Großpönitentiar

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Großpönitentiar ist der Titel des Päpstliche Beauftragten für Bußfragen, das forum internum. Er leitet die Apostolische Pönitentiarie.

Im Jahr 1562 verfügte Pius IV. eine Reform aller Gnadenhöfe. Daraufhin folgte am 18. Mai 1569 die Um- und Neugründung der Ap. Pönitentiarie durch Pius V., nach Vorbild der Struktur, die Benedikt XII. dem Bußwesen am päpstlichen Hof gegeben hatte, aber unter Ausweitung des Personalstandes. "Chef" blieb der Großpönitentiar. Pius X. verfügte 1908 eine weitere Beschränkung auf den Gewissensbereich. Die Apostolische Konstitution Pastor Bonus bestätigte 1988 die Anordnungen von Pius XI. vom 25. März 1935. Der Großpönitentiar übt sein Amt, das wurde bereits unter Clemens V. auf dem Konzil von Vienne 1311/12 bestätigt, auch während der Sedisvakanz aus. Das Amt wird überdies frei und persönlich ausgeübt, unabhängig von Kollegialorganen. Das ist der heiklen Materie geschuldet. Gewöhnliche Vorgänge werden täglich durch den Regenten und zwei Beamte des Gnadenhofes erledigt. In schwierigeren Fragen tagt die Signatura der Pönitenziarie unter Vorsitz des Großpönitentiars. Er ist traditionell Kardinal. Eingaben durch die Gläubigen sind an diesen Bußgerichtshof unmittelbar möglich und stets absolut kostenfrei.

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