Ewiges Leben

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"Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen." (Joh 5,24 EU)

Ewiges Leben (griech.: Αιώνια ζωή; lat.: vita aeterna) oder Ewige Seligkeit (lat.: beatitudo aeterna) besteht in der nie endenden beseligenden Anschauung Gottes als Vollendung des übernatürlichen Lebens der Gnade, das Christus im Evangelium deshalb auch schon "Ewiges Leben" bezeichnet.[1] Es ist die vollkommene Teilhabe „an der göttlichen Natur“ (2 Petr 1,4 EU), an der Herrlichkeit Christi, der Gotteskindschaft, der Wonne des dreifaltigen Lebens,[2] dem Gott der Liebe ist (1 Joh 4,8 EU). Es wird auch "Himmel", "himmlisches Paradies", "ewige Heimat", "Haus des Vaters" oder "Freude unsres Herrn" genannt.[3]

Ewiges Leben besagt nicht den Fortbestand dieses irdischen, zeitlichen Lebens mit seinen Mühen und Sorgen, nur ohne den Tod,[4] alles Frühere jedoch, wird vergangen sein (Offb 21,4 EU). Der Glaube an das Ewige Leben wird in allen Glaubensbekenntnissen erwähnt. Der Katechismus der Katholischen Kirche (1992) behandelt unter dieser Überschrift die Letzten Dinge. Das Gegenteil des "ewigen Lebens" ist die "Ewige Strafe" (Mt 25,46 EU) der Hölle (Mt 23,33 EU).

Jeder Mensch ist mit einer geistigen, unsterblichen Seele, mit Verstand und freiem Willen ausgestattet, auf Gott hingeordnet und mit Seele und Leib zur ewigen Seligkeit berufen (KKKK, Nr. 358), denn Gott hat die Hoffnung auf das ewige Leben vor ewigen Zeiten verheißen (Tit 1,2 EU). Die Berufung ist die Einladung Gottes, sich entsprechend dem Ebenbild Gottes zu verwirklichen und einen besonderen Aspekt des Gedankens Gottes zum Ausdruck zu bringen.[5]Die gerechten Menschen (DH 4657) erhalten die Königskrone der Herrlichkeit,[6] sie erben (vgl. 1 Kor 6,9 EU) unvergängliches und Leben in Ewigkeit,[7] und werden im Buch des Lebens verzeichnet (vgl. Ps 69,29 EU). Das Ewige Leben ist Inbegriff des Heiles in und durch Christus (vgl. 1 Joh 5,13.20 EU). Wer sein Wort hört und dem glaubt, der ihn gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen (Joh 5,24 EU; Joh 3,36 EU). Das ewige Leben ist wie das Weilen im hellerleuchteten Hochzeitssaal, ein Jubeln in seliger Gemeinschaft, ohne Furcht vor dem Übel, sei es Sünde und Versuchung oder Krankheit und Tod.[8]

"Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferstehen lassen am Jüngsten Tag."(Joh 6,54 EU)

Der Zugang zur Seligkeit war allen im Alten Bund von der Ursünde bis zum Tod Christi verschlossen (DH 780 1000) und stand ab der Himmelfahrt Christi an offen (DH 1000). Die damaligen Gerechten weilten nicht schon vor der Erlösung im Paradies (DH 337; vgl. Limbus). Nach der Taufe gelangt zur Seligkeit, wer überhaupt keine Sünde mehr begangen hat[9], wie die Kinder, die noch vor dem Gebrauch des freien Willens gestorben sind.[10] Ferner jene, welche im Stand der Gnade bzw. in der Liebe[11] heimgingen und am Reinigungsort umgestaltet werden.[12] Sündenlose werden sogleich nach dem Tod, noch vor der Auferstehung der Toten und dem allgemeinen Gericht zur Anschauung Gottes gelangen (DH 991, 1000). Ewig vollendet wird das ewige Leben jedoch eigentlich erst, nach der Wiederannahme des Leibes unter dem Gleichnis des Lebens in einer Stadt, sowohl für die Gemeinschaft als auch für den einzelnen sein. Die Stadt des Himmlischen Jerusalems wird die ewige "Wohnstätte Gottes unter den Menschen" (Offb 21,3 EU) sein, dem der Strom des Lebens entströmt und wo der Baum des Lebens wächst (22,1f EU; 22,14.19 EU). Dann wird der "zweite Tod" in den Feuerpfuhl geworfen sein (20,14 EU), alles Gott vollkommen unterworfen und Gott alles in allem sein (1 Kor 15,28 EU). Es wird ein neues Paradies sein, in dem die Heiligen in Christus Jesus das Leben Gottes selbst im ewigen Hochzeitsmahl (vgl. Offb 19,9 EU) auf immer verkosten.[13] Die reale Vorwegnahme dieses endgültigen Festmahles ist die Eucharistiefeier,[14] ist die eucharistische Gemeinschaft. Christus sagt: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben", er "bleibt in mir und ich bleibe in ihm" (Joh 6,54-56 EU).[15]

