Katherine Maria Drexel

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mutter Katharine Maria Drexel

Katharine Maria Drexel (* 26. November 1858 in Philadelphia, USA; † 3. März 1955 in Cornwells Heights, USA) war eine amerikanische Ordensschwester und ist eine Heilige. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 3. März. Dies ist ein nicht gebotener Gedenktag in den USA und und der Diözese Feldkirch.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Familie

Katharine wurde als zweites Kind des wohlhabenden Bankiers Francis Anthony Drexel und seiner Frau Anna geb. Langstroh in Pennsylvania geboren. Die Mutter starb einen Monat nach der Geburt Katherines. Der Vater heiratete nochmals, um seinen beiden Töchtern Elisabeth und Katherine wieder eine gute Stiefmutter zu geben; es war dies Emma Bouvier, die Großmutter der Gattin des späteren Präsidenten der USA, J. F. Kennedy. Sie war den beiden Töchtern aus der ersten Ehe Drexels und der aus ihrer Ehe mit Drexel hervorgegangenen Tochter Louise eine wahrhaft gute Mutter.

Die drei Töchter erhielten im Elternhaus von Privatlehrern Unterricht und Erziehung; dabei fühlten sie sich im Wohlstand des Elternhauses wohlgeborgen, umgeben von ihren gläubig frommen Eltern, die in ihrem Reichtum nicht auf ihren sozialen Einsatz vergaßen und sehr hilfsbereit waren. Katherines Schwestern Elisabeth und Louise heirateten, sie aber blieb ledig und erbte nach dem Tod der Stiefmutter († 1883) und des Vaters († 1885) ein immenses Vermögen, das sie in guten Werken ausgeben wollte, besonders für arme Indianer und Neger. Besonders seit ihr Beichtvater und Seelenführer James O'Connor Apostolischer Vikar von Nebraska geworden war, machte Katherine die Unterstützung armer Indianer und Farbiger zu ihrem Herzensanliegen. Sie half gern und großzügig.

Gründung der “Schwestern vom Allerheiligsten Sakrament für Indianer und farbige Menschen

Eines Tages machte sie eine Rom-Pilgerfahrt und wurde in Privataudienz von Papst Leo XIII. empfangen. Diesem trug sie den Wunsch vor, er solle doch veranlassen, dass für die Erziehung armer Indianer-Kinder und farbiger Kinder in den Slums der USA eine Schwesterngemeinschaft gegründet werde; sie wolle dafür den größten Teil ihres ererbten Vermögens stiften. Wie war sie aber überrascht, als ihr der Papst nahelegte, sie solle diesem wichtigen Anliegen nicht bloß ihr Vermögen, sondern auch sich selbst widmen und selber eine solche Schwesterngemeinschaft gründen.

Nach einiger Zeit der Überlegung und Beratung mit ihrem Seelenführer entschloß sich Katherine Drexel, ihr ganzes Leben und ihr beträchtliches Erbe in den Dienst der Evangelisierung zu stellen. Sie plante, eine der heiligsten Eucharistie in besonderer Weise geweihte Ordenskongregation zu gründen, deren Schwestern opfernd und anbetend vor dem Allerheiligsten knien und die Gnade der Bekehrung auf die Indianer und Neger der USA herabrufen sollten. Die Negersklaven waren 1865 laut Gesetz aus der Sklaverei in die Freiheit entlassen worden, litten aber weiterhin unter rassischen Vorurteilen. Gleiches traf auch bei den Indianern zu. Beide rassischen Gruppen lebten in Armut und ohne jegliche Bildung; hier wollte Katherine Drexel nun Abhilfe schaffen. Die Schwestern der von ihr geplanten Kongregation sollten durch die tägliche Hl. Kommunion - was damals vor Pius X. und seinem Oftkommunion-Dekret eine fast unerhörte Ausnahme war - Jesus Christus zu den Indianern und Negern tragen, und zwar durch ihre Erziehungsarbeit und ihre sozial-karitative Hilfe. So kam es zur Gründung der Schwestern vom heiligen Sakrament (Sisters of the Blessed Sacrament) für Indianer und Neger (for Indians and Colored People). Am 7. Mai 1889 begann Katherine Drexel mit ein paar Freundinnen bei den Barmherzigen Schwestern in Pittsburgh das Noviziat und wurde am 8. November 1889 als Sister Mary Katharine eingekleidet. Am 12. Februar 1891 legte Katherine als erste in der neuen Kongregation die Profess ab. Das erste Kloster entstand am Sommersitz der Familie Drexel in Torresdale, Pennsylvania, USA. Am 9. Januar 1895 legte Schwester Katharine die ewigen Gelübde ab. Zu den üblichen Gelübden fügte sie das Versprechen hinzu, "niemals etwas zu tun, was dazu führen könnte, die Schwarzen oder die Indianer zu vernachlässigen oder zu verlassen". Der Verweis auf die Eucharistie diente konkret zur Erinnerung daran, dass "Christus sich ganz hingegeben hat, um Nahrung für alle zu sein, ohne Unterschied von Rasse oder Hautfarbe". 1913 erreichte Schwester Maria Katherine Drexel die definitive Approbation der Konstitutionen und Regeln ihrer Kongregation, die sich rasch ausbreitete. Die Schwestern eröffneten Schulkonvikte für Kinder aus den Pueblos und Internate für farbige Mädchen zu eröffnen. Es folgten Missionsstationen, Kirchen, Ausbildungszentren, die über 21 Staaten des Ostens und des Wilden Westens der USA verteilt waren, wo die Zahl der amerikanischen Ureinwohner am größten war, und in den Südstaaten, wo die Nachfahren der Sklaven schmachteten. Mutter Drexel schuf 1915 auch die Xavier-University in New Orleans, Louisiana, für farbige katholische Studenten, die damals an anderen Universitäten noch nicht zugelassen wurden.

