Helmut Kohl

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Helmut Kohl (* 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein; † 16. Juni 2017 ebenda) wurde für die CDU am 1. Oktober 1982 zum 6. deutschen Bundeskanzler gewählt. Der promovierte Historiker war Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und seit 1973 Vorsitzender der CDU Deutschlands (bis 1998; Ehrenvorsitzender bis 1999).

Biografie

Helmut Kohl gilt als Kanzler der Einheit, der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Seine Rekordamtszeit von fast 16 Jahren endete durch die Wahlniederlage seiner "Koalition der Mitte" (mit FDP und CSU) im September 1998. Das Andenken des Altkanzlers litt seit 1999 unter einer Spendenaffäre. Seine politischen Überzeugungen waren nationalliberal geprägt, wenngleich konsequent europafreundlich. Hans Küng nennt ihn einen Katholiken "im Geist des Konzils".

Kohl war persönlich praktizierender Katholik. Die bei seinem Amtsantritt im Oktober 1982 von ihm proklamierte "geistig-moralischen Wende" blieb ein Lippenbekenntnis. Kohl galt als geschickter Pragmatiker. So unbestritten seine historische Bedeutung als "Kanzler der Einheit" (Deutschlands und Europas) ist, so blieb seine Politik, wenn man die innenpolitische Gesetzgebung betrachtet, doch ethisch indifferent und zielte mit sicherem Gespür auf einen möglichst unbestimmt bleibenden "liberalen" Mainstream der Gesellschaft ab.

Beim letzten Besuch von Papst Johannes Paul II. in Deutschland 1996 durchschritten Bundeskanzler und Papst gemeinsam das Brandenburger Tor in Berlin.

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