Kanisius Verlag

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Das Kanisiuswerk oder der Kanisius Verlag ist eine Druckerei und ein Buchhandel, der wesentlich von den Kanisiusschwestern, der deutschen Schweiz (Kanisius Verlag/Schweiz) und aus Deutschland (Kanisiuswerk Konstanz) getragen wird. Ziel ist es, einer breiten Basis von Gläubigen, vermittelt durch das Medium der Presse, Glaubens- und Lebenshilfe zu bieten.

Der Kanisius Verlag, wurde besonders durch die zahlreichen Kleinschriften, die millionenfach im gesamten deutschen Sprachgebiet im Buchhandel und an kirchlichen Schriftenständen verbreitet wurden bekannt. Im 21. Jahrhundert verlegt er Zeitschriften.

Inhaltsverzeichnis

Zeitschriften

Zeitschriften sind: «Kanisius-Stimmen», der in Deutschfreiburg weit verbreitete «Freiburger Volkskalender», die Reihe der auf Schweizer Radio DRS2 gesendeten «Radiopredigten», herausgegeben vom Katholischen Mediendienst und den Reformierten Medien, und schliesslich das von kirchlichen Institutionen herausgegebene «Gebetsapostolat» (Broschüren und Plakate).

Geschichte

Das Kanisiuswerk ist in gewisser Hinsicht aus dem "Pauluswerk" herausgewachsen. Als Chorherr Schorderet Ende der 1880er Jahre mit Bischof Gaspard Mermillot Schwierigkeiten bekam, riet dieser Vikar Johannes Evangelist Kleiser (1845-1919), sich langsam vom Pauluswerk zu lösen, das 1888 erfolgte. Johann Evangelist Kleiser hielt an der bisherigen ultramontanen Haltung fest. Nach der Trennung vom Pauluswerk musste Vikar Kleiser für die von ihm herausgegebene Zeitschrift "Kanisius-Stimmen" eine Druckerei suchen und in gleichem Geist Mitarbeitende gewinnen. Der entscheidende Schritt erfolgte am 2. Februar 1898 mit der Gründung des Marienheims, weil sich aus den Marienheim-Töchtern, die zunächst eine freiere Gruppe bildeten, die Kongregation der Kanisiusschwestern entwickelte.

Die Kanisiusschwestern

Das Marienheim und die Marienheim-Gemeinschaft sind aus der Marianischen Kongregation der Dienstbotinnen an der Liebfrauenkirche hervorgegangen; die Präfektin dieser Kongregation, Maria Wellauer, wurde denn auch erste Vorsteherin und mit Johann Evangelist Kleiser Gründerin des Werkes. Die Kongregation ist bischöflichen Rechts und wurde 1892 in Fribourg in der Schweiz gegründet. Das neue Werk sollte sich seinerseits sowohl in den Dienst der Dienstbotinnen stellen als auch das vielfältige Apostat, namentlich das Presseapostolat des Gründers unterstützen. Die erste öffentliche Umschreibung dieses Vorhabens sagte denn auch: «Durch das Handwerk des Schriftsetzens ernährt sich das Personal, und aus dem Erlös der daselbst hergestellten Schriften sollen die Kanisiuswerke und das so zeitgemässe Werk des Marienheimes unterhalten werden.» Die Ziele des Werkes wurden vorgegeben, einerseits vom Gründer, der noch 1898 in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der Kanisius-Verehrung zum Apostolischen Protonotar ernannt worden war und seither als Prälat Kleiser tituliert wurde, und Prinz Max von Sachsen. 


Niederlassungen

Nach dem Ersten Weltkrieg wagte das Kanisiuswerk mit der Gründung der Niederlassung Konstanz und später der Filiale Mainz den Schritt über die Schweiz hinaus; auch in der Schweiz wurden Filialen errichtet. Von nachhaltiger Bedeutung für die Entwicklung des Werkes war die von der Bistumsleitung 1920 durchgesetzte Ernennung von Viktor Schwaller, einem Freiburger aus dem Sensebezirk, zum Direktor des Kanisiuswerkes und geistlichen Vater der Kanisiusschwestern. Viktor Schwaller hat das Erbe von Prälat Kleiser zielstrebig weitergeführt und entfaltet. Seine letzten Amtsjahre indes waren von Unstimmigkeiten überschattet, die ihren Grund nicht zuletzt in unklaren Kompetenzregelungen hatten. Sein Nachfolger, Athanas Cottier, ein Freiburger aus der deutschsprachigen Greyerzer Gemeinde Jaun, vor seiner Ernennung zum Direktor des Kanisiuswerkes Direktor der Zentrale der Marianischen Kongregationen in Zürich, war wiederum eine starke Persönlichkeit. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt wurden die Kanisiusschwestern eingeladen, in Brasilien einen Kunstverlag zu übernehmen. Die ersten Abklärungen traf Athanas Cottier auf einer Brasilienreise, und nach dem zustimmenden Entscheid der Kongregationsleitung begleitete er 1951 die beiden ersten ausgesandten Schwestern zum Schiff nach Genua. Von 1958 an arbeiteten Kanisiusschwestern zudem in der von der Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee geleiteten Mambo Press in Gwelo mit. Während sie sich aus Gwelo zurückziehen konnten und 1976 auch zurückzogen, entstand in Brasilien eine einheimische Gemeinschaft, die zahlenmässig bereits 1985 die europäischen Gemeinschaft überflügelte. Seit Neujahr 2003 hat der Kanisius Verlag sein gesamtes Buch- und Kleinschriftenprogramm aufgelöst. Sinkender Umsatz zwang den Verlag zur Redimensionierung. Das verlegerische Engagement wird im Zeitschriftenbereich fortgesetzt.

