Hans Küng

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'''Hans Küng''' (* [[19. März]] [[1928]] in Sursee ([[Schweiz]])) ist [[Priester]] der [[Bistum Basel|Diözese Basel]], seit 1954 Buchautor und ehem. [[Professor]] (von 1960-1996). Er machte mit seinem Projekt "Weltethos" und zwei autobiographischen Werken (nachfolgend: Bd. 1, Bd. 2; Titel '''siehe unten''') auf sich aufmerksam.  
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'''Hans Küng''' (* [[19. März]] [[1928]] in Sursee, [[Schweiz]]) ist [[Priester]] der [[Bistum Basel|Diözese Basel]], seit 1954 Buchautor und ehem. [[Professor]] (von 1960-1996). Er war [[Konzilsberater]] beim [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzil]] und wurde mit seinem Projekt "Weltethos" bekannt. Er kann "weder als katholischer [[Theologe]] gelten noch als solcher lehren."<ref>[[Kongregation für die Glaubenslehre]] [[Erklärung]] ''[[Christi ecclesia a deo]]'' über einige Hauptpunkte der theologischen Lehre von Prof. Hans Küng vom [[15. Dezember]] [[1979]].</ref>
  
[[Hans]] Küng gilt als progressiver Theologe, dem die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht weit genug gingen. In seinem Denken und seinem literarischen Werk hatte er sich schrittweise immer mehr von der Lehre der katholischen Kirche entfernt, was schließlich 1979 zum Entzug seiner kirchlichen Lehrerlaubnis führte. Küng wurde jedoch nie suspendiert oder [[Exkommunikation|exkommuniziert]]. Im April 2010 rief er die deutschen Bischöfe plakativer denn je zu "Reformen" auch gegen den Papst (also zum [[Schisma]]) auf; siehe unten: ''ultima verba''.  
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[[Hans]] Küng gilt als progressiver "Theologe", dem die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht weit genug gingen. In mehreren Positionen seines Denkens und seines literarischen Werkes geriet er in Widerspruch zum Lehramt der katholischen Kirche, was schließlich 1979 zum Entzug seiner kirchlichen Lehrerlaubnis führte. Küng wurde jedoch nie suspendiert oder [[Exkommunikation|exkommuniziert]]. Im April 2010 rief er die deutschen Bischöfe zu "Reformen" auch gegen den Papst auf.  
  
 
== Werdegang ==
 
== Werdegang ==
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Noch unter Papst [[Pius XII.]] war Küng ein begabter Absolvent der Universität [[Gregoriana]] in [[Rom]] (1948-1955). Die Priesterweihe erhielt er im [[Germanicum]] in Rom am 10. Oktober 1954. Anschließend promovierte er 1957 an der ''Sorbonne'' in [[Paris]] mit der Arbeit "Rechtfertigung. Die Lehre [[Karl Barth]]s und eine katholische Besinnung“.  Weitere Studien absolvierte er in Amsterdam, Berlin, Madrid und London. Von 1958 bis 1959 war er Seelsorger an der Hofkirche in Luzern. Als wissenschaftlicher Assistent arbeitete er an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster von 1959 bis 1960.
  
Noch unter Papst [[Pius XII.]] war Küng ein begabter Absolvent der Universität [[Gregoriana]] in [[Rom]] (1948-1955). Die Priesterweihe erhielt er im [[Germanicum]] in Rom am 10. Oktober 1954. Anschließend promovierte er 1957 an der ''Sorbonne'' in [[Paris]] mit einem Werk zur [[Rechtfertigung]] von [[Karl Barth]], das bereits vom Heiligen Offizium kritisch aufgefasst wurde.  Weitere Studien vollbrachte er in Amsterdam, Berlin, Madrid und London. Von 1958-1959 übte er Seelsorge an der Hofkirche in Luzern aus. Als wissenschaftlicher Assistent arbeitete er an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster von 1959-1960.
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Mit seinem ersten Publikumserfolg, dem Buch ''Konzil und Wiedervereinigung'' von 1960, fasste Küng die Erwartungen an das [[II. Vatikanum]] zusammen. Teilweise sind diese auch verwirklicht worden, jedoch hat das Konzil die Unverzichtbarkeit des [[Papst]]tums und des Bischofskollegiums für den [[Katholizismus]] mehrfach bekräftigt. Also hat das Konzil der wissenschaftlichen Theologie keinen ''Führungsanspruch'' in der Kirche zugebilligt, was seit der [[Modernismus]]krise um 1907 ein latenter Konfliktpunkt zwischen der kirchlichen [[Hierarchie]] und innovativen Konzepten seitens vieler Theologen geblieben war.  
  
Mit seinem ersten Publikumserfolg, dem Buch ''Konzil und Wiedervereinigung'' von 1960 fasste Küng die Erwartungen so genannter fortschrittlicher Theologen an das [[II. Vatikanum]] zusammen.
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=== Konzilsberater von Bischof Leiprecht ===
Teilweise sind diese auch verwirklicht worden, jedoch hat das Konzil die Unverzichtbarkeit des [[Papst]]tums und des Bischofskollegiums für den [[Katholizismus]] mehrfach bekräftigt. Also hat das Konzil der wissenschaftlichen Theologie keinen ''Führungsanspruch'' in der Kirche zugebilligt, was seit der [[Modernismus]]krise um 1907 ein latenter Konfliktpunkt zwischen sakramental angeleiteter [[Hierarchie]] und innovativen Konzepten seitens vieler Theologen geblieben war.  
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Küng war von 1962 bis 1963, inzwischen ohne [[Habilitation]] zum Professor für [[Fundamentaltheologie]] in Tübingen berufen, [[Konzilsberater]] (''Peritus'') des [[Bischof]]s von [[Bistum Rottenburg-Stuttgart|Rottenburg]], [[Carl Joseph Leiprecht]] beim Zweiten Vatikanischen Konzil.
  
=== Kein echter [[Konzilstheologe]] ===
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Küng entwarf konsequent eine Antithese zwischen der seit dem Mittelalter einseitig überbetonten "Pyramide" ([[Hierarchie]]) als Prinzip der Kirche und dem "Communio"-Begiff (d.h. Gemeinschaft) der Kirche und legte seine Konzeption dann im Buch ''Die Kirche'' von 1967 vor. Mit der von Küng wie auch von Theologen wie [[Yves Congar]] entwickelten [[Communio]]-Theologie nahm das Zweite Vatikanische Konzil einen Grundgedanken der [[Patristik]] wieder auf, die κοινωνία (''koinōnía'', griech.: "Gemeinschaft"): Kirche als Gemeinschaft mit Jesus Christus im Glauben an das Evangelium und in den Sakramenten, vorzüglich in der eucharistischen Tischgemeinschaft mit dem auferstandenen Gekreuzigten, die zur Vereinigung der Gläubigen mit der [[Gemeinschaft der Heiligen]] führt.<ref>[[Lexikon für Theologie und Kirche]], 3. Aufl., Bd. 2, Sp. 1280-1283, Art. Communio I. Systematisch-theologisch (Joachim Drumm)</ref>
  
