Karl der Große

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl I. genannt der Große (*742; + 814) König der Franken und Langobarden, von Papst Leo 800 zum Kaiser gekrönt.

Biografie

Karl wurde 742 in Prüm in der Eifel (?) geboren. Als sein Vater Pippin 768 starb, wurde das Frankenreich zwischen ihm und seinem Bruder Karlmann aufgeteilt. Als Karlmann 771 starb, fiel Karl das Gesamtreich zu.

Auf diese Art zum Alleinherrscher geworden, begann im Jahr 772 Karl seinen Feldzug gegen die Sachsen um diese dem katholischen Glauben zu zuführen. In einem jahrzehntelangen Kleinkrieg, welcher bis zum Jahr 810 immer wieder aufflammte, konnte er die Sachsen niederringen, das Land ins Frankenreich integrieren und die Christianisierung vollenden.

Allerdings sollte man dazu bemerken, dass der Streit zwischen Franken und Sachsen damals schon seit mehreren Jahrhunderten getobt hatte. Denn, als die Franken zu Föderaten des Römischen Reiches wurden und sich in Toxandrien niederließen, taten sie dies aus Furcht vor den Sachsen, welche sie aus ihrer alten Heimat verdrängt hatten! Man kann es also eher so sehen, dass Karl der Große das sächsische Problem ein für allemal lösen wollte. Wenn nötig mit nackter Gewalt und christianisierungs Hintergrund.

Im Jahr 774 eroberte er im Handstreich das Langobardenreich und nannte sich fortan „König der Franken und Langobarden“. Auch hier gilt gleichsam das Gleiche für die Langobarden wie für die Sachsen. Auch hier muss erwähnt sein, dass hier „nur“ ein lang andauernder Konflikt zwischen beiden Reichen endgültig beendet wurde.

Erfolglos zog er 778 gegen die Mauren in Spanien zu Felde. Diesem Feldzug verdankt die Literatur das berühmte Rolandslied.

Das Herzogtum Bayern verlor 788 endgültig seine „Unabhängigkeit“ als Karl den letzten Herzog der Agilolfinger, Tassilo III., absetzen und zum Klostertod verurteilen ließ. Um aber Bayern dauerhaft an das Frankenreich zu binden, ließ er auch Tassilos gesamte Familie, völlig ungerechtfertigt, ins Kloster verbannen. Dies aus dem Grund weil das bayrische Recht vorschrieb, das nur ein Mitglied der Familie der Agilolfinger Herzog von Bayern sein durfte. Dazu kam, dass Tassilo bekanntermaßen mit einer Tochter des letzten langobardischen Königs verheiratet war! Streit mit dessen Sohn als Herzog wäre also vorprogrammiert gewesen.

Zwischen 791 und 808 vernichtete Karl das Awarenreich in mehreren Feldzügen und gliederte Pannonien als Teil Bayerns in das Frankenreich ein. Den Höhepunkt seiner Macht erreichte er mit seiner Kaiserkrönung am 25. Dezember des Jahres 800 in Rom. Mit diesem Akt wurde das westliche Kaisertum nach 324 Jahren erneuert, was von Byzanz allerdings erst 812 anerkannt wurde.

Karl der Große starb im Jahr 814 und wurde in Aachen, seiner Lieblingspfalz, begraben. Auf Betreiben von Kaiser Friedrich I. Barbarossas wurde Karl am 29. Dezember 1165 im Aachener Dom heiliggesprochen.

Aber auch im inneren entfaltete Karl der Große eine rege Tätigkeit. Ob es nun um seine Münzreform ging, die Einführung der karolingischen Minuskel, die Neuordnung der Königsgüter oder die Lebensführung des Klerus. Ob es um die Neuordnung des Heeres (Panzerreiter), Gründung und Förderung von Bistümern und Klöstern, architektonische Meilensteine (Pfalz in Aachen und die „fossa carolina“) oder die Aufzeichnung der Stammesrechte ging.

Auf zig Gebieten suchte Karl sein Reich zu einen und zu „modernisieren“. Die Bezeichnung dieses Bestrebens als „karolingische Renaissance“ ist daher mehr als gerechtfertigt.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und so zählen sein Feldzug gegen die Sachsen wie sein Umgang mit Herzog Tassilo III. nicht gerade zu seinen Lorbeeren. Gerade wegen seiner Sachsenmission, welche er gerade am Anfang mit großer Härte führte, musste auch Karl sich immer wieder mit Vorwürfen gegen sein „predigen mit eiserner Zunge“ auseinandersetzen. Allerdings zeigt sein späterer Umgang mit den Awaren und Slawen, dass er aus seinen schweren Fehlern in Sachsen gelernt hatte (in Kärnten z.B. der Slawenzehnt).

Doch bei all seinen Bemühungen konnte sein Reich die unterschiedlichen Völker und Regionen nicht auf Dauer binden. Zu schnell war es gewachsen und zu groß war es geworden, um dauerhaft bestehen zu können. Wohl auch deshalb, weil sein Erbe nicht von Dauer war, wurde er zu einem Mythos.

Quellen

Weblinks

Meine Werkzeuge