Hieronymus Ämiliani

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Hieronymus Ämiliani

Hieronymus Ämiliani (* 1486; † 8. Februar 1537) ist Gründer von Schulen, Waisenhäusern und eines Klosters. Er ist Patron der verlassenen Waisen und Jugendlichen, ebenso von Treviso und Venedig.

Biografie

Hieronymus Ämiliani entstammte einer adeligen Familie in Italien und wuchs in Venedig auf. Nach einer hervorragenden Ausbildung, entschied er sich bereits mit 15 Jahren gegen den Willen seiner frommen Mutter, Offizier zu werden. Von allen wegen seiner Tapferkeit hoch geachtet, kam Hieronymus immer mehr von einem tugendhaften Leben ab, wurde stolz und gab sich Ausschweifungen hin.

Die Wende in seinem Leben brachte eine Gefangennahme im Krieg gegen die Franzosen. Hieronymus, der um seine bevorstehende Hinrichtung wusste, begann seine Sünden zu bereuen und innig zur Muttergottes zu beten. Diese erschien ihm eines Nachts und übergab ihm die Schlüssel, mit denen er seine Ketten und die Gefängnistüren öffnen konnte. Nach dieser wunderbaren Befreiung pilgerte er nach Treviso, beichtete und begann, sich auf das Priesteramt vorzubereiten.

Innerhalb weniger Tage verkaufte er Wand- und Bodenteppiche sowie Silbergegenstände. Während er tagsüber das so eingenommene Geld ausgab, um so vielen Elenden wie möglich zu helfen, zog er nachts durch die Straßen, um die dort niedergesunkenen Kranken aufzulesen und die Toten zu beerdigen, die in den Gassen verlassen worden waren. Schließlich sammelte er ein paar hundert verlassene Jugendliche um sich und schuf für sie eine große Familie, zu der Handwerker gehörten sowie Mittel und Räume, um sie zu erziehen, auszubilden und ihnen eine menschenwürdige Arbeit zu ermöglichen. So schuf er eine Schule für "Handwerk und Kunsthandwerk", die von der Methode der "Beteiligung und Mitverantwortung" geprägt war. Gebet, Liebe und Arbeit waren die Säulen seiner Erziehungsmethode. Da er ein Laie war, suchte Hieronymus den seine Freunde liebevoll den "Vagabunden Gottes" und "Pilger der Nächstenliebe" nannten - im Laufe der Jahre, sich auch mit priesterlichen Helfern. Auch sie betrachteten ihn als Vater, Meister und geistlichen Führer, und so wurde er zum Gründer der Gesellschaft der Diener der Armen.[1]

In Somasca gründete Hieronymus ein Kloster, um junge Männer für die Sozialarbeit auszubilden. Nach dem Standort des Klosters heißen die Mitglieder diese Gemeinschaft heute Somasker.

Der heilige Hieronymus starb am 8. Februar 1537 und wurde 1767 durch Papst Clemens XIII. heiliggesprochen.

Dieser Artikel ist ursprünglich der Sektion Tagesheiliger bei www.kath.net entnommen.

Anmerkungen

  1. aus: Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung: Heilige und die Barmherzigkeit. Jubiläum der Barmherzigkeit 2015-2016. Schwabenverlag 2015, S. 39-40 (94 Seiten; ISBN 978-3-7966-1685-3).