Küng war von 1962 bis 1963, inzwischen ohne [[Habilitation]] zum Professor in Tübingen berufen, selbst [[Konzilsberater]] des [[Bischof]]s von [[Bistum Rottenburg-Stuttgart|Rottenburg]], [[Carl Joseph Leiprecht]]. Schon während des Konzils stellte Küng, nach eigenen Angaben, aber zweifelnd fest, dass das Konzil die von ihm und seinen Gesinnungsfreunden vorgesehenen Ziele nicht erreichen werde. In die Theologenkommissionen brachte er sich nicht ein, beriet auch keine deutschen Bischöfe. Er wirkte insbesondere als lateinischer "Ghostwriter" für andere Bischöfe (vgl. Bd. 1, ''Erkämpfte Freiheit'', S. 473 f.). Nach eigenem Eingeständnis können nur etwa fünf Sätze in den Konzilsdokumenten mittelbar auf seine Entwürfe zurückgeführt werden (ebd., S. 484). Allerdings würde kein Redenschreiber eines Bundespräsidenten deshalb sagen, er sei ''der wahre Autor'' gewesen, wie Küng suggeriert. Längst vom ersten Bucherfolg 1960 beflügelt, konzipierte Küng weitere "Bestseller". Er entwirft konsequent eine falsche Antithese zwischen mittelalterlicher "Pyramide" ([[Hierarchie]]) und moderner "Communio" (d.h. Gemeinschaft; wobei eine theologische Abgrenzung zur politisch verstandenen "Volksgemeinschaft" fehlt) in der Kirche. Seither kritisiert er, dass der Papst damals zu sehr der "Macht" der "kurialen Partei" nachgegeben habe. Küng legte seine eigene Konzeption dann im Buch ''Die Kirche'' von 1967 vor, das in Teilen bereits seiner sehr erfolgreichen Vortragsreise durch die USA 1963 entsprang. Hans Küng rühmt noch heute das 1966 veröffentlichte Werk, das als [[Holländischer Katechismus]] bekannt wurde, bezeichnet aber das verbindliche [[Credo des Gottesvolkes]] von 1968 (und insb. den Opfercharakter der Messe) in seinen Memoiren als antiquiert (Bd. 2, S. 70 f; "römische Provokation"). Auch der liberale Konzilshistoriker [[Guiseppe Alberigo]] rechnet Küng nicht einmal zu den Konzilstheologen.
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In der dogmatischen Konstitution über die Kirche ([[Lumen gentium]]) sieht das Konzil die  
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Kirche in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, "der für die ganze Kirche und die Gläubigen einzeln und insgesamt der Urgrund der Vereinigung und Einheit in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet ist" (LG 13). Zugleich ist das "pilgernde Gottesvolk" im [[Mystischer Leib Christi|Mystischen Leib Christi]] verbunden mit der [[Gemeinschaft der Heiligen]] (''Communio Sanctorum''): "Denn wie die christliche Gemeinschaft unter den Erdenpilgern uns näher zu Christus bringt, so verbindet auch die Gemeinschaft mit den Heiligen uns mit Christus, von dem als Quelle und Haupt jegliche Gnade und das Leben des Gottesvolkes selbst ausgehen.(LG 50)
  
=== Mit öffentlicher Wirkung ===
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=== Nachkonziliare Diskussionen ===
 
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Im Anschluss an die Debatte um die Enzyklika von Papst Paul VI. [[Humanae vitae]] seit 1968 erlangt Küng im europäischen und nordamerikanischen Katholizismus Aufmerksamkeit, indem er die [[Unfehlbarkeit]] des Papstes kritisiert<ref>insb.: ''Unfehlbar? Eine Anfrage'' von 1970); zu seiner Argumentation: Bd. 2, S. 225 (Replik [[Ratzinger]]). Das diesbezügliche, mehrfach verzögerte Verfahren (vgl. Dokument [[Mysterium ecclesiae]]; die Antwort auf die "Anfrage")</ref> vor der [[Glaubenskongregation]] endete nach neuen Polemiken seitens des Papstkritikers am 15. Dezember 1979  mit dem Entzug der kirchlichen Lehrbefugnis (''missio canonica''). Die [[DBK|deutschen Bischöfe]] kritisierten in einer Erklärung aus diesem Anlass: "Bei Professor Küng ist nicht mehr klar, dass die [[Kirche]] in ihren amtlichen Instanzen (Bischofskollegium, Konzil, Papst) angesichts einer bestimmten geschichtlichen Situation das christliche [[Glaubensbekenntnis]] in einem verpflichtenden Spruch auf eine legitime Weise und unter festumschriebenen Bedingungen untrüglich auszulegen vermag" ([[Die deutschen Bischöfe]] 25, S. 6). Andere Bücher Küngs waren zwar nicht förmlich Gegenstand dieses Verfahrens, riefen aber gleichfalls kritische Reaktionen sowohl der Glaubenskongregation als auch der deutschen Bischöfe hervor, insbesondere das Werk "''Christsein''" von 1974. Die Nachfolge Jesu heute drücke sich demnach in der Annahme eines Grundvertrauens zur Güte Gottes aus. Jesus sei ''für uns'' der Gekreuzigte und bleibe mithin (nur) im [[Christentum]] die maßgebliche Persönlichkeit der Gotteserfahrung, auch im Scheitern. Ein weiterer Bucherfolg derselben Art gelang 1978 mit ''Existiert Gott?'' Der Dogmatiker [[Leo Scheffczyk]] machte daher bereits 1980 darauf aufmerksam, dass diese bloßen Behauptungen, als "Credo" verkauft, viel weiter vom christlichen Bekenntnis entfernt seien (Jesus ist der [[Christus]], der ''für uns Gekreuzigte'' [= der sich opfernde Erlöser]) als man auf den ersten Blick feststelle.
Im Anschluss an die Debatte um die so gen. ''Pillen-Enzyklika'' [[Humanae vitae]] seit 1968 erlangt Küng in weitesten Kreisen des europäischen und nordamerikanischen Katholizismus höchste Aufmerksamkeit, indem er die [[Unfehlbarkeit]] des Papstes kritisiert (insb.: ''Unfehlbar? Eine Anfrage'' von 1970); zu seiner Argumentation: Bd. 2, S. 225 (Replik [[Ratzinger]]). Das diesbezügliche, mehrfach verzögerte Verfahren (vgl. Dokument [[Mysterium ecclesiae]]; die Antwort auf die "Anfrage") vor der [[Glaubenskongregation]] endete nach neuen Polemiken seitens des Papstkritikers am 15.12.1979  mit dem Entzug der kirchlichen Lehrbefugnis (''missio canonica''). Andere Bücher des Bestsellerautors waren zwar nicht förmlich Gegenstand dieses Verfahrens, riefen aber gleichfalls kritische Reaktionen sowohl der Glaubenskongregation als auch der deutschen Bischöfe hervor, insbesondere das viel gelesene und von weiten Kreisen im [[Klerus]] und katholischen Bürgertum der 1970-er Jahre begeistert gefeierte Werk "''Christsein''" von 1974. Die Nachfolge Jesu heute drücke sich demnach in der Annahme eines Grundvertrauens zur Güte Gottes aus. Jesus sei ''für uns'' [= aus ''unserer'' Sicht] der Gekreuzigte und bleibe mithin (nur) im [[Christentum]] die maßgebliche Persönlichkeit der Gotteserfahrung, auch im Scheitern. Ein weiterer Bucherfolg derselben Art gelang 1978 mit ''Existiert Gott?'' Der Dogmatiker [[Leo Scheffczyk]] machte daher bereits 1980 darauf aufmerksam, dass diese bloßen Behauptungen, als "Credo" verkauft, viel weiter vom christlichen Bekenntnis entfernt seien (Jesus ist der [[Christus]], der ''für uns Gekreuzigte'' [= der sich opfernde Erlöser]) als man auf den ersten Blick feststelle.
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=== Projekt Weltethos: Gemeinsamkeiten oder Synkretismus? ===
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Im Jahr 1990 veröffentlichte Küng sein  „Projekt Weltethos“ und sieht sich daher als Begründer einer Art von organisiertem postmodernen [[Humanismus]] oder ''Religions-Synkretismus''. Einige jüngere Schriften, die Küng jeweils mit fachlicher Hilfe von Experten schrieb, befassen sich daher mit dem [[Judentum]] und dem [[Islam]].
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Anlässlich seines 80. Geburtstages warb Küng 2008 um zusätzliche Unterstützung: "''Die Fortsetzung seiner Arbeit sieht Küng allerdings als nicht gesichert an. «Unsere finanzielle Basis, die ''Graf von der Groeben'' 1995 mit seiner Millionenspende gelegt hat, bedarf dringend einer Verbreiterung, um diese Arbeit langfristig sicher zu stellen.» In gewisser Weise wird Küng aber auch nach seinem Tod über die Arbeit seines Weltethos-Teams wachen: Schon jetzt steht vor dem Gebäude der Stiftung, in dem Küng zugleich wohnt, eine Büste des Theologen''" (Mitteldeutsche Zeitung, 18.03.2008).
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Interessant zum ''Projekt Weltethos'' ist auch eine Aufzeichnung der Sel. [[Anna Katharina Emmerick]] (siehe dort).
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== Würdigung ==
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Obwohl theologische Arbeiten von Hans Küng derzeit wenig Resonanz finden (auch nicht seine "hegelianische" Quasichristologie, ''Menschwerdung Gottes'' von 1970), genießt er an vielen Stellen im deutschen Katholizismus einen hohen Stellenwert und wurde nicht zu Unrecht als eine Art ''Sprachrohr'' einer modernen bürgerlichen Christenexistenz wahrgenommen, für die das überlieferte [[Dogma]] nur als Anhaltspunkt der je "neuen" [[Interpretation]] der ''Botschaft Jesu'' von Bedeutung sein soll, unter Berufung auf einen von vielen als zwingend notwendigen "[[Paradigmenwechsel]]". Ob diese "Interpretation" glückt oder nicht wird nicht näher befragt.
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Für die Mehrheitsmentalität, für die Küng wirbt, ist es eine "letzte Hoffnung", dass in Kürze sowohl die kirchliche Moral wie auch das Amt (und insbesondere das Priestertum) an den Horizont der (flüchtigen) Gegenwart angepasst werden. Die Verzögerung überfälliger Reformen wie der Freistellung des Zölibates der Priester, der [[Frauenordination]], der offenen Billigung der [[Ehescheidung]] etc. (also: Übernahme der völlig erfolglosen [[protestantisch]]en Modelle, einschließlich des [[Staatskirchentum]]s) verursache bei vielen kirchlich Beschäftigten einen so hohen Leidensdruck, dass "die Kirche" kaum noch zu retten sei. (Gemeint ist: Der Sektor kirchlich Beschäftigter verdiene Bezahlung auch ohne Gegenleistung.)
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== Wirkung ==
 