Jahr für Jahr visitierte die Generaloberin Katherine Drexel ihre Niederlassungen, ermunterte und begeisterte ihre Schwestern für den Einsatz und gab ihnen in allem ein mitreißendes Beispiel. Erst als sie 1935 eine schwere Herzattacke erlitt, mußte sie das beschwerliche Reisen in die einzelnen Häuser ihrer Kongregation einstellen, leitete diese aber weiterhin mit staunenswerter Energie, Opferbereitschaft und Frömmigkeit. Sie wurde als Generaloberin mehrmals bestätigt und blieb es bis 1937.

Als 1941 das goldene Jubiläum ihrer Gründung und ihrer Profess gefeiert wurde, sprach Papst Pius XII. in einem anerkennenden Dankschreiben davon, daß Mutter Katherine Drexel »eine ruhmreiche Seite in den Annalen der Kirche der USA« geschrieben habe.

In den sechzig Jahren ihrer Tätigkeit gründete Katharine 145 katholische Missionsstationen, 12 Schulen für Indianer und 50 für Afroamerikaner, unter Einsatz von etwa 20 Millionen Dollar, und etwa 49 Konvente für ihre 500 Schwestern, die sich ihrer Erziehung widmeten. Als sie starb, fragten sich viele, "was wohl aus Amerika und aus der katholischen Kirche in Bezug zu den ethnischen Minderheiten geworden wäre, wenn es sie nicht gegeben hätte". Und sie bekannten: "Katharine Drexel hat die Kirche vor einer großen Schande auf dem Gebiet der sozialen Gerechtigkeit gerettet."

Selig- und Heiligsprechung

Der Seligsprechungsprozess von Sr. Katharine wurde 1966 begonnen. Sie wurde von Papst Johannes Paul II. am 20. November 1988, dem Christkönigsfest, seliggesprochen. Dabei sagte er in englischer Sprache folgendes über Katherine Drexel:

»>Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme< (Joh 18,37). Diese Worte Jesu beschreiben die Heiligen. Besonders deutlich beschreiben sie Katherine Drexel, die ich heute seliggesprochen habe. Denn sie war eine Frau lebendigen Glaubens und setzte sich zutiefst für die von Christus geoffenbarte Wahrheit ein. Sie kannte die Wahrheit so gut, weil sie ständig auf die Stimme Christi hörte. Und zweifellos war sie deshalb fähig, grundlegende Wahrheiten zu begreifen, die viele von ihren Zeitgenossen nicht erfaßten, z. B. die Wahrheit von der gleichen Würde und dem gleichen Wert jedes Menschen, unabhängig von seiner Rasse oder seiner völkischen Herkunft. In ihren Tagen haben die amerikanischen Indianer und Farbigen in den Vereinigten Staaten infolge rassischer Vorurteile viel Unrecht erlitten. Da sie das Böse dieser Situation klar durchschaute, begann sie entschlossen den Kampf zu seiner Überwindung. […] Und so war sie in ihrem eigenen Leben immer darauf bedacht, ihre Liebe zu Jesus zu vertiefen, den sie jeden Tag in der Eucharistie empfing und anbetete. Ihre Vereinigung mit Christus, dem König, gab ihr Zuversicht, daß alles, was in seinem Namen getan wurde, reiche Frucht für die Sache des Reiches Gottes bringen würde.«

Die Heiligsprechung, ebenfalls durch Papst Johannes Paul II., fand am 1. Oktober 2000 statt. Dabei sagte er unter anderem:

“Der von ihr gegründeten religiösen Gemeinschaft der <Schwestern vom Heiligsten Sakrament> vermittelte sie eine Spiritualität, deren Grundlagen die durch das Gebet getragene Vereinigung mit dem eucharistischen Herrn sowie der Dienst an den Armen und den Opfern von Rassendiskriminierung sind. Ihr Apostolat trug dazu bei, dass man noch deutlicher die Notwendigkeit erkannte, alle Formen des Rassismus durch Erziehung und soziale Dienste zu bekämpfen. Katherine Drexel ist ein herausragendes Beispiel für jene gegenüber den weniger Begünstigten geübte Nächstenliebe und großherzige Solidarität, durch die sich die amerikanischen Katholiken seit jeher auszeichnen. Ihr Beispiel möge vor allem den jungen Menschen dabei helfen, zu verstehen, dass es keinen größeren Schatz auf Erden gibt, als Christus mit ungeteiltem Herzen nachzufolgen und großherzig jene Gaben zu gebrauchen, die wir erhalten haben, um den anderen zu dienen und eine gerechtere und brüderlichere Welt aufzubauen.»

Literatur

Weblinks

Meine Werkzeuge