Jüngerschaft

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(Die Joh-Stelle bezioeht sich niocht auf das Bibellexikon. "Bleiben" (''menein'') ist ein zentraler Begriff der Theologie des Johannesevangeliums, unabhängig von konfessioneleer Eiunschätzung.)
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Das Evangelium nach Markus {{Bibel|Mk|8|34}} gibt Aufschluss über Sendung und Auftrag der Jünger. Diese erhielten nicht eine Spezialausbildung, sondern sind als Zeugen gesandt worden. Das, was jeder im Glauben erfahren hatte, sollte er weiter bezeugen. Gott verwendet oft gerade diese Menschen für Sein Reich, wie wir in {{B|Lk|10|17}} erfahren.  
 
Das Evangelium nach Markus {{Bibel|Mk|8|34}} gibt Aufschluss über Sendung und Auftrag der Jünger. Diese erhielten nicht eine Spezialausbildung, sondern sind als Zeugen gesandt worden. Das, was jeder im Glauben erfahren hatte, sollte er weiter bezeugen. Gott verwendet oft gerade diese Menschen für Sein Reich, wie wir in {{B|Lk|10|17}} erfahren.  
  
Jüngerschaft ist nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums (nach evangelischer Sicht) eine dauerhafte, bleibende Berufung durch Jesus, die den Menschen frei macht: "Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien." {{Bibel|Joh|8|31-32}} "Sie mündet dem Zeugnis der Evangelien zufolge in eine Existenz, die durch das radikale Ethos einer weitgehenden Heimat-, Familien-, Besitz- und Schutzlosigkeit sowie äußere Anfeindungen geprägt ist."<ref>Christian Strecker: Art. ''Berufung (NT)'' im evangelischen: bibellexikon.de [https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/berufung-nt/ch/a4176958b75c7b4c78fb0edd2704018a/], unter Berufung auf Gerd Theißen: ''Die Jesusbewegung'', Gütersloh 2004, S. 64-76 und J.P. Meier, ''A Marginal Jew. Bd 3: Companions and Competitors'', New York 2001, S. 54-73.</ref>  
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Jüngerschaft ist nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums eine dauerhafte, bleibende Berufung durch Jesus, die den Menschen frei macht: "Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien." {{Bibel|Joh|8|31-32}} "Sie mündet dem Zeugnis der Evangelien zufolge in eine Existenz, die durch das radikale Ethos einer weitgehenden Heimat-, Familien-, Besitz- und Schutzlosigkeit sowie äußere Anfeindungen geprägt ist."<ref>Christian Strecker: Art. ''Berufung (NT)'' in: bibellexikon.de [https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/berufung-nt/ch/a4176958b75c7b4c78fb0edd2704018a/], unter Berufung auf Gerd Theißen: ''Die Jesusbewegung'', Gütersloh 2004, S. 64-76 und J.P. Meier, ''A Marginal Jew. Bd 3: Companions and Competitors'', New York 2001, S. 54-73.</ref>  
  
 
== Abgrenzung von Dienst, Amt und Aufgabe ==
 
== Abgrenzung von Dienst, Amt und Aufgabe ==

Version vom 3. August 2018, 14:48 Uhr

Den engsten Kreis der von Jesus Christus Berufenen bilden die Apostel. Darüberhinaus gab es noch einen größeren Kreis derer, die Jesus nachfolgen. Diese werden Jünger genannt, als Übersetzung des griechischen Wortes μαθητάι mathētai, das wörtlich Lehrlinge oder Schüler heißt. Der Evangelist Lukas (Lk 10,1-16 EU) spricht von 72 Jüngern, die der Herr ausgesandt hat, um ihm vorauszugehen und sein Kommen vorzubereiten. Nach Apg 6,7 EU und Joh 6,66 EU war die Zahl noch größer. Auch Frauen stellt das Neue Testament als Jüngerinnen in der Gefolgschaft Jesu dar, wie Maria Magdalena, Susanna (Lk 8,2-3 EU), Maria von Betanien und Marta von Betanien, Lydia (Apg 16,14 EU) und Tabita (Apg 9,36 EU).

Das Evangelium nach Markus (Mk 8,34 EU) gibt Aufschluss über Sendung und Auftrag der Jünger. Diese erhielten nicht eine Spezialausbildung, sondern sind als Zeugen gesandt worden. Das, was jeder im Glauben erfahren hatte, sollte er weiter bezeugen. Gott verwendet oft gerade diese Menschen für Sein Reich, wie wir in Lk 10,17 EU erfahren.