== Wirkung ==
Mit Billigung der [[Deutsche Bischofskonferenz|Deutschen Bischofskonferenz]] wurde Hans Küng zwar Anfang der 1980-er Jahre die [[Missio canonica]] entzogen, er konnte als "ökumenischer" Theologe aber sein Institut in vollem Umfang bis 1996 weiter außerhalb der katholischen Fakultät betreiben. Als flott, eingängig und vereinfachend formulierender Gesprächspartner war Küng jahrzehntelang eine gesuchte Adresse für deutschsprachige Medien. Er schuf und verbreitete das Bild vom "Großinquisitor" Joseph Ratzinger, das bis 2005 die Zeitungen und das Fernsehen in [[Deutschland]], [[Österreich]] und der [[Schweiz]] beherrschte. Die jüngste Polemik gegen den Papst wurde in ''Denkanstöße 2009'' aus dem Piper-Verlag (S. 121-138) abermals abgedruckt.  
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Mit Billigung der [[Deutsche Bischofskonferenz|Deutschen Bischofskonferenz]] wurde Hans Küng zwar die ''[[Missio canonica]]'' entzogen, er konnte als "ökumenischer" Theologe aber sein Institut in vollem Umfang bis 1996 weiter außerhalb der katholischen Fakultät betreiben. Als eingängig und verständlich formulierender Gesprächspartner war Küng jahrzehntelang eine gesuchte Adresse für deutschsprachige Medien.  
  
Unter anderem werden in dem autobiographischen Werk folgende Persönlichkeiten gezielt kritisiert.
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Am 24. September 2005 wurde Hans Küng durch Papst [[Benedikt XVI.]] in [[Castel Gandolfo]] in Privataudienz empfangen. Im Kommuniqué berichtete Küng, dass sein "Weltethos" keinen Religionssynkretismus konstruieren wolle, sondern nur eine gemeinsame Ethik im Blick habe. Zuvor war er bereits am 2. Dezember 1965 einmal von Papst [[Paul VI.]] in privater Audienz empfangen worden. Dieser bemerkte, nach dem Zeugnis von ''[[Yves Congar]]'', ''zu wenig Liebe'' bei Küng.<ref>vgl. Bd. 2 (2007), S. 635</ref>
  
:Papst [[Pius XII.]], Papst [[Paul VI.]], Papst [[Johannes Paul II.]], Papst [[Benedikt XVI.]], Kardinal [[Josef Frings]], Kardinal [[Julius Döpfner]], Kardinal [[Amleto Cicognani]], Kardinal [[Leo Suenens]], Kardinal [[Bernard Alfrink]], Kardinal [[Achille Liénart]], Kardinal [[Franz König]] und sogar Kardinal [[Johannes Willebrands]]. Aus Konzilszeiten betroffen sind auch Kardinal [[Pericle Felici]] und selbstverständlich Kardinal [[Alfredo Ottaviani]], Kardinal [[Pietro Parente]], Kardinal [[Giuseppe Siri]], ferner die Kardinäle [[Franjo Seper]] und [[Jérôme Hamer]] O.P. Der heutige Kardinal [[Walter Kasper]], auch Kardinal [[Karl Lehmann]] und massiv Kardinal [[Joseph Höffner]] ''(Bd. 2, S. 461: "Kardinal 0")'' werden im Zusammenhang mit dem ''Fall Küng'' niedergemacht; und gehässig gegen Kardinal [[Jean Daniélou]], aber auch Kardinal [[Henri de Lubac]] und (milder) Kardinal [[Yves Congar]] vorgegangen, aber ''en passant'' selbst Kardinal [[Leo Scheffczyk]], Kardinal [[Jorge Mejia]], Kardinal [[Avery Dulles]] S.J. und Kardinal [[Roberto Tucci]] S.J. kritisiert.  
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Hans Küng erhielt 2007 einen Kulturpreis der deutschen [[Freimaurer]] und wurde am 8. Mai 2007 in Tübingen durch Bundeskanzler a.D. Dr. h.c. mult. [[Helmut Schmidt]] anlässlich der VII. Weltethosrede als universaler Denker gerühmt.
  
