Gebetswoche für die Einheit der Christen

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Die Gebetswoche für die Einheit der Christen (Weltgebetsoktav) ist eine weltweite, jährliche Zeit von acht Tagen, in welcher im Sinne von Joh 17 EU, um die Wiedervereinigung der getrennten Christen gebetet wird. Die Gebetswoche findet in der römisch-katholischen Kirche vom 18. Januar[1] bis zum 25. Januar, dem Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus statt.[2] Sie wird von ökumenischen Gottesdiensten begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[3]

Mitte des 18. Jahrhunderts gab es eine christliche und geistliche Erneuerungsbewegung, die durch das Gebet zur Förderung der Einheit der Christen beitragen wollten. Von Anfang an, gab es katholische Gruppen, die bei solchen Initiativen aktiv mitmachten. Das Gebet für die Einheit der Christen, wurde von der Evangelischen Allianz (gegr. 1846) eingeführt und fand weite Verbreitung. Papst Leo XIII. regte 1895 durch eine Gebetsnovene vor Pfingsten das Gebet zur Wiedervereinigung an. Paul Francis Wattson, amerikanischer Anglikaner, entwickelte eine Gebetsoktav vom 18. Januar bis 25. Januar, mit dem Ziel der "Einheit mit dem Stuhl Petri" und warb seit 1907 für sie in seiner Zeitschrift "The Lamp", überzeugt, dass alle Christen dem römischen Papst Gehorsam schulden und Gebet das beste Mittel zu dieser Einigung ist. 1908 hielten zuerst einige Anglikanische und Katholische Kirchen Amerikas die Oktav, zum ersten Mal in Graymore, in New York. Papst Pius X. billigte die Oktav vom 18. bis 25. Januar im Jahre 1910. Am 25. Februar 1916 approbierte Papst Benedikt XV. die Einrichtung der "Gebetswoche für die Wiedervereinigug im Glauben" und gewährte Ablässe. Die Weltgebetsoktav wurde 1920 vom Weltkongress der protestantischen und östlichen Kirchen übernommen. Papst Pius XII. förderte 1946 und 1957 die Weltgebetsoktav. Seit 1966 werden Themen und Texte von einer gemeinsamen Kommission ("Kommission für Glauben und Kirchenfassung") des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und des "Ökumenischen Rates der Kirchen" (ÖRK) erarbeitet und von der Ökumenischen Centrale Frankfurt a. M. adaptiert herausgegeben.

Ablassmöglichkeiten

Ein vollkommener Ablass wird (unter den gewöhnlichen Bedingungen) demjenigen Christgläubigen gewährt, der an Veranstaltungen in der Gebetswoche für die Einheit der Christen teilnimmt und bei der Feier zum Abschluss der Gebetswoche anwesend ist. Ein Teilablass wird demjenigen Christgläubigen gewährt, der ein rechtmäßig approbiertes Gebet für die Einheit der Christen mit Andacht verrichtet (z. B. »Allmächtiger und barmherziger Gott« Omnipotens et misericors Deus; vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

Weblinks

Anmerkungen

  1. vor der Liturgiereform 1969: Fest der "Kathedra Petri"
  2. „Es gibt keinen echten Ökumenismus ohne innere Bekehrung“, lehrt das Konzil (Unitatis redintegratio, Nr. 7).
  3. LThK 1. Auflage 1938, Band 10, Weltgebetsoktav, Sp. 817; LThK 2. Auflage 1965, Band 10, Weltgebetsoktav, Sp. 1033; LThK 3. Auflage, Band 4, Gebetswoche für die Einheit der Christen, Sp. 324.
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