Kibeho

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"Mutter des Wortes" in Kibeho

Kibeho ist ein Ort in Ruanda, an dem Erscheinungen der Gottesmutter an drei Mädchen vom 28. November 1981 bis 28. November 1989 stattfanden. Diese rief die Menschen zu Umkehr, Buße und Gebet auf. Die Jungfrau Maria erschien im November 1981 als „Nyina wa Jambo“, was in der einheimischen Sprache soviel bedeutet wie „Mutter des Wortes“. Kibeho ist der einzige vom Heiligen Stuhl anerkannte Erscheinungsort auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Pilger kommen aus ganz Afrika und von anderen Kontinenten hierher. Es ist die erste Marienpilgerstätte in Afrika. Kibeho war früher ein armes Bauerndorf, das auch vielen Ruandern unbekannt war. Die Pfarrei Kibeho in der Diözese Gikongoro wurde 1934 gegründet.

Kibeho liegt im gebirgigen Südwesten des Staates Ruanda, im heutigen Regierungsbezirk von Nyaruguru, 162 Kilometer von der Hauptstadt des Staates Kigali und 20 km von der Grenze zu Burundi entfernt. Der Ort liegt in 1900 Metern Höhe. Es wird nicht wärmer als 24 C° und die Temperatur sinkt nicht unter 15 C° in der Nacht. 60 % der Ruander sind katholisch. Die Bevölkerung besteht fast zu 100 % aus Christen. Es haben bis zum Jahr 2016 acht Ordensgemeinschaften angesiedelt und es gibt in der kleinen Diözese von Kibeho jährlich 60 Priesterberufungen.

Inhaltsverzeichnis

Die Erscheinungen

Die Erscheinungen waren angekündigt und öffentlich. Sie dauerten teilweise 4-5 Stunden. Die Seher wurden medizinisch und theologisch überprüft. Sie waren in vollständiger Ekstase, wurden nicht durch brennende Kerzen verwundet, durch Stecknadeln, die in die Haut gepikst wurden oder durch Lichteinfall in der Iris beeinflusst. Die Mädchen gaben stundenlange Katechesen, wobei diese eine Wiederholung der Worte der Gottesmutter waren. Die Worte wurden in der ruandesischen Sprache aufgeschrieben. [1]

Kirchliche Anerkennung

Am 15. August 1988 erlaubte der Bischof Jean-Baptiste Gahamanyi der Diözese Butare die öffentliche Verehrung an den marianischen Stätten von Kibeho und gab ihr den Namen "Unsere Liebe Frau der Schmerzen".[2] Die Erscheinungen in Kibeho wurden von der Katholischen Kirche offiziell am 29. Juni 2001 anerkannt, nachdem eine medizinische und eine theologische Kommission, die vom Ortsbischof einberufen wurden, sich 20 Jahre lang mit den Ereignissen befasst hatten. Dabei wurden jedoch nur drei Seher offiziell anerkannt: Alphonsine Mumureke, Nathalie Mukamazimpaka und Marie Claire Mukangango. Das Heiligtum wurde offiziell am 3. Juni 2003 anerkannt und am 31. Mai 2003 vom damaligen Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Crescenzio Sepe, eingeweiht.[3] Am 21. Juli 2010 wurde der Erscheinungsort vom Heiligen Stuhl approbiert.[4]

Unter den Aspekten, die die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen von Kibeho untermauern, sind vor allem die „Unterredungen“ der Seherinnen mit unserer (lieben) Frau zu nennen, insbesondere die Klarheit der Botschaft selbst. Es gab zahlreiche Erscheinungen in Kibeho, und die Zeitspanne, in der sie sich ereigneten war sehr lang. Die wesentlichen Elemente der Botschaft wurden jedoch während der ersten zwei Jahre der Erscheinungen gegeben, d.h. vor Ende des Jahres 1983. Die Heilige Jungfrau teilte ihren Seherinnen verschiedene Botschaften mit, die sich allerdings nie gegenseitig widersprachen. In ihnen sind unschwer mehrere übereinstimmende Punkte zu erkennen. Nachfolgend sollen sie in einem kurzen Überblick dargestellt werden. Allgemein kann die Botschaft in folgende Punkte zusammengefasst werden:[5]

Elemente der Botschaft von Kibeho

Alphonsine Mumureke (*1965)
Nathalie Mukamazimpaka (*1964)
Marie Claire Mukangango (*1961)