Ferner sind weitere große deutsche Theologen im Visier des Kritikers, besonders [[Hans Urs von Balthasar]] und [[Karl Rahner]], dazu seine (ihm vorgesetzten, "bemitleidenswerten") Basler und Rottenburger Bischöfe, die gesamte deutsche Bischofskonferenz, die ''Verräter'' der Tübinger Fakultät und überdies auch Laien wie [[Giulio Andreotti]], [[Luise Rinser]], [[Jean Guitton]], oder der belgische Journalist [[Freddy Derwahl]]  (dessen Doppelportrait Küng-Ratzinger angeblich parteiisch war), u.v.a.m.
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Im Herbst 2009 fasste Hans Küng seine Spiritualität in ein Buch mit dem Titel "Was ich glaube". Das in die SPIEGEL-Bestsellerliste gelangte Spätwerk bietet wichtige Betrachtungen, etwa über das [[Gebet]], das Küng nach eigener Darstellung als flüchtiges "Danke" und "Bitte" praktiziert, oder auch über das [[Kreuz]], das der Theologe kaum noch erträgt und dem er sich nur in "Korrelation" zuordnet. Er hat folgerichtig das Kruzifix zuhause durch eine schöne griechische Jesus-Ikone ersetzt (ebd., S. 250).
Aufsehen erregte die Forderung von Hans Küng, Milde auch für [[Marcel Lefebvre]] und die [[Priesterbruderschaft St. Pius]] zu fordern.
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Auch für diese gelte: [[Toleranz]] ! (Vgl.: ''Umstrittene Wahrheit'', S. 427-31; ''dazu'' bekennt sich Küng in seiner Stellungnahme zur [[Hamburger Erklärung]] der [[DBK]] auf SPIEGEL online vom 05.03.2009 allerdings nicht.)
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Am 24. September 2005 wurde Hans Küng trotz allem durch Papst [[Benedikt XVI.]] in [[Castel Gandolfo]] in Privataudienz empfangen. Im Kommuniqué berichtete Küng, dass sein "Weltethos" (s.u.) keinen Religionssynkretismus konstruieren will, sondern nur eine gemeinsame Ethik im Blick habe. Zuvor war derselbe bereits am 2. Dezember 1965 einmal von Papst [[Paul VI.]] in privater Audienz empfangen worden. Dieser bemerkte, nach dem Zeugnis von ''[[Yves Congar]]'', schon damals ''zu wenig Liebe'' bei Küng (vgl. Bd. 2 (2007), S. 635).
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=== Begegnung von 2005 ===
Der mittlerweile bereits mit nahezu allen erdenklichen Würdigungen des ''gegenpäpstlichen'' Lagers überhäufte Hans Küng erhielt 2007 überdies einen Kulturpreis der deutschen [[Freimaurer]] und wurde am 8. Mai 2007 in Tübingen durch Bundeskanzler a.D. Dr. h.c. mult. [[Helmut Schmidt]], Hamburg, anlässlich der VII. Weltethosrede, als universaler Denker gerühmt.
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"Begegnung von Papst Benedikt XVI. mit Professor Hans Küng
 
