Himmelschreiende Sünde

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Himmelschreienden Sünde ist eine Sünde die zu Gott im Himmel um Vergeltung und Abhilfe schreit.[1]

Die himmelschreiende Sünde bezeichnet eine besonders schwerwiegende Form von Ungerechtigkeit und Sünde. Die Ungerechtigkeit dieser Sünden ist so offensichtlich, dass man sie weder zudecken noch sonst in irgendeiner Weise verbergen kann. Im Begriff der himmelschreienden Sünde drückt sich die Dringlichkeit einer notwendigen persönlichen Umkehr und der umgehenden Abstellung des ungerechten Zustandes bzw. Verhaltens aus, aber auch die gleichsam wie ein Schrei der Not an Gott gerichtete Bitte, um rasche Abhilfe und Wiederherstellung der Gerechtigkeit, ist eingeschlossen.

Inhaltsverzeichnis

Sünden, die zum Himmel schreien (KKK, Nr. 1867)

Die Behandlung dieser Sünden gehört zur Gerechtigkeit Gottes.[2]

1) Die vorsätzliche Tötung eines Menschen - der Mord

Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und erschlug ihn. Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders? Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden. So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen. (Gen 4,8-11).

An einem andern Ort bezeugt die Stimme Gottes: Ein Jeder welcher Menschenblut vergießt, dessen Blut wird vergossen werden. Denn der Mensch ist nach Gottes Bild gemacht worden (Gen 9, 5+6). Denn er (Gott), der jede Blutschuld rächt, denkt an die Armen, und ihren Notschrei vergisst er nicht (Ps 9, 13). Der königliche Psalmist singt: Blutdürstige Männer werden ihre Tage nicht zur Hälfte bringen (Ps 55, 24). Denn dieses ist das größte Laster, und die grausamste Unbild fügt derjenige seinem Nächsten zu, welcher ihm ohne rechtmäßige Autorität das Leben nimmt. Daher ist auch von Christus gesagt worden: Alle, welche das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen (Mt 26, 52).

Im ausgehenden 20. Jahrhundert und 21. Jahrhundert wird der Mord oft mit "Samthandschuhen" und als Selbstbestimmung (der Mensch will sein eigener Gott sein und festlegen, was gut und böse ist) begangen, sei es in der Abtreibung d.h. am Beginn des Lebens, der Euthanasie d.h. der aktiven Sterbehilfe am Ende des Lebens (vgl. auch: Bernard Nathanson), der Kultur des Todes ("soziale Sünde" - strukturelle Sünde - zivilrechtlich).

2) Die widernatürliche fleischliche Sünde, die sodomitische Sünde

A) Die himmelschreiende Sünde der Sodomiten ist die homosexuelle Betätigung, die Gott ein Gräuel ist

In Genesis heißt es: Sie waren noch nicht schlafen gegangen, da umstellten die Einwohner der Stadt das Haus, die Männer von Sodom, jung und alt, alles Volk von weit und breit. Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren. Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloß sie hinter sich zu und sagte: Aber meine Brüder, begeht doch nicht ein solches Verbrechen![3] Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Ich will sie euch herausbringen. Dann tut mit ihnen, was euch gefällt. Nur jenen Männern tut nichts an; denn deshalb sind sie ja unter den Schutz meines Daches getreten. Sie aber schrien : Mach dich fort!, und sagten: Kommt da so ein einzelner Fremder daher und will sich als Richter aufspielen! (Gen 19, 4-9).

Vgl. auch, was der hl. Paulus über die Knabenschänder und Lustknaben in 1 Kor 6,9-10 EU und 1 Tim 1,10 EU sagt.

Das Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle jene, die an dieser Anomalie (der Homosexualität) leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind und keinesfalls in irgendeiner Weise gutgeheißen werden können.[4]

B) Die widernatürliche gleichgeschlechtliche Sünde, bezieht sich nicht nur auf Männer

Die Menschen, die Gott durch die Schöpfung erkannt haben, aber trotzdem sich ihm nicht unterordnen, verfallen im Denken (möglicherweise) der Nichtigkeit: Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung (Röm 2, 19.26-27).

C) Weiterer widernatürlicher Geschlechtsverkehr

Widernatürlicher (perverser oder entarterter) Geschlechtsverkehr ist der Verkehr mit Tieren (Bestialität)[5], außerdem der Oralverkehr oder der Analverkehr (vgl.).

