Jean Villot

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jean-Marie Kardinal Villot (* 11. Oktober 1905 in Saint-Amant-Tallende, Frankreich; † 9. März 1979 in Rom, Italien) war von 1969 bis 1979 Kardinalstaatssekretär und zusätzlich ab 1970 Camerlengo der römischen Kirche.

Biografie

Jean Villot empfing am 19. April 1930 die Priesterweihe. Im Jahr 1950 wurde er Generalsekretär der französischen Bischofskonferenz und am 2. September 1954 folgte die Ernennung zum Weihbischof in Paris und Titularbischof von Vinda. Etwa fünf Jahre später, am 17. Dezember 1959, wurde Villot Koadjutor des Erzbischofs von Lyon und Titularerzbischof von Vinda.

Von 1962 bis 1965 war er Sekretär des II. Vatikanischen Konzils, am 17. Januar 1965 ernannte ihn Paul VI. zum Erzbischof von Lyon. Seit 1965 Kardinal wurde er am 7. April 1967 ernannte man ihn zum Präfekten der neu strukturierten Kongregation für den Klerus (zuvor: S.C. Concilii), bevor er vom Papst am 2. Mai 1969 zum ersten nichtitalienischen Kardinalstaatssekretär seit Merry del Val (und zweiten überhaupt) wurde. Villot genoß größtes Vertrauen des Papstes, blieb in seinem Amt jedoch unauffällig, da das "Management" in den Händen des energischen, sehr politisch denkenden Substituten Giovanni Benelli lag. (Ähnlich hatte Montini bereits als Substitut unter Pius XII. großen Einfluss.) Manche halten die Besetzung des Amtes mit dem Franzosen für ein bloßes diplomatisches "Signal" für die Öffnung der Kurie für nichtitalienische Kräfte.

Am 16. Oktober 1970 übernahm Villot zusätzlich das Amt des Camerlengo (Kardinalkämmerers) und am 15. Juli 1971 wurde er erster Präsident des neu geschaffenen Päpstlichen Rates „Cor Unum“. Etwas mehr als drei Jahre darauf, am 12. Dezember 1974, wurde er zum Kardinalbischof von Frascati. Am 4. September 1978 trat er von seiner Position als Präsident des päpstlichen Rates zurück, wurde aber als Kardinalstaatssekretär sowohl von Johannes Paul I. wie von Johannes Paul II. bestätigt. Man sagt, dass sich Villot möglicherweise Fehler während des kurzen Pontifikats von Johannes Paul I. (selbst überfordert) sehr zu Herzen nahm. Er starb, ähnlich wie der "Macher" des 33-Tage-Papstes, Benelli, bald danach, am 9. März 1979 in Rom.

Meine Werkzeuge