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== Zur Glaubwürdigkeit des Professors Küng ==
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“Keine Inquisition gegen Ecône!” sagte Hans Küng 1975 in einem Interview mit der NZZ, erschienen in der Ausgabe vom 3. Oktober auf Seite 35. Er forderte [[Gerechtigkeit]] für die Traditionalisten und bemängelte das autoritäre, nicht von echten Gesprächen begleitete Vorgehen des Heiligen Stuhles unter [[Papst]] [[Paul VI.]] gegen [[Erzbischof]] [[Marcel Lefebvre]]. Papst [[Benedikt XVI.]] will in seinem [[Pontifikat]] die Versäumnisse von damals wiedergutmachen, und schon wieder ist Hans Küng unzufrieden und beklagt eine “zunehmende Verhärtung des Vatikans”.
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=== ''Ultima verba'' ===
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Ohne Unterlass kritisiert Küng weiterhin Papst und Kirche, z.B. in ''Le Monde'' am 24. Februar 2009. Neben etlichen anderen Werturteilen formulierte er: ''L'église risque de devenir une secte. Beaucoup de catholiques n'attendent plus rien de ce pape.'' (Die Kirche riskiere zur Sekte zu werden. Viele Katholiken erwarten gar nichts mehr von diesem Papst.) Kardinaldekan [[Angelo Sodano]] hat diese Beleidigung unverzüglich zurückgewiesen. Das Interview enthält aber noch weitere Falschaussagen: Ein deutscher Papst müsse sich ohne Zweideutigkeit zum Holocaust verhalten, ''se montrer sans ambiguité''. (Als sei [[Joseph Ratzinger]] dazu je zweideutig gewesen!) Weiter: Das II. Vatikanum repräsentiere die Integration des [[Paradigma]]s der [[Reform]] (und der Modernität) in die katholische Kirche. (Aber was heißt das?) Und: ''Je trouve scandaleux que pour le cinquantième anniversaire du lancement du concile par Jean XXIII., le pape n'ait pas fait l'éloge de son prédécesseur, mais ait choisi de lever l'excommunication de personnes opposées à ce concile.'' Es sei skandalös, dass zum 50. Jahrestag der Konzilsankündigung der Papst nicht seinen Vorgänger Johannes XXIII. gerühmt habe, sondern stattdessen die [[Exkommunikation]] von Konzilsgegnern aufgehoben habe. In Wahrheit ''hat'' der Papst am 25. Januar 2009 in ''St. Paul vor den Mauern'' über Konzil, Ökumene und auch seinen Vorgänger würdigend gesprochen, aber die Medien interessierten sich nicht dafür, sondern für SPIEGEL und Williamson. (Das Dekret, das Küng meint, datiert übrigens vom 21. Januar.)
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Wer, außer die so gen. "Konzilskirche", ist überhaupt zur Aufhebung von Exkommunikationen auch in schwierigen Fällen fähig? Eine Beugestrafe, die lange im Mittelpunkt progressiver Kritik stand, wird im [[Katechismus]] nur noch mit einem kurzen Abschnitt gestreift. Wenn das kein Fortschritt ist! ([[KKK]] Nr. 1463) Hans Küng krönt seine Kritik mit der Behauptung, die Theologie des Papstes datiere von 325, dem Konzil zu Nizäa. (Die italienische Presse machte daraus übrigens das "Konzil zu Nizza".)
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Anscheinend von dem Gefühl getrieben, in den Memoiren doch eine falsche Tonart angeschlagen zu haben, legte Küng im Herbst 2009 nochmals nach, indem er seine "Spiritualität" in ein Buch mit dem Namen "Was ''ich'' glaube" fasste. Das in die SPIEGEL-Bestsellerliste gelangte Spätwerk, möglicherweise ein Ersatzstück für den angekündigten III. Band der Autobiographie, bietet gerade für Küng-Kritiker wichtige Betrachtungen, etwa über das [[Gebet]], das Küng nach eigener Darstellung als flüchtiges "Danke" und "Bitte" praktiziert, oder auch über das [[Kreuz]], das der Theologe kaum noch erträgt; und dem er sich nur in "Korrelation" zuordnet. Er hat folgerichtig das Kruzifix zuhause durch eine schöne griechische Jesus-Ikone ersetzt (ebd., S. 250); um sich darin zu SPIEGELN?
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==== 2010 ====
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Am Feuer der [[Medienkrise 2010|Missbrauchsdebatte]], in der bisweilen schon eine schallende Ohrfeige zum Menschheitsverbrechen hochdefiniert wird, kochte so mancher sein Süppchen. Natürlich auch der alte Widersacher Hans Küng, der in einem "offenen Brief" an die (deutschen) Bischöfe zum Abfall von Rom aufforderte und dabei unserem Hl. Vater ein langes Register von "Sünden" gegen das II. Vatikanische Konzil vorhält. Darunter:
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''Er fördert mit allen Mitteln die mittelalterliche Tridentinische Messe und feiert selber die Eucharistiefeier gelegentlich auf Latein mit dem Rücken zum Volk.''
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Das ist er wohl, der Fluch der bösen Tat: Wenn man eine Lüge oft genug wiederholt, kann man zwar immer noch nicht die ''Texte'' des Konzils ungeschrieben machen, in denen es nun mal ausdrücklich heißt: „Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben“ (SC 36). Und von der Zelebrationsrichtung war auf dem Konzil nie die Rede. Aber der Lügner selbst verstrickt sich im Lauf der Jahre so sehr in seine Gespinste, dass er nur noch seine eigenen Erfindungen für die unumstößliche Wahrheit hält. (Das nennt man dann wohl "spekulative Theologie"?) Hans Küng ist mit seinem "Konzils-Brief", nicht nur in den Passagen zur Liturgie, ein erschütterndes Beispiel für die absolute Insuffizienz dieser "[[Wissenschaft]]".
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Es genügt, abschließend die selbstherrlichen Eingangszeilen des "Offenen Briefs" zu zitieren, den u.a. die Süddeutsche Zeitung verbreitete:
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"Verehrte Bischöfe,
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Joseph Ratzinger, jetzt Benedikt XVI., und '''ich''' waren 1962-1965 die beiden jüngsten [[Konzilstheologe]]n. Jetzt sind wir die beiden ältesten und einzigen noch voll aktiven. Mein theologisches Schaffen verstand ich stets auch als Dienst an der Kirche. Deshalb wende '''ich mich''' am 5. Jahrestag der Amtseinsetzung von Papst Benedikt in einem Offenen Brief an Sie, in Sorge um diese unsere Kirche, die in der tiefsten Vertrauenskrise seit der Reformation steckt. Eine andere Möglichkeit, an Sie zu gelangen, habe '''ich''' nicht.
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'''Ich''' habe es sehr geschätzt, dass Papst Benedikt '''mich''', seinen Kritiker, bald nach seinem Amtsantritt zu einem vier Stunden langen Gespräch einlud, das freundschaftlich verlief. Dies hat '''mir''' damals Hoffnung gemacht, dass Joseph Ratzinger, '''mein''' früherer Kollege an der Universität Tübingen, doch den Weg finden würde zur weiteren Erneuerung der Kirche und ökumenischen Verständigung im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils.
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'''Meine''' Hoffnungen und die so vieler engagierter Katholikinnen und Katholiken wurden leider nicht erfüllt, und '''ich''' habe dies Papst Benedikt in unserer Korrespondenz auch verschiedentlich wissen lassen. Er hat zweifellos seine alltäglichen päpstlichen Pflichten gewissenhaft erfüllt und uns auch drei hilfreiche Enzykliken über Glaube (?), Hoffnung und Liebe geschenkt.
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Aber was die großen Herausforderungen unserer Zeit betrifft, so stellt sich sein Pontifikat zunehmend als einer der verpassten Gelegenheiten und nicht der genützten Chancen dar (...) [usw.]" Wie Küng im Pamphlet von 2011 (''Ist die Kirche noch zu retten?'') bekundete, hat ihm aber kein einziger von fast 5.000 Bischöfen weltweit darauf geantwortet. Mit gutem Grund.
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'''Man vergleiche:'''
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==== von 2005 ====
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(Dokument zu der)
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"Begegnung von Papst Benedikt XVI.
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mit Professor Hans Küng
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Pressecommuniqué
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Pressecommuniqué:
  
 
Am Samstag, den 24. September 2005, fand in freundschaftlicher Atmosphäre ein Gespräch zwischen Papst Benedikt XVI. und Professor Hans Küng (Tübingen) statt. Beide Seiten waren sich einig, dass es nicht sinnvoll sei, im Rahmen dieser Begegnung in einen Disput über die Lehrfragen einzutreten, die zwischen Hans Küng und dem Lehramt der katholischen Kirche umstritten sind. Das Gespräch konzentrierte sich deshalb auf zwei Bereiche, die besonders in jüngerer Zeit im Vordergrund der Arbeit von Hans Küng stehen: die Frage des Weltethos und der Dialog der Vernunft der Naturwissenschaften mit der Vernunft des christlichen Glaubens.
 
Am Samstag, den 24. September 2005, fand in freundschaftlicher Atmosphäre ein Gespräch zwischen Papst Benedikt XVI. und Professor Hans Küng (Tübingen) statt. Beide Seiten waren sich einig, dass es nicht sinnvoll sei, im Rahmen dieser Begegnung in einen Disput über die Lehrfragen einzutreten, die zwischen Hans Küng und dem Lehramt der katholischen Kirche umstritten sind. Das Gespräch konzentrierte sich deshalb auf zwei Bereiche, die besonders in jüngerer Zeit im Vordergrund der Arbeit von Hans Küng stehen: die Frage des Weltethos und der Dialog der Vernunft der Naturwissenschaften mit der Vernunft des christlichen Glaubens.
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Ebenso bekräftigte der Papst seine Zustimmung zu dem Mühen von Professor Küng, den Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft neu zu beleben und die Gottesfrage dem naturwissenschaftlichen Denken gegenüber in ihrer Vernünftigkeit und Notwendigkeit zur Geltung zu bringen. '''Professor Küng seinerseits drückte seine Zustimmung zu dem Mühen des Papstes um den Dialog der Religionen wie um die Begegnung mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen der modernen Welt aus.'''
 
Ebenso bekräftigte der Papst seine Zustimmung zu dem Mühen von Professor Küng, den Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft neu zu beleben und die Gottesfrage dem naturwissenschaftlichen Denken gegenüber in ihrer Vernünftigkeit und Notwendigkeit zur Geltung zu bringen. '''Professor Küng seinerseits drückte seine Zustimmung zu dem Mühen des Papstes um den Dialog der Religionen wie um die Begegnung mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen der modernen Welt aus.'''
  