Themenbereiche der Schriften

Der Themenbereich reichte von der Jesusfrömmigkeit, hagiographische und marianische Schriften, Kochbücher, Belletristik, Lebenshilfe, Meditation, Krankheit und Tod bis hin zu Spiritualität im Alltag und im Kirchenjahr.

Zu einem Leitstern des ganzen Unternehmens wurde Grignion von Montforts «Goldenes Buch der vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria», das seit 1903 im Programm ist und vor einigen Jahren die 25. Auflage erlebte. Die wohl am besten verkaufte Schrift ist der Longseller «Der heilige Judas Taddäus» von Eduard Winterhalter, dessen Auflage sich auf über eine Million Exemplare beläuft.

Nach dem II. Vatikanum versuchte man den Verlag neu aufzugleisen, indem man ältere Schriften überarbeitete und das Programm mit ökumenisch offenen Titeln aus den Bereichen Lebenshilfe und Spiritualität anreicherte. Schriftenreihen über die sieben Sakramente (Herausgeber: A. Müller) oder über Hildegard von Bingen, Kleinschriften von Papst Johannes Paul II., Mutter Teresa, Pierre Stutz oder Anton Kner/Reinhard Abeln fanden ein grosses Lesepublikum. Dem Kanisius Verlag gesellte sich der "Imba Verlag"" (Brasilien) zu: Mit der Buchreihe «Stichwörter» (gegründet von M. Traber) wurden die Leser für die Probleme der "Dritten Welt" sensibilisiert; in der Reihe «Gelebtes Christentum» (Herausgeber: V. Conzemius) wurden bedeutende Christen aus allen Konfessionen vorgestellt.

Autoren der Bücher und Kleinschriften

Autoren der Bücher und Kleinschriften waren u.a.: Alfons Maria Lallinger, Eduard Winterhalter, Franz Furger, Gottfried Egger, Hilde Firtel, Leo Jozef Suenens, Kurt Koch, Ida Lüthold-Minder, Otto Hätenschwiller, Bernhard Häring, Robert Quardt, Josef Beeking. Reinhard Abeln, Anton Kner.

Verlagsleiter

Literatur

  • Georg Schelbert, Geschichte des Kanisiuswerks und der Kanisiusschwestern in Freiburg in der Schweiz,

Band 1: Die Gründungsgeschichte (1898­1919), 162 Seiten;
Band 2: Schritte über die Grenzen des Landes und des Kantons hinaus (1919­1946), 222 Seiten;
Band 3:
Teil I: Aufbruch zu neuen Horizonten: Afrika und Lateinamerika (1946­1969),
Teil II: Konziliare Erneuerung ­ Redimensionierung in Europa ­ Entfaltung in Brasilien (1969­1998), 357 Seiten, Kanisius Verlag, Freiburg Schweiz 1998.

  • Erich Camenzind, Der Frohbotschaft verpflichtet. Die Kanisiusschwestern und ihr Gründer Johannes Evangelist Kleiser. Kanisius Verlag, Freiburg Schweiz 1998, 183 Seiten.
  • Helvetia Sacra. Abteilung VIII, Band 2: Die Kongregationen in der Schweiz. 19. und 20. Jahrhundert, Schwabe & Co AG, Verlag, Basel 1998, 780 Seiten.

Adresse

  • Kanisius Verlag, 
ch. Jolimont 6, 
Postfach 880, 
1701 Fribourg, Tel. 026 425 87 40, 
Fax 026 425 87 43.
  • Kanisiuswerk, 78463 Konstanz, Deutschland.

Weblinks