Jüngerschaft ist nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums eine dauerhafte, bleibende Berufung durch Jesus, die den Menschen frei macht: "Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien." (Joh 8,31-32 EU) "Sie mündet dem Zeugnis der Evangelien zufolge in eine Existenz, die durch das radikale Ethos einer weitgehenden Heimat-, Familien-, Besitz- und Schutzlosigkeit sowie äußere Anfeindungen geprägt ist."[1]

Abgrenzung von Dienst, Amt und Aufgabe

Heute erfordert besonders die vorrangige Aufgabe der Neuevangelisierung, die das gesamte Volk Gottes gemeinsam mit den Priestern als "Protagonisten" angeht, die neuerliche und volle Bewusstwerdung des Weltcharakters der Sendung der Laien. Die allgemeine Berufung des Getauften im Gemeinsamen Priestertum lädt besonders durch die Firmung und im Ehesakrament zur Jüngerschaft ein.

Laien (Männer und Frauen) und Mitglieder der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens, die nicht das Weihesakrament empfangen haben, können bei einigen Funktionen des Amtspriestertums bis zu einem gewissen Grad zur Mitarbeit an Aufgaben beauftragt werden, die Klerikern vorbehalten sind; dadurch können Notsituationen und chronische Erfordernisse mancher Gemeinden bewältiget werden. Diese Gläubigen werden amtlich beauftragt, bestimmte "sehr wichtige und delikate Aufgaben zu übernehmen", und werden in der Ausübung der Aufgabe von den geistlichen Amtsträgern begleitet; dabei ist ihnen die Gnade Gottes zugesagt. (vgl. Ecclesiae de mysterio, Vorwort). Allerdings darf die Mithilfe von Laienchristen im Leben der Gemeinden, wo geistliche Berufungen fehlen, nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional und entbehrlich erscheinen lassen.[2]

Die Terminologie solcher Aufgaben ist zum Teil uneinheitlich. "Dienste" (servitia) bedeutet "officia" (Ämter)[3] und "munera" (Aufgaben)[4] des Klerus (Ecclesiae de mysterio, Artikel 1) sind primär Aufgaben geweihter Amtsträger. Weil jedoch Laien in gewissem Maß Teilhabe am einzigen Priestertum Christi haben, ist es erlaubt, in manchen Fällen den Begriff "Dienst" auf die "munera" auszudehnen. Die den Laien ihnen zeitweilig anvertrauten "officia" sind hingegen ausschließlich Frucht der Beauftragung durch die Kirche. Die Übertragung von DFioensten an Laien bedeutet unter diesen Voraussetzungen kein ungehöriges Streben nach dem "geistlichen Dienst" oder als fortschreitende Aushöhlung seiner Besonderheit" (Ecclesiae de mysterio, Artikel 2).

Der nicht mit dem Weihesakrament ausgestattete Gläubige erhält die allgemeine Bezeichnung »außerordentlicher Beauftragter« nur dann, wenn er von der zuständigen Autorität dazu beauftragt wurde, vertretungsweise die in can. 230, § 3 bzw. in den cann. 943 und 1112 angeführten Aufgaben zu übernehmen. Natürlich kann die konkrete Bezeichnung verwendet werden, mit der die anvertraute Aufgabe kirchenamtlich bestimmt wird, wie zum Beispiel Katechet, Akolyth, Lektor usw. Es ist nicht zulässig, dass Laien mit Bezeichnungen versehen werden wie etwa »Pastor«, »Kaplan«, »Koordinator«, »Moderator« oder anderen Titeln, die zu Verwechslungen ihrer Rolle mit der des Hirten führen könnten, die einzig dem Bischof und dem Priester zukommt (Ecclesiae de mysterio, Artikel 3).

Anmerkungen

  1. Christian Strecker: Art. Berufung (NT) in: bibellexikon.de [1], unter Berufung auf Gerd Theißen: Die Jesusbewegung, Gütersloh 2004, S. 64-76 und J.P. Meier, A Marginal Jew. Bd 3: Companions and Competitors, New York 2001, S. 54-73.
  2. Ad-limina-Ansprache von Papst Franziskus an DBK am 20. November 2015.
  3. übersetzt (im Singular: officium): 1) Dienst, Dienstleitung, Verrichtung, 2) Geschäft, Beruf, Amt, Kirchenamt, 3) gottesdienstliche Verrichtungen: hl. Messopferfeier, Breviergebet, 4) Verpflichtung, Pflicht, Pflichterfüllung, Pflichtreue: aus dem Wörterbuch des Kirchenlateins von Pfarrer Josef Schmid Verlag Gebr. Steffen, Limburg an der Lahn 1940, 2. Auflage, S. 155; Druckerlaubnis Limburg/Lahn, den 16. April 1934 Bischöfliches Ordinariat Möbel, Generalvikar).
  4. übersetzt (im Singular: munus, muneris): 1) Pflicht, Aufgabe 2) Amt, Dienst, Wirkungskreis 3) Geschenk, Weihegeschenk (an den Tempel); pl: Bestechungsgelder Ps 14,5 EU: aus dem Wörterbuch des Kirchenlateins, S. 147).
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