Karl Borromäus

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Kardinal Karl Borromäus
Bild in seiner Titelkirche "San Prassede"

Der italienische Kardinal Karl Borromäus, eigentl. Carlo Borromeo, (*2. Oktober 1538 in Arona; † 3. November 1584 in Mailand) ist eine der zentralen Figuren der katholischen Reform in der frühen Neuzeit. Er ist Patron von Lugano, der Universität Salzburg, der römischen Kleriker, der Seelsorger; des Borromäusvereins; für die Seminare; gegen die Pest. Sein Gedenktag ist der 4. November.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Karl Borromäus wurde in einer angesehenen römischen Familie geboren. Er war außerordentlich klug. Dass er bereits mit 12 Jahren erwählte zum Abt gewählt wurde, steht jedoch vor allem in Zusammenhang mit der Praxis der Ämterverteilung im 16. Jahrhundert, bei der auch Kinder nominell mit Leitungsaufgaben betraut wurden, ohne diese deshalb auch wahrnehmen zu müssen. Als 21-jähriger vollendete er seine Studien mit der höchsten Auszeichnung. Sein Onkel, Papst Pius IV., holte ihn zu sich nach Rom und ernannte ihn zu seinem Geheimsekretär und zum Kardinal-Diakon.

Karl Borromäus zeichnete er sich durch große Umsicht und Tatkraft aus und wurde Erzbischof von Mailand. Während der Pest kümmerte er sich um Kranke und versorgte sie mit Medikamenten und Nahrungsmitteln. Er selbst lebte lange Zeit nur von Wasser und Brot, weshalb er oft sehr erschöpft war. Karl Borromäus war einer der wesentlichen Träger des Konzils von Trient (Tridentinum). Viele Reformationsbeschlüsse sind ihm zu verdanken. Trotz seiner Wichtigkeit für das Konzil schrieb Hieronimo Soranzo über ihn: „Seine Religiosität ist so groß, dass man mit Fug sagen kann, er nütze durch sein Beispiel dem römischen Hof mehr als alle Konzilsbeschlüsse.“ In Mailand verwirklichte er die konziliare Reform vorbildlich und gründete u.a. das Priesterseminar. Der Kampf gegen das spanische Staatskirchentum brachte ihn in Konflikt mit der Krone, jedoch stützte der Papst Gregor XIII. sein Wirken.

In Deutschland erregte die "Borromäusenzyklika" Editae saepe des Papstes Pius X. 1910 (zur 300-Jahr-Feier der Kanonisation) großes Aufsehen, da einige Passagen die sogenannte Reformation mit deutlichen Worten darstellte.

Borromäus starb am 3. November 1584 in Mailand und wurde in der Krypta des Mailänder Doms beigesetzt. Er wurde am 1. November 1610 heilig gesprochen (Fest: 4. November). Die Organisation der kath. Haus- und Volksbüchereien, 1844 in Bonn gergründet, hieß ursprünglich Borromäusverein, in Erinnerung an das volkserzieherische Vorbild des Heiligen.

Literatur

  • Anton Quill: Der heilige Karl Borromäus (Kleine Lebensbilder. sechzehntes bändchen) Kanisiuswerk Konstanz 1929 (64 seiten).

Päpstliche Schreiben

Weblinks

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