Joseph Mausbach

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Joseph Mausbach CSsR (*7. Februar 1861 in Wipperfeld, Rheinland † 31. Januar 1931 in Ahrweiler) war Moraltheologe.

Joseph Mausbach war seit 1892 Professor für Moral-Theologie und Apologetik in Münster. Seit 1918 diente er zugleich als Dompropst, 1919 wird er Mitglied der verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung, die er zusammen mit Franz Hitze maßgeblich beeinflußte. Angeregt von den um die Jahrhundert-Wende heftig ausgetragenen Streitigkeiten um die künftige Ausrichtung der Moral-Theologie, trat er für deren theologischen Charakter, eine engere Anbindung an die Dogmatik und eine Verbindung von positiver, biblisch-historischer und spekulativer Methode ein. Auch der Kasuistik sollte die Rolle einer "Hilfsmethode" eingeräumt bleiben. Mausbach forderte außerdem die Rückholung der Aszetik und Mystik in die Moraltheologie und das Ausscheiden aller fachfremden Lehrstoffe (v. a. rechtliche und liturgische Stoffe). In seinem Lehrbuch Katholische Moraltheologie (3 Bände, Münster 1915-18; 7. u. 8. Auflage1934-38 durch P. Tischleder; 9.-11. Aufl. 1959-61 durch G. Ermecke: "Mausbach-Ermecke") blieb er jedoch weit hinter den eigenen Reformvorstellungen zurück. Mausbach war Anwalt und Organisator des Frauenstudiums und setzte sich für die Volksschullehrerbildung sowie für die Etablierung einer eigenen pädagogischen Fakultät ein. Sein Interesse galt auch sozialeth. Fragestellungen.

Werke

  • Divi Thomae Aquinatis de voluntate et appetitu sensitivo doctrina, Paderborn 1888
  • Die katholische Moral und ihre Gegner (1901), Köln 1921
  • Christentum und Weltmoral, Münster 1905
  • Die Stellung der Frau im Menschheitsleben, Münster 1906
  • Die Ethik des heiligen Augustinus, 2 Bände mit 894 Seiten, Herder Verlag Freiburg 1909, 1929 (2. Auflage)
  • Grundlegung und Ausbildung des Charakters nach Thomas, Freiburg 1911, 1920 (3. auflage)
  • Religion, Christentum, Kirche, 3 Bände, Kösel Verlag Kempten 1911-13 (zus. mit Gerhard Esser)
  • Vom gerechten Kriege und seinen Wirkungen, Münster 1914
  • Naturrecht und Völkerrecht, Freiburg 1918
  • Sozialismus und Christentum, Münster 1918
  • Kulturfragen in der deutschen Verfassung, Mönchengladbach 1920
  • Katholische Moraltheologie, Aschendoff, Münster 1922.
  • Thomas von Aquin als Meister der christlichen Sittenlehre, Münster 1925
  • Ehe und Kindersegen, Mönchengladbach 1925
  • Dasein und Wesen Gottes, 2 Bände, Münster 1929-30.

Literatur

  • P. Hadrossek: Die Bedeutung des Systemgedankens für die Moral-Theologie in Deutschland seit der Thomasrenaissance, München 1950, 303-312
  • E. Hirschbrich: Die Entwicklung der Moral-Theologie, Klosterneuburg 1959, 18-28 42-47