Friedrich Förner

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Friedrich Förner

Friedrich Förner (* 1570 in Weismain (Oberfranken); † 5. Dezember 1630 in Bamberg), war römisch-katholischer Theologe, Generalvikar und Weihbischof in Bamberg. Seine glänzende Beredsamkeit, seine tiefe Gelehrsamkeit und seine strenge Gläubigkeit war die Grundlage seiner Wirksamkeit.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Friedrich Förner wurde in Weismain im heutigen Oberfranken geboren, nahm seine Schulungen in Forchheim, Bamberg und Würzburg vor und studierte am "Collegium Germanicum", dem deutschen Kolleg zu Rom. Im April 1598 ordinierte er in Rom und wurde in Bamberg am Stift St. Stephan Kanonikus. Er wurde im September 1599 Pfarrverweser an der Pfarrkirche bei Unsere Lieben Frau, die volkstümlich in Bamberg, Obere Pfarre genannt wird; dieses Amt behielt er bis 1614 inne. Am 2. Dezember 1603 wurde er zum Domprediger für den Dom zu Bamberg ernannt. Friedrich Förner widersetzte sich mit Anderen gegen den amtierenden Weihbischof und Generalvikar Johann Schoner. In diese Zeit (1609) wurde den Kurfürsten Maximilian I. von Bayern von Anfeindungen und Verfolgungen bekannt, in denen Friedrich Förner in Bamberg lebte, welcher ihn schon vor mehreren Jahren zu seinen bayerischen Rat ernannte und ihn deshalb nach München ziehen wollte.

Nach dem Tode des Fürstbischofs Johann Philipp von Gebsattel welcher sein Mäzen war legte Johann Schoner sein Amt 1610 nieder und nach dessen Ämterniederlegung wurde Friedrich Förner von Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen zum Generalvikar ernannt. Im Auftrag des Fürstbischofs visitierte 1611 Friedrich Förner mit Anderen gründlich die ganze Diözese und traf daraufhin eine tiefgehende Reformation des Klerus wie des Kirchenvolkes. Die ursprünglichen Archidiakonate wurden aufgelöst an ihre Stelle traten vier Dekanate. Generalvikar Dr. Friedrich Förner teilte am 20. Dezember 1611 selbst dem Domkapitel mit, daß er als Weihbischof vorgeschlagen ist. Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen gründete am 22. Februar 1612 zum Wohle seiner Diözese ein Jesuitenkolleg, um für die Priester Exerzitien abzuhalten und das Volkmissionen vorgenommen werden konnten. Friedrich Förner gelang es aber nicht, Nürnberg der römisch-katholischen Kirche zurückzugewinnen.

Nachdem es keinen Weihbischof bis 1612 gab, mußten die Kleriker mit Dimissorien nach Würzburg reisen. Die Ernennung Friedrich Förners zum Weihbischof und Bischof von Hebron des Titularbistums Hebron geschah 1612 durch Papst Paul V.. Friedrich Förner wurde zum Weihbischof durch Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen am 7. Oktober 1612 konsekriert. Mit dem Amt des Weihbischofs war auch das Amt des Oberpfarrers bei St. Martin in Bamberg verbunden. Am 3. Dezember 1615 erhielt er zusätzlich ein Kanonikat in Forchheim.

Es sind einige seiner sehr umfangreichen Druckschriften von ihm bekannt, darunter zahlreich Predigten, u.a. eine katholische Kinderlehre. In seiner Stellung als Weihbischof, Pfarrer und Domprediger blieb er bis zu seinem Tode am 5. Dezember 1630. In seinem Testament hatte Friedrich Förner bestimmt, daß er in der Pfarrkirche St. Martin (bis zum Abbruch 1804) bestattet werden solle.

Seine Grabschrift sagte unter anderem, daß er durch seinen fleckenlosen Wandel, durch Eifer für die Religion, durch seine Gesandtschaften (nach Rom und Regensburg), durch die Weisheit seiner Ratschläge, durch den lebhaften Vortrag des Wort Gottes und durch seine Schriften der Welt bekannt war.

Friedrich Förner ist der eigentliche Begründer des Hospitium Marianum für Studierende in Bamberg, welches im Bereich seiner Pfarrei lag, zu dem er die Summe von 1000 fl. spendete.

Zeitalter der Hexenverfolgung

In Aufzeichnungen aus dem Jahr 1622 ergibt sich, daß Friedrich Förner auch einen Exorzismus an Kunigunde Kretzin anordnete, die aber vor der Ausführung des Exorzismus in der sogenannten "Büttelstube" verstarb.

Die "Hexenprozesse" im Hochstift Bamberg wurden stark befördert durch Friedrich Förner. Er war neben seiner Tätigkeit als die "Seele der Gegenreformation im Hochstift Bamberg", als unerbittlicher "Hexenverfolger" bekannt.. Er galt als ein "Hexenprediger", veröffentlichte 1625 seine auf deutsch gehaltenen 35 "Hexenpredigten" in lateinischenn Wortlaut und in gedruckter Form als Flugblätter bei den sonntäglichen Predigten in Sankt Martin.

Schriften von Friedrich Förner

Quellen

Literatur

  • Lothar Bauer, Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner: Beiträge zur Gegenreformation in Bamberg, 1965, 220 Seiten.

Siehe auch

Titularbistümer der Weihbischöfe von Bamberg

Weblinks