Città del Vaticano, 26. September 2005"
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Città del Vaticano, 26. September 2005.
  
=== Bedeutende Werke: ===
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=== Schriftverkehr zwischen der Glaubenskongregation und Professor Hans Küng ===
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'''[[Paul VI.]]'''
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* 6. Mai 1971 [[Kongregation für die Glaubenslehre]]: Schreiben an Prof. Hans Küng mit der Mitteilung der Schwierigkeiten, die die Kongregation in seinen Auffassungen gefunden hat.
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* 12. Juli 1971 [[Kongregation für die Glaubenslehre]]: Erneutes Schreiben zur selben Problematik.
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* 4. Juli 1973  [[Kongregation für die Glaubenslehre]]: Schreiben an Prof. Küng mit dem Angebot, "in einem Gespräch seine Meinung zu erklären".
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*24. Juni 1973 [[Kongregation für die Glaubenslehre]], Erklärung [[Mysterium ecclesiae]] zur Katholizität der Kirche, insb. über die [[Unfehlbarkeit]], ([[AAS]] 65 [1973] 396-408; [[Nachkonziliare Dokumentation|Nako]] 43, 128-167).
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* 4. September 1974 Schreiben von Prof. Küng, in dem er aus der Perslektive der Kongregation "diese Möglichkeit (zum Gespräch) ungenützt" ließ; "in seinen Antworten hat er nicht nachgewiesen, daß einige seiner Auffassungen über die Kirche nicht im Widerspruch zur katholischen Lehre stehen".
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*15. Februar 1975 [[Kongregation für die Glaubenslehre]]: [[Erklärung]] [[Sacra congregatio]] zum Abschluss des Lehrverfahrens zu Büchern von Prof. Hans Küng (AAS 67 [1975] 203-204; [[Nachkonziliare Dokumentation|Nako]] 43, 194-199).
  
*Hans Küng, ''Konzil und Wiedervereinigung'', München 1960
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'''[[Johannes Paul II.]]'''
*Ders., ''Erkämpfte Freiheit'', München 2002 (= Bd. 1)
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* 15. Dezember 1979 Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung [[Christi ecclesia a deo]] zu einigen Aspekten der Theologielehre des Prof. Dr. Hans Küng - [[Entzug der Lehrerlaubnis]] ([[AAS]] 72 [1980], 90-92).
*Ders., ''Umstrittene Wahrheit'', München 2007 (= Bd. 2)
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* 15. Mai 1980 [[Schreiben an DBK vom 15. Mai 1980|Schreiben]] an die [[deutsche Bischofskonferenz]] bezüglich Hans Küng.
*Ders., ''Was ICH glaube'', München 2009.
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==Literatur==
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== Bedeutende Werke ==
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* ''Konzil und Wiedervereinigung'', München 1960
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* '' Die Kirche'', Freiburg im Breisgau 1967
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* ''Wahrhaftigkeit. Zur Zukunft der Kirche'', Freiburg im Breisgau 1968
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* ''Unfehlbar? Eine Anfrage'', Zürich 1970
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* ''Christ sein'', München 1974
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* ''Projekt Weltethos'', München 1990
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* ''Erkämpfte Freiheit. Erinnerungen'', München 2002
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* ''Umstrittene Wahrheit. Erinnerungen'', München 2007 (= Bd. 2)
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* ''Was ich glaube'', München 2009
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* ''Erlebte Menschlichkeit. Erinnerungen'', München 2013
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== Literatur ==
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* [[Karl Rahner]] (Hrsg.): Zum Problem Unfehlbarkeit. Antworten auf die Anfrage von Hans Küng, [[Herder-Verlag]], Freiburg im Breisgau 1971 ([[Quaestiones disputatae]] 54)
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* [[Hans Urs von Balthasar]] u. a.: Diskussion über Hans Küngs „Christ sein“, Mainz 1976
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* [[Walter Jens]] (Hrsg.): Um nichts als die Wahrheit. Deutsche Bischofskonferenz contra Hans Küng. Eine Dokumentation, Piper Verlag, München 1978
 
* [[Leo Scheffczyk]]: Kursänderung des Glaubens, Theologische Bilanz zum Fall Küng [[Christiana Verlag]] 1980 (ISBN 3-7171-0771-2).
 
* [[Leo Scheffczyk]]: Kursänderung des Glaubens, Theologische Bilanz zum Fall Küng [[Christiana Verlag]] 1980 (ISBN 3-7171-0771-2).
 
* [[Leo Scheffczyk]]: Aufbruch oder Abbruch des Glaubens? Zum Buch H. Küngs [[Christiana Verlag]] 1976 (52 Seiten; 1. Auflage; ISBN 3717106473).
 
* [[Leo Scheffczyk]]: Aufbruch oder Abbruch des Glaubens? Zum Buch H. Küngs [[Christiana Verlag]] 1976 (52 Seiten; 1. Auflage; ISBN 3717106473).
* Freddy Derwahl: Der mit der Fahrrad und der mit dem Alfa kam. / [[Benedikt XVI.]] und Hans Küng - ein Doppelporträt
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* Freddy Derwahl: Der mit der Fahrrad und der mit dem Alfa kam: [[Benedikt XVI.]] und Hans Küng - ein Doppelporträt. Geschichte einer Freundschaft, [[Pattloch-Verlag]] 2006 (320 S.)
+
== Kirchliche Stellungnahmen zu Hans Küng ==
+
  
*24. Juni 1973 [[Kongregation für die Glaubenslehre]], Erklärung [[Mysterium ecclesiae]] zur Katholizität der Kirche, insb. über die [[Unfehlbarkeit]], (AAS 65 [1973] 396-408; [[Nachkonziliare Dokumentation|Nako]] 43, 128-167).
+
== Weblinks ==
*15. Februar 1975 Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung [[Sacra congregatio]] zu zwei Büchern des Professors Dr. Hans Küng, welche Meinungen enthalten, die der Lehre der Katholischen Kirche widersprechen (AAS 67 [1975] 203-204; [[Nachkonziliare Dokumentation|Nako]] 43, 194-199).
+
* [http://www.weltethos.org Stiftung Weltethos]
*15. Dezember 1979 Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung [[Christi ecclesia]] zu einigen Aspekten der Theologielehre des Prof. Dr. Hans Küng - [[Entzug der Lehrerlaubnis]] (AAS 72 [1980], 90-92).
+
* [http://www.kath.net/detail.php?id=16797 Sie sprechen uns aus unserer freimaurerischen Seele] [[Kath.net]] am 20. Mai 2007
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* [http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/im-priesteramt-verwurzelt katholisch.de: Im Priesteramt verwurzelt. Interview mit Küng-Biograph Freddy Derwahl], 10. März 2013
 +
* [http://www.kath.net/news/43079 Hans Küng schließt Sterbehilfe für sich selbst nicht aus] [[Kath.net]] am 30. September 2013
  
== Über Küng: ==
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== Anmerkungen ==
 
