Homosexualität

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Unter Homosexualität versteht man die "dauerhafte, dominierende erotische Anziehung zu Personen des gleichen Geschlechts, die oft (aber nicht notwendig) mit geschlechtlicher Aktivität" verbunden und der menschlichen Natur widerspricht. (NLChM, S. 341) Als homosexuelle Handlungen bezeichnet man eine Art der Sodomie und versteht darunter die sexuelle Betätigung mit einer Person desselben Geschlechtes. Die Kirche lehrt, dass die Auslebung homosexueller Neigungen eine schwere Sünde ist.

Das hybride griechisch/lateinische Wort existiert seit der Prägung durch Karl Maria Kertbeny im Jahre 1868 und wurde vor allem durch die Psychopathia sexualis von Richard von Krafft-Ebing seit 1886 verbreitet. Nach dem 2. Weltkrieg fand es auch Einzug in die katholische Moraltheologie.

Inhaltsverzeichnis

Homosexualität im Katechismus

Im Katechismus wird unter dem Thema "Keuschheit und Homosexualität" folgendes über Homosexualität ausgesagt:

2357 „Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind’ (CDF, Erkl. ‚Persona humana’ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

2358 „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tief sitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

2359 „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“

Homosexualität in der Bibel

Die grundlegende Lehre der Ablehnung der ausgelebten Homosexualität gründet in der Bibel im Buch Genesis, wo klar grundgelegt wurde, dass Gott den Menschen als sein Abbild schuf. Er schuf sie als Mann und Frau (Vgl. Genesis 1 und 2). Alleine aus diesen zwei Kapitel kann man klar heraussehen, dass Homosexualität nicht Teil der gottgewollten Ordnung ist.

Im Buch Levitikus (Kapitel 18 ff) wird explizit Homosexualität abgelehnt: "Du darfst nicht mit einem Mann (zakar=männliches Geschlecht) schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel." und "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen, beide werden mit dem Tod bestraft, ihr Blut soll auf sie kommen."

Eine weitere gewichtige Stelle im Alten Testament ist die Erzählung von Sodom und Gomorra in Genesis 18,19. Der katholische Neutestamentler Larry Hogan, Direktor des Internationalen Theologischen Instituts in Gaming, schreibt dazu in einem Aufsatz: "Unbestreitbar ist, dass die Interpretation der Sünde von Sodom und Gomorra als homosexuelles Verhalten zu der in der Kirche und im allgemeinen Sprachgebrauch (Sodomie) am weitesten verbreiteten Auslegung wurde und dass sich auch der Judasbrief dieser Interpretation bedient. Ich zitiere und korrigiere im Anschluss daran die Übersetzung: 'Auch Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte sind ein Beispiel: In ähnlicher Weise trieben sie Unzucht und wollten mit Wesen anderer Art verkehren; daher wurden sie mit ewigem Feuer bestraft.'Leider ist die Einheitsübersetzung irreführend. Die richtige Übersetzung lautet: "In ähnlicher Weise wie jene trieben sie Unzucht und wollten mit anderem Fleisch (sarkos heteras) verkehren". "Sarkos heteras" (griechisch) bedeutet "anderes Fleisch", nicht "Wesen anderer Art". (Larry Hogan, Homosexualität aus katholischer Sicht)

Auch im Neuen Testament wird Homosexualität erwähnt: 1 Kor 6,9-11; 1 Tim 1,9f; Röm 1,18-28 und der Judasbrief 7.

Im Römerbrief wird im ersten Kapitel in den Versen 26 und 27 Homosexualität klar abgelehnt: 26 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; 27 ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

Zu den durch liberale Theologen versuchte Umdeutungen der Bibeltexte meinte Larry Hogan: "Sehr oft werden Passagen aus der Bibel zitiert und neu interpretiert, ohne auf die Auslegungstradtion der Kirche Rücksicht zu nehmen. Dabei wird ein sehr wichtiges Prinzip der biblischen Interpretation vergessen, welches sowohl das 2. Vatikanische Konzil als auch die Päpstliche Bibelkommission betonten: 'Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird." Wenn es um die Auslegung einer Bibelstelle geht, ist es immer wichtig festzustellen, wie die Kirchenväter in den ersten Jahrhunderten diese Abschnitte verstanden haben. Sie waren diesen Schriften schließlich am nächsten! Ich finde es seltsam, dass die meisten modernen Kommentare, besonders in englischer und deutscher Sprache, die Kirchenväter ignorieren." (Larry Hogan, Homosexualität aus katholischer Sicht)

Ursachen der Homosexualität

Die Kirche selbst hält sich bei Aussagen zu diesem Thema an die Wissenschaft. Die Ursachen für Homosexualität sind bis heute nicht geklärt.

Gesellschaftlicher Aspekt der Homosexualität

Gelebte Homosexualität erscheint auch aus gesellschaftlichen Gründen wenig wünschenswert, da sie Nachkommenschaft aus ihrem Wesen heraus ausschließt.

Am 24. November 2002 hat die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre unter Joseph Kardinal Ratzinger eine Lehrmäßige Note zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben herausgegeben. Dort wird der Einsatz der Katholiken gefordert, wenn die politische Tätigkeit mit moralischen Prinzipien konfrontiert wird, die keine Abweichungen, Ausnahmen oder Kompromisse irgendwelcher Art zulassen. Dazu wird auf die zivilen Gesetze im Bereich der Abtreibung und Euthanasie und auf die Rechte des menschlichen Embryos verwiesen, die zu achten und zu verteidigen sind. Und dann wörtlich: „In analoger Weise muß der Schutz und die Förderung der Familie gewährleistet werden, die auf der monogamen Ehe zwischen Personen verschiedenen Geschlechts gründet und die in ihrer Einheit und Stabilität gegenüber den modernen Gesetzen über die Ehescheidung zu schützen ist. Andere Formen des Zusammenlebens können der Familie in keiner Weise rechtlich gleichgestellt werden noch als solche eine gesetzliche Anerkennung erhalten.“ (Quelle: LEHRMÄßIGE NOTE zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben, 24. November 2002)

Päpstliche Schreiben

  • Johannes Paul II. 01.10.1986 Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben „Homosexualitas problema“ über die Seelsorge für homosexuellen Personen (AAS 79 [1987] 543-554; dt.: VAS 72).
  • 23.07.1992 Kongregation für die Glaubenslehre, Einige Betrachtungen bezüglich der Antwort auf Gesetzesvorschläge zur Nicht-Diskriminierung homosexueller Personen (OR 24.7.1992).
  • 25.3.1994 Päpstlicher Rat für die Familie: Schreiben an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Europas über den Beschluss des Europaparlamentes in Bezug auf homosexuelle Paare.
  • 17.03.2000 Päpstlicher Rat für die Familie, Erklärung zur Resolution des Europäischen Parlaments über die Gleichstellung der „faktischen Lebensgemeinschaften, einschließlich der homosexuellen, mit der Familie.
  • 26.07.2000 Päpstlicher Rat für die Familie; Ehe, Familie und Faktische Lebensgemeinschaften [1]
  • 03.06.2003 Kongregation für die Glaubenslehre, Erwägung zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen (VAS 162) [2]

Literatur

  • Andreas Laun (Hg.), Homosexualität aus katholischer Sicht, Eichstätt 2001, ISBN -3-7721-0239-5
  • Josef Spindelböck: Die sittliche Beurteilung der Homosexualität - Moralhistorische Anmerkungen zum christlichen Standpunkt, April 2005

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