Institutum Liturgicum Ratisbonense

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Das Liturgiewissenschaftliche Institut der Diözese Regensburg (Institutum Liturgicum Ratisbonense) ist eine Einrichtung im Bistum Regensburg, welche die Geschichte der Liturgie, vorwiegend auf der Grundlage lateinischer mittelalterlicher Handschriften erfasst und erforscht. Sie ist in den Räumen der Bischöflichen Zentralbibliothek untergebrachte und angegliederte eigenständige Institution.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe

Die Aufgabe des Instituts bestand in der Erfassung und Erforschung lateinischer liturgischer Handschriften (Sakramentare, Lektionare und Stundenbücher) bis etwa zum Jahre 1100. Während man zu Beginn der Arbeit kaum 100 solcher Handschriften kannte, waren es bei der Veröffentlichung des Werkes "Codices liturgici latini antiquiores" im Jahre 1963 bereits 800 und bei der dritten Auflage 1984 über 1000 Handschriften.

Geschichte

Gegründet wurde das Institut im Juni 1957 von dem berühmten Palimpsestforscher Pater DDr. Alban Dold OSB von der Abtei Beuron, Pater Dr. Petrus Siffrin OSB vom Institutum Liturgicum von San Anselmo in Rom und Klaus Gamber mit Prof. Dr. Karl Josef Benz in der ehem. Abtei Prüfening in Regensburg. Erzbischof Dr. Michael Buchberger bestätigte das Institut. Nach dem Tod von P. Dold im September 1960 und P. Siffrin im Juni 1962 und nach Überlegungen, das Institut der Phil.-Theol. Hochschule Regensburg anzugliedern (August 1961), wurde Klaus Gamber Leiter der Einrichtung.

1972 erhielt das Institut einen Raum in der neugegründeten Zentralbibliothek Regensburg. Im Übereignungsvertrag vom 17. Mai 1972 übergab DDr. Klaus Gamber seine umfangreiche Privatbibliothek dem Bischöflichen Stuhl von Regenburg als Bestandteil der Bischöflichen Zentralbibliothek. Diese Institutsbibliothek umfaßt heute circa 3.500 Bände. Die Statuten des Institutum Liturgicum Ratisbonense wurden am 6. Dezember 1977 festgelegt.

Leitung

Veröffentlichungen

Msgr. DDr. Klaus Gamber veröffentlichte im Sinne der Zielsetzung des Instituts zwei wissenschaftliche Reihen: Textus Patristici et Liturgici (15 Bände) und Studia Patristica et Liturgica (18 Bände), dazu Beihefte zu den Studia Patristica et Liturgica (26 Bände). Zahlreiche weitere Publikationen zeugen von seiner intensiven Forschertätigkeit, die auf der Zusammenarbeit mit internationalen Forschern basierte.

1. Textus Patristici et Liturgici

  • Fasc. 1 Niceta von Remesiana, Instructio ad Competentes, 1964, VII, 181 S.
  • Fasc. 2 Nicetas de Remesiana: Sermones nuper reperti, T. 1, 1965, 136 S.
  • Fasc. 3 Ordo antiquus Gallicanus, 1965, 62 S.
  • Fasc. 4 Sacramentarium Gregorianum, T. 1, 1966, 160 S.
  • Fasc. 5 Nicetas de Remesiana: Sermones nuper reperti, T. 2, 1966, 120 S.
  • Fasc. 6 Sacramentarium Gregorianum, T. 2, 1967, 80 S.
  • Fasc. 7 Nicetas de Remesiana: De lapsu Susannae, 1969, 139 S.
  • Fasc. 8 Sacramentarium Arnonis. Die Fragmente des Salzburger Exemplars, 1970, 112 S.
  • Fasc. 9 Missale Beneventanum von Canosa (Baltimore, Walters Art Gallery, MS W6), 1972, 194 S.
  • Fasc. 10 Sacramentarium Gelasianum Mixtum von Saint-Armand, 1973, 142 S.
  • Fasc. 11 Quecke, Hans: Die Briefe Pachoms, 1975, 118 S.
  • Fasc. 12 Gamber, Klaus: Das Bonifatius-Sakramentar und weitere frühe Liturgiebücher aus Regensburg , 1975, 122 S.
  • Fasc. 13 Manuale casinense. (Cod. Ottb. Lat. 145), 1977, 172 S.
  • Fasc. 14 Cantiones Germanicae im Regensburger Obsequiale von 1570, 1983, 113 S.
  • Fasc. 15 Das Sakramentar-Pontifikale des Bischofs Wolfgang von Regensburg. (Verona, Bibl. Cap., Cod. LXXXVII.), 1985, 483 S.

2. Studia Patristica et Liturgica

  • Fasc. 1 Gamber, Klaus: Die Autorschaft von De sacramentis, 1967, 152 S.
  • Fasc. 2 Gamber, Klaus: Domus ecclesiae, 1968, 103 S.
  • Fasc. 3 Gamber, Klaus: Missa Romensis, 1970, 209 S.
  • Fasc. 4 Gamber, Klaus: Ritus modernus, 1972, 72 S.
  • Fasc. 5 Gamber, Klaus: Sacrificium laudis, 1973, 79 S. (als PDF)
  • Fasc. 6 Liturgie und Kirchenbau (vergriffen)
  • Fasc. 7 Gamber, Klaus: Sakramentarstudien und andere Arbeiten zur frühen Liturgiegeschichte, 1978, 189 S.
  • Fasc. 8 Gamber, Klaus: Ecclesia Reginensis, 1979, 285 S.
  • Fasc. 9 Sacrificium Missae (vergriffen)
  • Fasc. 10 Gamber, Klaus: Sancta sanctorum,1981, 143 S.
  • Fasc. 11 Gamber, Klaus: Sarmannina, 1982, 126 S.
  • Fasc. 12 Gamber, Klaus: Sacrificium Vespertinum, 1983, 134 S.
  • Fasc. 13 Gamber, Klaus: Sacramentorum, 1984, 202 S.
  • Fasc. 14 Gamber, Klaus: Die Meßfeier nach altgallikanischem Ritus, 1984, 95 S.
  • Fasc. 15 Schaffer, Christa: Koimesis – der Heimgang Mariens, 1985, 189 S.
  • Fasc. 16 Gamber, Klaus: Beracha, 1986, 124 S.
  • Fasc. 17 Gamber, Klaus: Das Patriarchat Aquileja und die bairische Kirche, 1987, 112 S.
  • Fasc. 18 Gamber, Klaus: Die Epiklese im abendländischen Eucharistiegebet, 1988, 103 S.

