Heinrich Stühlmeyer

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Heinrich Stühlmeyer

Johannes Heinrich Stühlmeyer (* 17. August 1907 in Melle; † 25. Februar 1978 ebenda) war ein deutscher Custos und Kantor im Bistum Osnabrück.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Heinrich Stühlmeyer wurde 1907 im heutigen Meller Stadtteil Gesmold geboren. Sein Vater, Franz Stühlmeyer (1878–1966), war Beamter des Landkreises Melle. Von 1930 bis 1978 übte Heinrich Stühlmeyer sein Amt für die Gesmolder Pfarrgemeinde St. Petrus aus. Die Kirche mit dem Patronat Petrus ad vincula war unter der Leitung des belgischen Architekten Emanuel Bruno Quaet-Faslem 1838 fertig gestellt worden und hatte das Pantheon in Rom zum baulichen Vorbild.

Die romantische Schwalbennestorgel, um 1880 erbaut und mit einer baulichen Besonderheit, einem Schwellwerk als Fernwerk in die Kuppel der Kirche eingelassen, stammte von der Firma Orgelbau Haupt aus Ostercappeln bei Osnabrück. Das ehemalige Kantoratsgebäude lag direkt neben der St.-Petrus-Kirche. In ihm war neben der Dienstwohnung auch die katholische Schule des Ortes untergebracht. Die Kombination aus Custos, Kantor und Schulmeister war seit 1624 Tradition in Gesmold gewesen.[1]

Heinrich Stühlmeyer war ein „Stiller Held des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus“,[2] der aufgrund seines Einsatzes für die katholische Kirche und Verfolgte des Dritten Reiches 1940 in das KZ-Emslandlager verbracht wurde.[3] Die Emslandlager waren eine bereits früh eingerichtete Gruppe von 15 Konzentrations- und Gefangenenlagern im "Gau Weser-Ems" an der Grenze zu den Niederlanden, im heutigen Bundesland Niedersachsen. Sie dienten den Nationalsozialisten von 1933 bis 1945 als Zwangsarbeits- und Haftstätten. Wegen der besonders unbarmherzigen Bedingungen waren sie auch als die Hölle im Moor bekannt. Der selige Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg hatte persönlich gegen die Umstände in diesem Lager Protest eingelegt. Seit 2011 befindet sich auf dem Gelände des Hauptlagers die Gedenkstätte Esterwegen und ein durch Bischof Franz-Josef Bode initiiertes Kloster mit Mauritzer Franziskanerinnen aus Münster.

Heinrich Stühlmeyer war von 1935 bis zu seinem Tode verheiratet mit Klara Stühlmeyer. Das Ehepaar hatte drei Kinder, von denen zwei ebenso einen Musikerberuf ergriffen: Franz (Kantor) und Josef (Klavier- und Cembalobaumeister). Enkel sind u.a. der Pfarrer und Pastoraltheologe Thomas Stühlmeyer und der Kantor und Komponist Ludger Stühlmeyer.[4]

Literatur

  • Ludger Stühlmeyer: Die Macht der Töne. In: Heinrichsblatt. Wochenzeitung des Erzbistums Bamberg Nr. 12, 25. März 2018, S. 13.[5]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Dargestellt in: Heimatverein Gesmold (Hg.), Gesmolder Heimathefte Nr. 123, Juni 2007, S. 1-8.
  2. Zitat: Bundespräsident Johannes Rau, Berlin im April 2001.
  3. Heimatverein Gesmold (Hg.), Die Macht der leisen Töne oder: Ein stiller Held aus Gesmold. In: Gesmolder Heimathefte Nr. 134, März 2010, S. 1-3.
  4. Heimatverein Gesmold (Hg.), Gesmold gestern und heute. Gesmold 1986, S. 28-31.
  5. Heinrichsblatt Beitrag auf der Website.
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