehmendem Tugendstreben die Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit alle äußern Formen des Lebens erfassen, so dass der wahrhaftige Mensch auch in alltäglichen Umgangsformen so spricht und sich so gibt, wie er innerlich denkt und gesinnt ist.

Eine Lüge durch Handlungen ist die Verstellung (lat.; simulatio). Dabei werden durch äußeres Verhalten oder Tätigkeiten andere Absichten und Gesinnungen vorgetäuscht, als sie innerlich da sind. Eine Unterart der Verstellung ist die Heuchelei (hypocrisis), indem jemand äußerlich Tugend vortäuscht, die er innerlich nicht besitzt (Scheinheiligkeit).

Untersagt sind gemäß dem Katechismus der Katholischen Kirche:

  • Das falsche Zeugnis,
  • der Meineid,
  • die Lüge,
  • das vermessene Urteil,
  • die üble Nachrede,
  • die Diffamation,
  • die Verleumdung,
  • die Schmeichelei,
  • die Lobhudelei,
  • die Gefälligkeit.

Zu Lüge gehört die Notlüge und auch teilweise Statistiken.

Zitate

  • Eine Verfehlung gegen die Wahrheit verlangt Wiedergutmachung, wenn sie anderen Schaden zugefügt hat. (KKKK S. 181)
  • Die Lüge ist der unmittelbarste Verstoß gegen die Wahrheit. (KKK 2483)
  • Niemand ist sittlich berechtigt, eine falsche Aussage zu machen. (KEK Bd. 2 S. 447)

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