Pfarrei

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Eine Pfarrei (österr. Pfarre, auch Gemeinde oder Kirchengemeinde) ist eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die in einer Teilkirche, also einer Diözese oder einer vergleichbaren hierarchischen Institution, auf Dauer errichtet ist und deren Seelsorge unter der Autorität des Diözesanbischofs einem Pfarrer als ihrem eigenen Hirten anvertraut wird.

Die Pfarrei ist in aller Regel territorial abgegrenzt und umfasst alle Gläubigen eines bestimmten Gebietes. Wo es jedoch angezeigt ist, können Personalpfarreien errichtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Leitung der Pfarrei

Zur Teilhabe am Amt Christi ist der Pfarrer, der gemäß Kirchenrecht Priester ist, berufen, um für diese Gemeinschaft die Dienste des Lehrens, des Heiligens und des Leitens auszuüben, wobei auch andere Priester oder Diakone mitwirken sowie Laien nach Maßgabe des Rechts mithelfen. Die Pfarrei besitzt Rechtspersönlichkeit und ist Rechtsträger, vertreten durch den Pfarrer. Die Mitverantwortung der Laien erfolgt im Pfarrgemeinderat bzw. Kirchengemeinderat für den Bereich der Seelsorge und christlichen Weltverantwortung und im Kirchenvorstand bzw. Pfarrverwaltungsrat für den Bereich der Vermögensverwaltung und der Verantwortung für Gebäude und Personal.

Der Bischof kann auch einer Ordensgemeinschaft eine Pfarrei übertragen. Dabei muss jedoch klar sein, welches Mitglied des Ordens gegenüber dem Bischof die Verantwortung übernimmt. Leitet ein Ordenspriester eine Pfarrei, ist er rechtlich ein Pfarradministrator, von den Gläubigen jedoch Pfarrer genannt. Wenn der Diözesanbischof wegen Priestermangels glaubt, einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei beteiligen zu müssen, hat er einen Priester zu bestimmen, der, mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet, die Seelsorge leitet.

Errichtung

Pfarreien zu errichten, aufzuheben oder sie zu verändern, ist allein Sache des Diözesanbischofs, der keine Pfarreien errichten oder aufheben oder nennenswert verändern darf, ohne den Priesterrat gehört zu haben.

Pastoralverbünde

Mehrere Gemeinden werden im deutschsprachigen Raum gegenwärtig immer öfter zu einem Pastoralverbund oder pastoralen Raum zusammengeführt. Diesem steht in der Regel ein Priester als Pfarrer aller (kirchenrechtlich nach wie vor existenten) Gemeinden vor. Weitere Priester können ihn als Kapläne/Vikare und Subsidiare unterstützen. Aufgrund des durch diese Vorgehensweise entstehenden Verwaltungsaufwand geht man mittlerweile vielerorts jedoch dazu über, Gemeinden aufzulösen, und die bestehende Kirche als Filialkirche einer Pfarrei anzugliedern. Mitunter werden die beiden Lösungsansätze auch kombiniert, so dass Pastoralverbünde entstehen, die sich aus mehreren Pfarreien zusammensetzen, denen wiederum Filialkirchen angegliedert sind.

In zahlreichen Bistümern übernimmt die kirchenmusikalische Betreuung für den Pastoralverbund der Seelsorgebereichskantor, unter dessen Leitung und Schulung weitere nebenamtliche Kirchenmusiker tätig sind.

Auf weltkirchlicher Ebene äußerte sich erstmals das Direktorium zum Hirtendienst der Bischöfe zu den Seelsorgeeinheiten:

„Eine immer stärkere Verbreitung finden die so genannten ‚Seelsorgeeinheiten‘, mit deren Hilfe man Formen der organischen Zusammenarbeit zwischen benachbarten Pfarreien als Ausdruck einer gemeinschaftlichen Seelsorge forciert. Wenn der Bischof die Errichtung solcher Strukturen für angemessen hält, dann soll er die folgenden Kriterien beachten: Die territorialen Bereiche müssen, auch in soziologischer Hinsicht, in homogener Weise abgegrenzt sein; die beteiligten Pfarreien sollen eine wirkliche gemeinsame Pastoral verwirklichen; die pastoralen Dienste müssen für alle Pfarreien in diesem Gebiet wirksam sichergestellt sein. Die andersartige Organisation der pastoralen Dienste darf nicht vergessen lassen, dass jede Gemeinde, auch wenn sie klein ist, ein Recht auf einen wirklichen und wirksamen pastoralen Dienst hat.“

Direktorium zum Hirtendienst der Bischöfe: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhles, Nr. 173, 22. Februar 2004

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