3) Die Unterdrückung der Armen, besonders der Waisen und Witwen

Petrus Canisius schreibt im Catechismus maior, was uns die Heilige Schrift von Unterdrückung der Armen vorstellt:
Den Fremdling sollst du nicht betrüben, spricht der Herr, noch sollst du ihn plagen. Denn auch ihr wart Fremdlinge im Lande Ägyptens.
Witwen und Waisen sollet ihr nicht schaden. Wenn ihr sie beleidigt, so werden sie zu mir rufen, und ich will ihr Geschrei hören und mein Zorn wird ergrimmen und ich will euch mit dem Schwert schlagen und eure Frauen sollen Witwen und eure Kinder Waisen werden.
Deswegen sind die Ägypter durch so viele Plagen verzehrt und samt ihrem Könige, dem grausamsten Tyrannen Pharao, der nicht einmal die Kinder der Hebräer zu töten abstand, endlich versenkt worden, nämlich wegen ihrer mehr als barbarischen Grausamkeit gegen die Israeliten. Ich habe gesehen, spricht der Herr, die Bedrängnis meines Volkes in Ägypten (Ex 3,7-10) und ich habe ihr Geschrei gehört über die Härte derer, die den Arbeiten vorgesetzt sind und ich kenne ihre Schmerzen und bin hinabgestiegen, dass ich sie errette aus den Händen der Ägypter.
Darum auch droht der Herr bei Jesaias; Wehe denjenigen, welche ungerechte Gesetze machen und den Schriftgelehrten, welche Ungerechtigkeit schreiben, dass sie die Armen im Gericht unterdrücken und Gewalt tun bezüglich der Sache der Geringen meines Volkes, dass die Witwen ihnen zur Beute werden und sie die Waisen berauben. Und bei dem genannten Propheten steht wegen der unmenschlichen und gottlosen Obrigkeiten diese Klage: Deine Fürsten sind Untreue und Gefährten der Diebe. Alle lieben Geschenke, und haschen nach Lohn. Den Waisen schaffen sie kein Recht und die Sache der Witwen kommt nicht vor sie (vgl. Ex 22, 20-22). Ferner: Mein Volk haben seine Geldeintreiber beraubt. Es ist auch kein Zweifel, dass Städte und Provinzen durch diese abscheuliche Sünde, welche von tyrannischen Obrigkeiten begangen wird, oft in die größte Gefahr gebracht werden.

4) Dem Arbeiter die Vorenthaltung des gerechten Lohns

Bei dem heiligen Apostel Jakobus lesen wir, wie hart er den Reichen ihre grausame Kargheit verweist und die größte Ungerechtigkeit, wenn man den Arbeitern abbricht. Er spricht: Siehe, der Lohn der Arbeiter welche euer Land abgeerntet haben, der von euch ist abgebrochen worden, schreit und dies Geschrei ist vor die Ohren des Herrn der Heerscharen gekommen (Jak 5, 4). Jesus Sirach aber spricht so: Das Brot der Dürftigen ist das Leben des Armen. Wer ihn desselben beraubt, der ist ein blutgieriger Mensch. Wer das Brot hinwegnimmt, das im Schweiß gewonnen ist, der tut soviel, als wenn er seinen Nächsten tötet (Sir 34, 25-27). Wer Blut vergießt und wer einem Taglöhner seinen Lohn entzieht, diese sind Brüder. Daher ist auch durch das göttliche Gesetz heilig geboten: Du sollst deinem bedürftigen und armen Bruder seinen Lohn nicht vorenthalten, auch nicht dem Fremdlinge, der mit dir im Lande wohnt und innerhalb deinen Toren lebt, sondern du sollst am genannten Tag vor Sonnenuntergang ihm den Lohn seiner Arbeit geben, weil er arm ist und davon seine Seele erhält, auf dass er nicht gegen dich zum Herrn rufe und es dir als Sünde angerechnet werde (Dtn 24,14-15).

Todsünde, Sündflut, Turmbau zu Babel, Robert Bellarmin: Großer Katechismus#Kapitel XXI: Die himmelschreienden Sünden, Petrus Canisius: Catechismus maior#Von den Sünden, die gegen den Himmel schreien.

Anmerkungen

  1. vgl. Klare Begriffe! : Lexikon der gebräuchlicheren Fachausdrücke aus Philosophie und Theologie. Für weitere Kreise zusammengestellt von Theodor Mönnichs SJ, Ferdinand Dümmlers Verlag Berlin-Bonn 1929, Artikel: Himmelschreienden Sünde, S. 66 (2. Aufl.; Mit kirchlicher Druckerlaubnis Berlin W 56, den 18. März 1929 Der Fürstbischöfliche Delegat i. V. gez: Cortain).
  2. Petrus Canisius: Catechismus maior#VI. Wohin gehört diese ganze Abhandlung von den himmelschreienden Sünden und welches ist ihr Nutzen?.
  3. vgl. Lev 18, 22-30: Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. Keinem Vieh darfst du beiwohnen (Bestialität); du würdest dadurch unrein. Keine Frau darf vor ein Vieh hintreten, um sich mit ihm zu begatten; das wäre eine schandbare Tat. Ihr sollt euch nicht durch all das verunreinigen; denn durch all das haben sich die Völker verunreinigt, die ich vor euch vertrieben habe. Das Land wurde unrein, ich habe an ihm seine Schuld geahndet, und das Land hat seine Bewohner ausgespien. Ihr aber sollt auf meine Satzungen und Vorschriften achten und keine dieser Gräueltaten begehen, weder der Einheimische noch der Fremde, der in eurer Mitte lebt. Denn all diese Gräueltaten haben die Leute begangen, die vor euch im Land waren, und so wurde das Land unrein. Wird es etwa euch, wenn ihr es verunreinigt, nicht ebenso ausspeien, wie es das Volk vor euch ausgespien hat? Alle nämlich, die irgendeine dieser Gräueltaten begehen, werden aus der Mitte ihres Volkes ausgemerzt. Achtet auf meine Anordnungen, befolgt keinen von den gräulichen Bräuchen, die man vor euch befolgt hat, und verunreinigt euch nicht durch sie. Ich bin der Herr, euer Gott.
  4. Persona humana (Wortlaut)#Seelsorge und Homosexualität
  5. vgl. Lev 18, 22-30.
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