Beihefte

Beihefte der "Studia Patristica et Liturgica", Friedrich Pustet Regensburg (teilweise im Christiana Verlag erhältlich): Beiheft 1: Gamber-Schaffer-Thiermeyer, Gemeinsames Erbe, Liturgische Neubestimmung aus dem Geist der frühen Kirche, 1981 (114 Seiten)
Beiheft 2: Ein kleines Kind - der ewige Gott. Bild und Botschaft von Christi Geburt, 1980 (100 Seiten)
Beiheft 3: Orientierung an der Orthodoxie, Die Tradition der Ostkirche als Richtschnur in Liturgie und Verkündigung 1981 (91 Seiten)
Beiheft 4: Das Reich Gottes und die Einheit der Kirche, 1981 (93 Seiten)
Beiheft 5: Das Opfer der Kirche nach dem Neuzen Testament und den frühesten Zeugnissen, 1982 (80 Seiten)
Beiheft 6: Sie gaben Zeugnis, Authentische Berichte über Märtyrer der Frühkirche, 1982 (158 Seiten)
Beiheft 7: (EIKONA I) Gott der Herr - er ist uns erschienen. Das Weihnachts bild der frühen Kirche und seine Ausgestaltung in Ost und West, 1982. Von Christa Schaffer. Einführung und Bildteil von Klaus Gamber (66 Seiten)
Beiheft 8: Oper und Mahl. Gedanken zur Feier der Eucharistie im Geist der Kirchenväter, 1982, (70 Seiten)
Beiheft 9: Jesus-Worte. Eine vorkanonische Logien-Sammlung im LukasEvangelium 1983 (98 Seiten)
Beiheft 10: Alter und neuer Meßritus. Der theologische Hintergrund der Liturgieform, 1983 (70 Seiten)
Beiheft 11: Kult und Mysterium. Das Liturgieverständnis der frühen, ungeteilten Christenheit 1983 (78 Seiten)
Beiheft 12: Symeon von Thessaloniki. Über die Göttliche Mystagogie. Eine Liturgieerklärung aus spätbyzantinischer Zeit. Aus dem Griechischen übersetzt von WOLFRAM GAMBER, eingeleitet und herausgegeben von Klaus Gamber, 1984 (68 Seiten)
Beiheft 13.: Hsgr., Liturgische Texte aus der Kirche Äthiopiens, 1984 (73 Seiten)
Beiheft 14.: Der altgallikanische Meßritus als Abbild himmlischer Liturgie Christiana Verlag (ISBN 3-7171-1055-1)
Beiheft 15: Das Sakramentar-Pontifikale des Bischofs Wolfgang von Regensburg : (Verona, Bibl. Cap., Cod. LXXXVII) / Klaus Gamber ; Sieghild Rehle, 1985 (483 Seiten; ISBN 3-7917-0979-8).
Beiheft 16.: Zeige uns, o herr, deine Barmherzigkeit, Vom byzantinischen Prothesis-Bild zum spätmittelalterlichen Erbärmde-Christus, 1986 (96 Seiten)
Beiheft 17.: Das Geheimnis der sieben Sterne, Zur Symbolik der Apokalypse, 1987 Christiana Verlag (112 Seiten; ISBN 3-7917-1140-7)
Beiheft 19: Maria-Ecclesia : d. Gottesmutter im theolog. Verständnis u. in d. Bildern d. frühen Kirche / Klaus Gamber ; Christa Schaffer (ISBN 3-7171-1063-2).
Beiheft 20: Kraft aus dem Ursprung. für den Weg der Kirche in die Zukunft / Klaus Gamber. In Verbindung mit Christa Schaffer u. Abraham Thiermeyer (ISBN 3-7171-1059-4).
Beiheft 21: Liturgie der Goten und Armenier, 1988 (100 Seiten; ISBN 3-7171-1060-8).
Beiheft 22: Lichtglanz aus der Höhe: Begegnungen mit der überirdischen Welt, 1988, Klaus Gamber + Christa Schaffer (59 Seiten; ISBN 3-7917-1191-1).
Beiheft 24: Fragen in die Zeit : Kirche und Liturgie nach dem Vatikanum II, 1989 (230 Seiten; 3-7917-1209-8).
Beiheft 26: * Heilige Zeiten - heiliger Raum Pustet Verlag / Christiana Verlag (100 Seiten; ISBN 3-7171-1062-4).

Anschrift

St. Petersweg 11-13, 93047 Regensburg; Postfach 11 02 28, 93015 Regensburg, Telefon Leiter: (0941) 597-2518, Telefon Sekretariat: (0941) 597-2513 Anfragen per E-Mail an die Bibliotheksadresse richten: bibliothek@bistum-regensburg.de

Öffnungszeiten: Dienstag 9.00-12.00 Uhr; Donnerstag 9.00-12.00 Uhr; Voranmeldung erforderlich!

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