1. Ein dringender Appell zu Reue (Buße) und Bekehrung der Herzen: „Bereut, bereut, bereut!“
„Kehrt um, solange es noch Zeit ist.“

2. Eine Einschätzung des moralischen Zustandes der Welt:

„Die Welt verhält sich sehr schlecht.“
„Die Welt rennt ins Verderben, sie droht in den Abgrund zu fallen (in die Hölle zu stürzen)“, mit anderen Worten, „sie ist in unzählige und unverminderte Katastrophen gestürzt (getaucht, verstrickt).“
„Die Welt begehrt gegen Gott auf, sie begeht zu viele Sünden, sie hat weder Liebe noch Frieden.“
„Wenn ihr nicht bereut und eure Herzen nicht bekehrt, werdet ihr in den Abgrund (in die Hölle) stürzen.“

3. Der tiefe Schmerz der Muttergottes

Die Seherinnen erzählten, sie hätten die Jungfrau Maria am 15. August 1982 weinen sehen. Die Muttergottes war sehr traurig wegen des Unglaubens und der Unbußfertigkeit der Menschen. Sie klagte über unseren schlechten Lebenswandel, der sich in zügellosen Gewohnheiten, dem Gefallen am Bösen und fortgesetzter Missachtung der Gebote Gottes zeigt.

4. „Glaube und Unglauben werden unbemerkt kommen.“

Diese geheimnisvollen Worte wurden von Maria zu Beginn der Offenbarungen wiederholt gegenüber Alphonsine ausgesprochen. Sie wurde dazu aufgefordert, sie den anderen Leuten gegenüber zu wiederholen.

5. Das Leiden, das rettet:

Dieses Thema ist das wichtigste unter den Offenbarungen von Kibeho, insbesondere für Natalie Mukamazimpaka. Leiden, das unvermeidlich in diesem Leben ist, ist notwendig für Christen, um die Ewige Herrlichkeit zu erlangen. Am 15. Mai 1982 sagte Maria zu ihren Seherinnen, speziell zu Natalie, „Niemand wird in den Himmel kommen ohne Leiden.“, bzw. „Ein Kind Mariens weigert sich nicht, zu leiden.“ Leiden ist gleichermaßen bedeutsam zur Sühne für die Sünden der Welt als auch Teilhabe an den Leiden Jesu und Mariens zur Rettung der Welt. Die Seherinnen wurden durch diese Ansprache eingeladen, ein besonderes Leben zu führen, in dem sie Leiden durch den Glauben in Liebe annehmen, sich selbst abtöten und Freuden entsagen zur Bekehrung der Welt. So gesehen ist Kibeho ein Mahnzeichen an die Bedeutung des Kreuzes im Leben eines Christen und der Kirche.

6. „Betet allezeit und aufrichtigen Herzens“:

Die Menschen beten nicht, und diejenigen, die es tun, tun es nicht wie sie sollen. Maria bittet die Seherinnen, stellvertretend für die ganze Welt zu beten, andere beten zu lehren und für diejenigen zu beten, die selbst nicht beten. Maria bittet uns, mit größerer Hingabe und Reinheit des Herzens zu beten.

7. Marianische Frömmigkeit – die sich ausdrückt im aufrichtigen und regelmäßigen Gebet des Rosenkranzes.

8. Der Rosenkranz der sieben Schmerzen der Jungfrau Maria:

Die Seherin Marie Claire Mukangango sagte, sie habe Offenbarungen über den Rosenkranz der Sieben Schmerzen der Jungfrau Maria empfangen. Die Selige Jungfrau liebt diesen Rosenkranz. Weithin bekannt in der Vergangenheit, ist er in Vergessenheit geraten. Die Muttergottes von Kibeho verlangt nach seiner Erneuerung und Verbreitung in der ganzen Kirche. Dennoch ersetzt dieses Gebet nicht den Heiligen Rosenkranz.

9. Maria wünscht, dass ihr eine Kapelle erbaut werde – als Zeichen der Erinnerung an ihre Offenbarungen in Kibeho. Dieses Thema erscheint in den Offenbarungen vom 16. Januar 1982 und kehrt während des ganzen Jahres mit weiteren Ergänzungen wieder.

10. Betet allezeit für die Kirche, wenn (da) in den kommenden Zeiten viele Leiden über sie hereinbrechen. Dies sagte Maria zu Alphonsine am 15. August 1983 und am 28. November 1983.

