Karl von Österreich

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Kaiser Karl
Kaiser Karl

Kaiser Karl I. Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Maria (* 17. August 1887 in Persenbeug; † 1. April 1922 in Funchal auf Madeira) war von 1916 bis 1918 der letzte Kaiser von Österreich und wurde im Jahre 2004 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Karl von Österreich wurde am 17. August 1887 auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich geboren. Er wurde von Kindheit an katholisch erzogen. Von einer stigmatisierten Klosterfrau bekam er die Prophezeiung, dass er große Leiden und Angriffe erleiden werde. Im August 1907 wurde Karl volljährig. Er lernte einige Jahre später die 1892 geborene Prinzessin Zita von Bourbon-Parma kennen. Am 13. Juni 1911 wurde in Pianore (Toskana) die Verlobung im engsten Familienkreis gefeiert. Am Vormittag überreichte Karl seiner Braut den Verlobungsring und am Nachmittag sagte er gleichsam als Erklärung zu ihr: "Nun müssen wir uns gegenseitig in den Himmel helfen!"

Junge Familie

Kaiser Karl - Die letzte Aufbewahrungsstätte in Funchal

Im Jahr 1911 heiratete Karl Zita von Bourbon-Parma. Auf dem Hochzeitsring ließ Karl folgendes eingravieren: Sub tuum praesidium confugimus, sancta Dei genitrix. "Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin!"

Sie bekamen in den ersten zehn Jahren ihrer Ehe acht Kinder. Am 21. November 1916 wurde Karl nach dem Tod von Kaiser Franz Josephs zum Kaiser von Österreich ausgerufen. Er stand damit sofort mitten im Ersten Weltkrieg, bei dem er die Friedensbemühungen Papst Benedikt XV. stark unterstützte. In Österreich selbst startete er eine beispielgebenden Sozialgesetzgebung im Sinne der christlichen Soziallehre.

Kaiser Karl - Die Kirche in Funchal

Am 11. November bzw. 13. November 1918 verzichtete der Kaiser auf seine Herrscherrechte über die österreichische bzw. ungarische Reichshälfte. Allerdings dankte er nicht formell ab. Er wurde daraufhin nach Madeira verbannt. Dort starb er krankheitsbedingt am 1. April 1922. Seine letzten Worte in den Armen seiner geliebten Frau waren: "Mein Jesus, Dein Wille geschehe – Jesus." Noch vor seinem Tod sagte Karl: "Ich verzeihe allen meinen Feinden, allen, die mich beleidigt haben und gegen mich gearbeitet haben".

Am 3. Oktober 2004 wurde er von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober, der Hochzeitstag mit seiner Frau Zita.

Kaiser Karl und der Glaube

Kirchenfenster von Kaiser Karl I. in der Pfarrkirche Liesing (Wien) gestaltet von Martin Häusle

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn sagte anläßlich der Seligsprechung: "Das Leben Kaiser Karls ist ein ermutigendes Beispiel im Glauben. Seine Seligsprechung will allen Mut machen, die sich durch ihre Aufgaben überfordert fühlen – und sie lädt ein, die eigenen (auch noch so begrenzten) Möglichkeiten für Frieden, Freiheit und liebevolle Verantwortlichkeit zu nutzen. Nach einem „verlorenen Jahrhundert“ der Zerstörung durch die gottlosen Ideologien des Nationalsozialismus und des Bolschewismus haben die Völker Europas erneut die Chance, wieder zusammen zu finden. Nun gilt es, die Seele Europas im Geiste Christi, im Heiligen Geist, für diese Aufgabe neu zu beleben und zu begeistern. Die Widerstände, die sich uns dabei entgegenstellen, brauchen uns nicht verzagen zu lassen, sondern laden uns ein, noch ernsthafter den Willen Gottes zu suchen und im Vertrauen auf ihn zu handeln. Karl aus dem Hause Österreich, der aus diesem Geiste gelebt und für das Zusammenfinden der Völker sein Leben eingesetzt hat, ist uns dabei ermutigendes Beispiel und Schutzpatron."

Kaiser Karl wurde bereits in seiner Kindheit sehr religiös erzogen. Der Glaube war ihm von Anfang an sehr wichtig. Dr. Ildefons Manfred Fux hat 2005 einen bemerkenswerten Vortrag über den seligen Karl von Österreich und seine Beziehung zum Heiligsten Herzen Jesu gehalten.[1] In dem Vortrag wird eine gute Übersicht über das Glaubensbild des Seligen gezeigt.

Das Sterben des seligen Karl von Österreich wird so geschildert[2]: "Am 1. April 1922 flüstert er seiner Gemahlin zu: “Ich sehne mich so sehr danach, mit Dir heim zu gehen. Warum wollen sie uns nicht heim gehen lassen?” Sie hält ihn die längste Zeit des Morgens in ihren Armen, und er empfängt die heilige Kommunion und die Sterbesakramente. In seinem Schlafzimmer wird das Heilige Meßopfer gefeiert, und Karl versucht, ein Kruzifix in seinen Händen zu halten. Kurz nach Mittag versucht er das Kruzifix zu küssen und flüstert: “Dein heiliger Wille geschehe. Jesus, Jesus, komm! Ja – ja. Mein Jesus, Dein Wille geschehe – Jesus.” Ein letztes Mal flüstert er “Jesus” und haucht sein Leben aus."

Auch Alexander Pachta-Reyhofen setzt sich in einem Aufsatz in der Vision2000 mit dem Glaubensleben des Kaisers auseinander[3] und schreibt: "Bis zuletzt trägt er seine qualvolle Krankheit und sein furchtbares Schicksal in Gottvertrauen. Kurz vor seinem Tod ruft er seinen ältesten Sohn Otto zu sich. Er soll Zeuge seines Glaubens angesichts des Todes sein: "Ich will, dass er sieht, wie ein Katholik und ein Kaiser stirbt". Kaiserin Zita hatte ihn aufopfernd gepflegt."

Literatur

  • Eva Demmerle: Kaiser Karl. Mythos & Wirklichkeit. Vorwort von Karl von Habsburg √ Verlag 2016 (Hardcover, 240 Seiten; ISBN 978-3-99050-044-6).
  • Christoph Hurnaus: Bildband - Kaiser Karl I., Er suchte den Frieden und fand ihn in Gott (72 Seiten) Fe-Medienverlag
  • Rudolf Graber: Kaiser Karl von Österreich und die Zukunft Europas, Lins Verlag Feldkirch 1962/1998 (120 Seiten; 1/2. Auflage; Imprimatur Generalvikariat Feldkirch G/94 vom 25.1.1961 † Bruno Wechner Generalvikar)
  • Ernst Joseph Görlich: Der letzte Kaiser - ein Heiliger?, Christiana Verlag 1976 (390 Seiten; ISBN 3-7171-0507-8 ).
  • R. Lorenz: Kaiser Karl und der Untergang der Donaumonarchie, 1959;
  • E. Feigl, Kaiser Karl, 1984.
  • Friedrich Oberkofler: Von Gottes Gnaden, Kaiser Karl von Österreich und König von Ungarn (304 Seiten), Fe-Medienverlag
  • Ein Kaiser stirbt. Aus dem Nachlaß von Hochschulprofessor DDr. Hans Karl Zeßner-Spitzenberg, hsgr: Lins Verlag (32 Seiten)
  • Hermann Bieler: Kaiser Karl Kanisiuswerk Konstanz 1933 (63 Seiten).

Weblinks

Anmerkungen

  1. [1].
  2. [2]
  3. [3]
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