Hauptsünde

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Hauptsünden werden jene Sünden genannt, die alle übrigen in sich schließen und aus denen die anderen hervorgehen. Die Hauptsünden sind keine Sünden im eigentlichen Sinn, sondern Hauptlaster, also ungeordnete Leidenschaften bzw. Wurzelsünden, da sie die Voraussetzung für andere Sünden schaffen, wobei diese dann sowohl schwer als auch lässlich sein können.

Man spricht daher von "Hauptsünden", weil sie weitere Sünden, weitere Laster erzeugen (vgl. KKK 1866).

Die Hauptsünden werden oft mit den Todsünden verwechselt, was sich auch in der falschen umgangssprachlichen Rede von den "sieben Todsünden" niederschlägt. Richtig müsste es die "sieben Hauptsünden" heißen.

Gegenwärtiger Katalog

Die sieben
Hauptsünden
Als die sieben Hauptsünden bezeichnet die Kirche gegenwärtig (KKK Nr. 1866; KKK-K, Anhang S. 243 ):

Die Hauptsünde in der Kirchengeschichte

Evagrius von Pontus, ein griechischer Theologe (* 346 - 399/400) stellte erstmals einen Katalog von acht Hauptsünden und bösen Leidenschaften zusammen:

  • Superbia (Hochmut)
  • Avaritia (Geiz)
  • Ira (Zorn)
  • Luxuria (Wollust)
  • Gula (Völlerei)
  • Acedia (Trägheit)
  • Vana gloria (Ruhmsucht)
  • Tristitia (Trübsinn)

Die Reihung erfolgt nach dem Maß der Ichbezogenheit, Stolz ist damit die schwerste Sünde, zugleich der häufigste Grund der Verweigerung der Reue gegenüber Gott ("Unbußfertigkeit"), bis hin zur Sünde wider den Heiligen Geist. Auch die Verzweiflung kann, als Leugnung österlicher Hoffnung, eine exzessive Form des Stolzes sein.

Eine Zusammenschau auf 7 Hauptsünden geht auf Papst Gregor I., den „Großen“ (590-604) zurück. Er faßte Ruhmsucht und Stolz, sowie Traurigkeit und Faulheit zusammen und fügte den Neid hinzu. Das Ergebnis einer neuen Reihung war ein Jahrhunderte lang gültiger Katalog der Hauptsünden:

  • Stolz,
  • Neid,
  • Zorn,
  • Traurigkeit,
  • Habgier,
  • Völlerei,
  • Unkeuschheit.

Im 7. Jh. wurde die Traurigkeit durch die Trägheit (des Herzens) ersetzt.

siehe auch: Die sieben Hauptsünden

Literatur

  • Ludwig Nagel: Die den sieben Hauptsünden entgegengesetzten Tugenden. - Fastenpredigten gehalten in der Jesuitenkirche zu Heidelberg in der Fastenzeit 1907. von Ludwig Nagel, Konviktsdirektor in Speyer, Pustet Verlag Regensburg 1911 (Mit Imprimatur, 2., unveränderte Auflage; 110 Seiten).
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