Jede der Seherinnen bekam eine besondere Botschaft oder Auftrag von der Gottesmutter: Alphonsine Mumureke solle für Familien und die Kirche beten. Natalie Mukamazimpaka bete für die Welt, für die Seelen im Fegefeuer und solle mit Liebe die Leiden annehmen, die Jesus und Maria helfen, die Welt zu retten. Marie Claire Mukangang solle den Rosenkranz der sieben Schmerzen Mariens beten und andere lehren ihn zu beten.[6]

In Erscheinungen bat die Jungfrau Maria Natalie Mukamazimpaka für die Sühne der Welt zwei Wochen zu fasten. Sie sollte sich ausschließlich vom Wort Gottes und von der heiligen Eucharistie ernähren. Mediziner konnten sich nicht erklären, wie das besonders in Afrika möglich sein sollte. Ihre Kehle war ausgetrocknet und wund. Nach acht Tagen durfte sie Weihwasser trinken. Die Ärzte hielten sich bereit in letzter Minute einzuschreiten, aber Natalie blieb bei bester Gesundheit.[7]

Die Muttergottes warnte vor dem Blutvergießen

Bereits 1981 wurden die drei jungen Mädchen von der Gottesmutter vor einem Völkermord gewarnt.[8] 1989 kam es zu einer Vision, die bald Wirklichkeit wurde: Die Mädchen sahen einen Strom von Blut; Menschen, die einander töteten; zahllose unbegraben zurückgelassene Leichen, abgetrennte Köpfe … Ab April 1994 ereignete sich dann das Blutvergießen in Ruanda. Innerhalb weniger Wochen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa Dreiviertel der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit. Mehr als eine halbe Million Menschen verloren ihr Leben. In der Nähe von Kibeho geschah ein Massaker, bei dem 1995 in einem Lager für Binnenflüchtlinge 8000 Menschen bestialisch getötet wurden. In nur drei Monaten fielen diesem Massenmord 800 000 Menschen zum Opfer, darunter drei Bischöfe, 400 Priester und Ordensleute. Die Seherin Marie Claire Mukangango wurde ebenfalls bei dem Massaker getötet.

Radio Maria in Kibeho

Mit Hilfe der Radio Maria Weltfamilie und auch durch Spenden vor dem Jahr 2016, wurde ein Landstück in günstiger Lage erworben, etwa 400 Meter vom Heiligtum in Kibeho entfernt. Vom 11. -13. Mai 2016 veranstaltete Radio Horeb ihren 4. "Mariathon" mit dem Schwerpunkt des Aufbaus einer Sendestation von Radio Maria in Kibeho: für die Errichtung des Gebäudes, Material für die Tonfrequenz, Einrichtungsgegenstände und alles, was notwendig ist, um die Aktivität aufzunehmen. Die Kosten wurden auf ca. 450 000 € geschätzt und tatsächlich in diesen Tagen gespendet.
Jean Paul Kayihura war Präsident von Radio Maria Ruanda und wurde Kontinentalvertreter der Weltfamilie von Radio Maria in Afrika.

Literatur

  • Immaculée Ilibagiza mit Steve Erwin: Die Erscheinungen von Kibeho. Maria spricht zur Welt aus dem Herzen Afrikas Media Maria Verlag 2017 (Geb., 256 Seiten; ISBN: 978-3-9454013-3-0).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Pastor Peter Meyer in einem Vortrag bei Radio Horeb im November 2016
  2. Das Heiligtum „Unserer Lieben Frau der sieben Schmerzen“ von Kibeho bei Gloria-TV.
  3. AFRIKA/RUANDA - Zur Erinnerung an die erste Erscheinung der Gottesmutter von Kibeho findet ein Jubeljahr statt Montag, 6 November 2006.
  4. Das Heiligtum „Unserer Lieben Frau der sieben Schmerzen“ von Kibeho bei Gloria-TV.
  5. Radio Horeb, abgerufen am 28. Mai 2016
  6. Youtube-logo.png Ruanda - Kibeho - Kirche in Not, Österreich (23. Februar 2012) (Länge: 49:33 Min.) (ab min.: 23)
  7. Youtube-logo.png Ruanda - Kibeho - Kirche in Not, Österreich (23. Februar 2012) (Länge: 49:33 Min.) (min.: 32:50 bis 35)
  8. Artikel bei kirche-in-not.de
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