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<references />
* [[Matthias Matussek]] berichtet in ''Das katholische Abenteuer'', S. 197, von einem Küng-Witz den Erzbischof [[Johannes Dyba]] ihm 1998 erzählte: "Küng sollte ja eigentlich zum Papst gewählt werden. Aber er hat abgelehnt - weil er dann nicht mehr unfehlbar wäre."
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* Aus dem '''Kommentar''' von H.J. Herbort zur DOKUMENTATION über den Fall Küng (Hg. Walter Jens), DIE ZEIT 08/1978: "Nun ist Küng ja wohl eher mit der Tür ins Haus gefallen worden — die Goliaths und ihre „Sacra Congregatio pro doctrina fidei" teilen (unter Prot. N. 399/57 i — ''in responsione fiat mentio huius numeri'' ) dem David zusammen mit einer „Erklärung" über den römischen Lehrstandpunkt mit: „ ... stehen Ihnen jetzt zwei Wege offen: 1. die ''Ratio agendi'' sieht die Möglichkeit eines Kolloquiums mit den Vertretern der Kongregation vor; 2. oder Sie nehmen die in der Erklärung enthaltene Lehre gleich an..." Auf gut deutsch: Entweder Sie unterschreiben sofort oder später!"
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+
:[Das David-Goliath-Motiv war damals populär, um Küng als den "schwachen" Kämpfer gegenüber bösen "Mächtigen" zu profilieren.]
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== Weblinks ==
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*[http://www.weltethos.org Stiftung Weltethos]
+
*[http://www.kath.net/detail.php?id=9695 Geplantes interreligiöses Weltkloster]
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*[http://www.kath.net/detail.php?id=16797 Sie sprechen uns aus unserer freimaurerischen Seele]
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{{KathNet|Hans%20K%FCng}}
+
*[http://www.kath-info.de/kueng.html Notizen über Hans Küng] auf [[Kath-info]]
+
*[http://allocath.blogspot.com/2010/04/offene-antwort-auf-einen-offenen-brief.html Antworten auf den Offenen Brief Küngs, welcher die Widersprüchlichkeit Küngs aufzeigt]
+
*[http://www.kath-info.de/kueng.html Hans Küng] bei [[Kath-info]]
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[[Kategorie:Priester Schweiz|Küng, Hans]]
 
[[Kategorie:Priester Schweiz|Küng, Hans]]

Aktuelle Version vom 10. August 2018, 21:42 Uhr

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Quelle: privat

Hans Küng (* 19. März 1928 in Sursee, Schweiz) ist Priester der Diözese Basel, seit 1954 Buchautor und ehem. Professor (von 1960-1996). Er war Konzilsberater beim Zweiten Vatikanischen Konzil und wurde mit seinem Projekt "Weltethos" bekannt. Er kann "weder als katholischer Theologe gelten noch als solcher lehren."[1]

Hans Küng gilt als progressiver "Theologe", dem die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht weit genug gingen. In mehreren Positionen seines Denkens und seines literarischen Werkes geriet er in Widerspruch zum Lehramt der katholischen Kirche, was schließlich 1979 zum Entzug seiner kirchlichen Lehrerlaubnis führte. Küng wurde jedoch nie suspendiert oder exkommuniziert. Im April 2010 rief er die deutschen Bischöfe zu "Reformen" auch gegen den Papst auf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Noch unter Papst Pius XII. war Küng ein begabter Absolvent der Universität Gregoriana in Rom (1948-1955). Die Priesterweihe erhielt er im Germanicum in Rom am 10. Oktober 1954. Anschließend promovierte er 1957 an der Sorbonne in Paris mit der Arbeit "Rechtfertigung. Die Lehre Karl Barths und eine katholische Besinnung“. Weitere Studien absolvierte er in Amsterdam, Berlin, Madrid und London. Von 1958 bis 1959 war er Seelsorger an der Hofkirche in Luzern. Als wissenschaftlicher Assistent arbeitete er an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster von 1959 bis 1960.

Mit seinem ersten Publikumserfolg, dem Buch Konzil und Wiedervereinigung von 1960, fasste Küng die Erwartungen an das II. Vatikanum zusammen. Teilweise sind diese auch verwirklicht worden, jedoch hat das Konzil die Unverzichtbarkeit des Papsttums und des Bischofskollegiums für den Katholizismus mehrfach bekräftigt. Also hat das Konzil der wissenschaftlichen Theologie keinen Führungsanspruch in der Kirche zugebilligt, was seit der Modernismuskrise um 1907 ein latenter Konfliktpunkt zwischen der kirchlichen Hierarchie und innovativen Konzepten seitens vieler Theologen geblieben war.

[Bearbeiten] Konzilsberater von Bischof Leiprecht

Küng war von 1962 bis 1963, inzwischen ohne Habilitation zum Professor für Fundamentaltheologie in Tübingen berufen, Konzilsberater (Peritus) des Bischofs von Rottenburg, Carl Joseph Leiprecht beim Zweiten Vatikanischen Konzil.

Küng entwarf konsequent eine Antithese zwischen der seit dem Mittelalter einseitig überbetonten "Pyramide" (Hierarchie) als Prinzip der Kirche und dem "Communio"-Begiff (d.h. Gemeinschaft) der Kirche und legte seine Konzeption dann im Buch Die Kirche von 1967 vor. Mit der von Küng wie auch von Theologen wie Yves Congar entwickelten Communio-Theologie nahm das Zweite Vatikanische Konzil einen Grundgedanken der Patristik wieder auf, die κοινωνία (koinōnía, griech.: "Gemeinschaft"): Kirche als Gemeinschaft mit Jesus Christus im Glauben an das Evangelium und in den Sakramenten, vorzüglich in der eucharistischen Tischgemeinschaft mit dem auferstandenen Gekreuzigten, die zur Vereinigung der Gläubigen mit der Gemeinschaft der Heiligen führt.[2]

In der dogmatischen Konstitution über die Kirche (Lumen gentium) sieht das Konzil die Kirche in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, "der für die ganze Kirche und die Gläubigen einzeln und insgesamt der Urgrund der Vereinigung und Einheit in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet ist" (LG 13). Zugleich ist das "pilgernde Gottesvolk" im Mystischen Leib Christi verbunden mit der Gemeinschaft der Heiligen (Communio Sanctorum): "Denn wie die christliche Gemeinschaft unter den Erdenpilgern uns näher zu Christus bringt, so verbindet auch die Gemeinschaft mit den Heiligen uns mit Christus, von dem als Quelle und Haupt jegliche Gnade und das Leben des Gottesvolkes selbst ausgehen." (LG 50)

