Häresie

Aus Kathpedia
(Weitergeleitet von Häretiker)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Häresie kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet übersetzt "Wahl" oder "Auswahl". Im CIC heißt es im can. 751 "Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte beharrliche Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen beharrlichen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit". Immer wieder gab und gibt es in der Kirchengeschichte häretische Ansichten. Personen, die eine Häresie vertreten, bezeichnet man als Häretiker. Seit der Häresie der Katharer ist auch der eingedeutschte Begriff Ketzer gebräuchlich geworden.

Unter Heterodoxie versteht man allgemein Irrlehre. Also alles was von der offiziellen Lehre der Kirche abweicht. Der Begriff stammt von dem Griechischen "Herterodoxia" ab und bedeutet übersetzt "andere, irrende Meinung".

Inhaltsverzeichnis

Unterscheidung

Man unterscheidet die materielle von der formellen Häresie. Der formellen Häresie macht sich ein Getaufter, schuldig, der wissentlich eine der Lehre der Kirche entgegenstehende Lehre öffentlich vertritt oder eine durch göttlichen und kirchlichen Glauben (fide divina et catholica) festzuhaltende Wahrheit hartnäckig positiv leugnet (vgl. CIC 1983, can 751). Der hl. Thomas von Aquin lehrt: „Demnach ist Häresie eine Art des Unglaubens, geltend für solche, die zwar den Glauben Christi bekennen, aber seine Lehrsätze entstellen.“ (IIa-IIae q.11 a.1) Und weiter: „Wenn aber jemand, nachdem die Festlegung eines Glaubenssatzes durch die Autorität der Gesamtkirche erfolgt ist, einer solchen Anordnung hartnäckig widerstrebte, würde er als Häretiker angesehen.“ (ibid. q.11 a.2) Der formelle Häretiker zieht sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu (CIC, can 1364, § 1).

Von der formellen Häresie ist die materielle Häresie zu unterscheiden: das heißt das genannte Leugnen bzw. Fürwahrhalten geschieht weithin unbewusst und der materielle Häretiker bringt zum Ausdruck, dass er eigentlich den Glauben der Kirche vertreten will . Wenn sie auch, wie Matthias Joseph Scheeben schon erklärt hat, gegenüber der formellen Häresie im Hinblick auf die Schuldhaftigkeit des Häretikers als weitaus weniger verwerflich einzustufen ist, darf sie dennoch nicht schlichtweg als harmlos angesehen werden. Die Kirche hat ihr Auftreten pro foro externo stets mit kirchlichen Strafen belegt.

Bei der systematisch wesentlichen Frage schließlich, ob eine Position häretisch ist, ob es sich um eine sententia haeretica handelt, kommt es lediglich auf den objektiven Widerspruch zum katholischen Dogma an.

Zitate

Neues Testament

1. Diese Ermahnung lege ich dir ans Herz, mein Sohn Timotheus, im Gedanken an die prophetischen Worte, die einst über dich gesprochen wurden; durch diese Worte gestärkt, kämpfe den guten Kampf, (1Tim 4,14) gläubig und mit reinem Gewissen. Schon manche haben die Stimme ihres Gewissens missachtet und haben im Glauben Schiffbruch erlitten, darunter Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie durch diese Strafe lernen, Gott nicht mehr zu lästern. (1 Tim 1,18 ff EU)

2. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 18,18 EU)

Kirchenväter

"Wenn wir uns also darüber entsetzen, dass die Häresien, die zur Lähmung und zum Verderben des Glaubens auftreten, dies auch zu bewirken vermögen, so müssten wir uns erst darüber entsetzen, dass sie überhaupt existieren; denn entsprechend ihrem Sein haben sie ihre Wirksamkeit und entsprechend ihrer Wirksamkeit ihr Sein." (Tertullian)

Bischöfe und Häresien

Bischöfe können sich mitschuldig machen (Fremde Sünden), wenn sie durch Irrlehrer das Volk vergiften lassen und somit das ewige Heil verfehlen. Bischöfe dürfen zu Irrlehren von Theologen nicht schweigen, wenn es ihr Amt zu reden verpflichtet. Ebenso dürfen Bischöfe nicht zusehen ohne einzugreifen, wenn die Liturgie der Kirche verunstaltet wird. Eine kirchliche Autorität, die in der Frage der Mischehen nicht eindeutig spricht und gebietet, wird mitschuldig, dass viele vom Glauben schleichend abfallen und zahlreiche Familien als katholische ausgelöscht werden.[1]

Neben der Häresie gibt es auch das Schisma und die Apostasie.

Päpstliche Schreiben

Weblinks

Anmerkungen

  1. Fremde Sünden von Prof. Dr. Georg May auf Kath-info
Meine Werkzeuge