Tabellarischer Überblick

Mensch (1 Kor 15,21f.45.47 EU) aufgrund: Folge für die Seele (KKK Nr. 1999) Folge für den Leib
Erster Adam von der Erde (irdisches Lebewesen) Ursünde durch Ungehorsam (Gen 3,1-24 EU): Fluch übernatürlicher Tod: Verlust der Heiligmachenden Gnade Sterben, körperlicher Tod (vgl. Gen 3,3 EU, Hebr 9,27 EU)
Zweiter Adam vom Himmel (lebendig machender Geist) Sühnetod aus Gehorsam (1 Joh 2,2 EU): Segen durch das Tragen der Sündenfolgen übernatürliches Leben: mit Christus sterben und wiedergeboren werden im Heiligen Geist durch die Taufe, dem Erhalt der Heiligmachenden Gnade = Erste Auferstehung Ewiges Leben (Röm 6,23 EU): mit Christus auferstehen: Zweite Auferstehung

Der Catechismus Romanus legt den Seelsorgern nahe, den Gläubigen die Glaubenswahrheit an das Ewige Leben tief einzuprägen, damit sie das Vergängliche gering achten, an der Überzeugung festhalten in diesem Leben nur Fremdlinge zu sein (1 Petr 2,11 EU), sie sollen durch den Hinweis auf den Lohn, der im ewigen Leben wartet, Mut machen, die dafür nötigen Opfer, gerne aus sich zu nehmen.[16] Denn die himmlische Seligkeit setzt die Maßstäbe für einen dem Gesetz Gottes entsprechenden Gebrauch der irdischen Güter. Das Natürliche Sittengesetz mit den Zehn Geboten, das Christliche Sittengesetz mit den Werken der Barmherzigkeit, den Seligpreisungen und den Evangelischen Räten, und nicht zuletzt den Geboten der Kirche, weisen den Weg zu diesem letzten Ziel (vgl. auch KKK, Nr. 1729).

Katechismus

Pius V.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Anmerkungen

  1. vgl. Bernhard Brinkmann: Katholisches Handlexikon, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1960, Artikel "Ewiges Leben", S. 77, (2. Auflage; Imprimatur N. 4-18/60 Monasterii, die 2. Februarii 1960, Böggering Vicarius Eppi Generalis).
  2. KKKK, Nr. 362; KKK, Nr. 1726
  3. DH 991, 1000, 4627; Mt 25,21 EU
  4. Erzbischof Wendelin Rauch (Hg.): Lexikon des katholischen Lebens, Herder Verlag Freiburg im Breisgau 1952, Artikel Ewiges Leben, Sp. 276 (1352 Spalten).
  5. Päpstliches Werk für geistliche Berufe: Schlussdokument In verbo tuo des Europäischen Kongresses im Mai 1997 über die Berufungen zum Priestertum und Ordensleben in Europa, Nr. 13.
  6. Weish 5,15 EU; Mt 25,46 EU
  7. 2 Makk 7,23.36 EU; vgl. Lk 18,18-30 EU
  8. vgl. Erzbischof Wendelin Rauch (Hg.): Lexikon des katholischen Lebens, Sp. 276.
  9. DH 857 925 1305
  10. DH 839, 1000, 1316
  11. DH 839 1546 1582 (4168).
  12. DH 857 925, 1000, 1074, 1305
  13. Andreé-Alphonse Viard und Jaques Guillet in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, Herausgegeben von Xavier Lèon-Dufour, Herder Verlag Freiburg 1981, S. 410 (Sonderausgabe der 2. Auflage; 827 Seiten; ISBN 3-451-1417-4; Imprimatur Freiburg im Breisgau, den 20. Juli 1964 Der Generalvikar Dr. Föhr).
  14. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche vom 22. Februar 2007, Nr. 31; Das Konzil von Trient sagt von der Eucharistie: "Er wollte überdies, dass es ein Unterpfand unserer künftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit" sei. (vgl. 2. Kapitel)
  15. vgl. Benedikt XVI.: Enzyklika Deus caritas est, Nr. 13-14.
  16. vgl. Pius V.: Catechismus Romanus 1566, Dreizehntes Kapitel: Zwölfter Glaubensartikel »Und ein ewiges Leben«.
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