[Bearbeiten] Nachkonziliare Diskussionen

Im Anschluss an die Debatte um die Enzyklika von Papst Paul VI. Humanae vitae seit 1968 erlangt Küng im europäischen und nordamerikanischen Katholizismus Aufmerksamkeit, indem er die Unfehlbarkeit des Papstes kritisiert[3] vor der Glaubenskongregation endete nach neuen Polemiken seitens des Papstkritikers am 15. Dezember 1979 mit dem Entzug der kirchlichen Lehrbefugnis (missio canonica). Die deutschen Bischöfe kritisierten in einer Erklärung aus diesem Anlass: "Bei Professor Küng ist nicht mehr klar, dass die Kirche in ihren amtlichen Instanzen (Bischofskollegium, Konzil, Papst) angesichts einer bestimmten geschichtlichen Situation das christliche Glaubensbekenntnis in einem verpflichtenden Spruch auf eine legitime Weise und unter festumschriebenen Bedingungen untrüglich auszulegen vermag" (Die deutschen Bischöfe 25, S. 6). Andere Bücher Küngs waren zwar nicht förmlich Gegenstand dieses Verfahrens, riefen aber gleichfalls kritische Reaktionen sowohl der Glaubenskongregation als auch der deutschen Bischöfe hervor, insbesondere das Werk "Christsein" von 1974. Die Nachfolge Jesu heute drücke sich demnach in der Annahme eines Grundvertrauens zur Güte Gottes aus. Jesus sei für uns der Gekreuzigte und bleibe mithin (nur) im Christentum die maßgebliche Persönlichkeit der Gotteserfahrung, auch im Scheitern. Ein weiterer Bucherfolg derselben Art gelang 1978 mit Existiert Gott? Der Dogmatiker Leo Scheffczyk machte daher bereits 1980 darauf aufmerksam, dass diese bloßen Behauptungen, als "Credo" verkauft, viel weiter vom christlichen Bekenntnis entfernt seien (Jesus ist der Christus, der für uns Gekreuzigte [= der sich opfernde Erlöser]) als man auf den ersten Blick feststelle.

[Bearbeiten] Wirkung

Mit Billigung der Deutschen Bischofskonferenz wurde Hans Küng zwar die Missio canonica entzogen, er konnte als "ökumenischer" Theologe aber sein Institut in vollem Umfang bis 1996 weiter außerhalb der katholischen Fakultät betreiben. Als eingängig und verständlich formulierender Gesprächspartner war Küng jahrzehntelang eine gesuchte Adresse für deutschsprachige Medien.

Am 24. September 2005 wurde Hans Küng durch Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo in Privataudienz empfangen. Im Kommuniqué berichtete Küng, dass sein "Weltethos" keinen Religionssynkretismus konstruieren wolle, sondern nur eine gemeinsame Ethik im Blick habe. Zuvor war er bereits am 2. Dezember 1965 einmal von Papst Paul VI. in privater Audienz empfangen worden. Dieser bemerkte, nach dem Zeugnis von Yves Congar, zu wenig Liebe bei Küng.[4]

Hans Küng erhielt 2007 einen Kulturpreis der deutschen Freimaurer und wurde am 8. Mai 2007 in Tübingen durch Bundeskanzler a.D. Dr. h.c. mult. Helmut Schmidt anlässlich der VII. Weltethosrede als universaler Denker gerühmt.

Im Herbst 2009 fasste Hans Küng seine Spiritualität in ein Buch mit dem Titel "Was ich glaube". Das in die SPIEGEL-Bestsellerliste gelangte Spätwerk bietet wichtige Betrachtungen, etwa über das Gebet, das Küng nach eigener Darstellung als flüchtiges "Danke" und "Bitte" praktiziert, oder auch über das Kreuz, das der Theologe kaum noch erträgt und dem er sich nur in "Korrelation" zuordnet. Er hat folgerichtig das Kruzifix zuhause durch eine schöne griechische Jesus-Ikone ersetzt (ebd., S. 250).

[Bearbeiten] Begegnung von 2005

"Begegnung von Papst Benedikt XVI. mit Professor Hans Küng

Pressecommuniqué:

Am Samstag, den 24. September 2005, fand in freundschaftlicher Atmosphäre ein Gespräch zwischen Papst Benedikt XVI. und Professor Hans Küng (Tübingen) statt. Beide Seiten waren sich einig, dass es nicht sinnvoll sei, im Rahmen dieser Begegnung in einen Disput über die Lehrfragen einzutreten, die zwischen Hans Küng und dem Lehramt der katholischen Kirche umstritten sind. Das Gespräch konzentrierte sich deshalb auf zwei Bereiche, die besonders in jüngerer Zeit im Vordergrund der Arbeit von Hans Küng stehen: die Frage des Weltethos und der Dialog der Vernunft der Naturwissenschaften mit der Vernunft des christlichen Glaubens.

Professor Küng stellte heraus, dass es bei dem Projekt Weltethos keineswegs um eine abstrakte intellektuelle Konstruktion gehe. Es werden vielmehr die moralischen Werte ins Licht gesetzt, in denen die großen Religionen der Welt bei allen Unterschieden konvergieren und die sich von ihrer überzeugenden Sinnhaftigkeit her auch der säkularen Vernunft als gültige Maßstäbe zeigen können.

Der Papst würdigte positiv das Bemühen von Professor Küng, im Dialog der Religionen wie in der Begegnung mit der säkularen Vernunft zu einer erneuerten Anerkennung der wesentlichen moralischen Werte der Menschheit beizutragen. Er stellte heraus, dass der Einsatz für ein erneuertes Bewusstsein der das menschliche Leben tragenden Werte auch ein wesentliches Anliegen seines Pontifikates darstellt.

Ebenso bekräftigte der Papst seine Zustimmung zu dem Mühen von Professor Küng, den Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft neu zu beleben und die Gottesfrage dem naturwissenschaftlichen Denken gegenüber in ihrer Vernünftigkeit und Notwendigkeit zur Geltung zu bringen. Professor Küng seinerseits drückte seine Zustimmung zu dem Mühen des Papstes um den Dialog der Religionen wie um die Begegnung mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen der modernen Welt aus.

Città del Vaticano, 26. September 2005.

[Bearbeiten] Schriftverkehr zwischen der Glaubenskongregation und Professor Hans Küng

Paul VI.

Johannes Paul II.

[Bearbeiten] Bedeutende Werke

  • Konzil und Wiedervereinigung, München 1960
  • Die Kirche, Freiburg im Breisgau 1967
  • Wahrhaftigkeit. Zur Zukunft der Kirche, Freiburg im Breisgau 1968
  • Unfehlbar? Eine Anfrage, Zürich 1970
  • Christ sein, München 1974
  • Projekt Weltethos, München 1990
  • Erkämpfte Freiheit. Erinnerungen, München 2002
  • Umstrittene Wahrheit. Erinnerungen, München 2007 (= Bd. 2)
  • Was ich glaube, München 2009
  • Erlebte Menschlichkeit. Erinnerungen, München 2013

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Kongregation für die Glaubenslehre Erklärung Christi ecclesia a deo über einige Hauptpunkte der theologischen Lehre von Prof. Hans Küng vom 15. Dezember 1979.
  2. Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 2, Sp. 1280-1283, Art. Communio I. Systematisch-theologisch (Joachim Drumm)
  3. insb.: Unfehlbar? Eine Anfrage von 1970); zu seiner Argumentation: Bd. 2, S. 225 (Replik Ratzinger). Das diesbezügliche, mehrfach verzögerte Verfahren (vgl. Dokument Mysterium ecclesiae; die Antwort auf die "Anfrage")
  4. vgl. Bd. 2 (2007), S. 635
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