Eucharistische Opfergaben

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Eucharistische Opfergaben sind Brot und Wein, welche am Altar Gott durch den Priester bei der Vergegenwärtigung des Kreuzesofers in der Eucharistiefeier geopfert werden, damit sie geheimnisvoll durch den Heiligen Geist in Leib und Blut Christi zum Verzehr gewandelt werden. Beide sind "Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit".[1] Die beiden eucharistischen Gestalten versinnbilden die blutige Trennung des Leibes und Blutes Christi (MD, Nr. 70).[2]

Inhaltsverzeichnis

Brot

Nach dem Vorbild von Jesu letztem Abendmahl wird als gültige Materie reines, ungesäuertes Weizenbrot (also ohne Hefe oder Sauerteig) verwendet.

Das Brechen von Brot führt in der Praxis zum Entstehen von Bröseln und kleinen Partikeln, die aber in gleicher Weise Leib Christi sind wie die zur sakramentalen Kommunion bestimmten Bruchstücke. Um der Verunehrung dieser kleinen Partikel vorzubeugen (und wohl auch aus praktischen und Haltbarkeitsgründen) ging man im Mittelalter zur bis heute üblichen Form der Hostien über.

Wein

Zum Unterschied vom jüdischen Pascha, bei dem Rotwein verwendet wird, feiert die katholische Kirche im lateinischen Ritus die Heilige Eucharistie mit Weißwein. Dieser muss einem besonderen Reinheitsgebot entsprechen.

Symbolik

Brot
aus vielen Körnern bereitet, spricht es uns von der geheimnisvollen Einheit der vielen Menschen in der Kirche als mystischem Leib Christi. In der Hitze des Feuers gebacken weist es auf die Liebe hin, die das, was der Einzelne einbringt, erst zu einem Ganzen zusammenfügt und genießbar macht.
Weizenkorn
Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Erst im Sterben und Zerriebenwerden kann das Korn fruchtbar sein und seine Kraft für die Menschen nutzbar machen. Geben auch wir unser Einverständnis, zerrieben zu werden und Brot zu sein in Kirche und Welt, für die Menschen, die uns anvertraut sind.
Wein
So wie das Brot Gabe des täglichen Lebens ist, so ist der Wein Gabe der Freude, des Festes - denn der Mensch kann nur vom Alltag allein nicht leben. Der Wein spricht schon von der Feier des himmlischen Hochzeitsmahles.
Trauben
die Symbolik der Trauben, die in der Kelter gepreßt werden (damals noch mit den Füßen getreten), weist auf den Opfertod Jesu hin, der Sein Blut für uns vergossen hat. So wie auch faule Trauben und Staub, Erde und Ameisen in die Kelter kommen, so kommt unser Leben auch ganz in die Kelter, auch mit allen dunklen Stunden und Leiden aller Art. Die Gärung verwandelt, reinigt und klärt den Wein - und so wollen auch wir uns wandeln lassen, mit allem was unser Leben ausmacht, um verwendbar zu werden für Gott, bis wir wie klarer Wein sind.
Brot und Wein
Das Gotteslob 2013 Nr. 188, fasst in der vierten Strophe die Symbolik beider mit den Worten zusammen: "Wie die vielen Körner und die Trauben, eins geworden nun als Brot und Wein, lass uns alle, die wir an dich (Christus) glauben, eine Opfergabe dein Kirche sein."
Opferung
das bei manchen Heiligen Messen übliche feierliche Hinbringen der Gaben zum Altar lädt uns ein, ganz bewusst unser Leben, ja uns selber zu bringen, gleichsam auf den Altar zu legen und, um unsere ganz persönliche Wandlung zu bitten. Was kann der, der nichts bringt, wohl an Verwandeltem mitnehmen?

Brot und Wein als Zeichen der Einheit (Leo XIII.: Mirae caritatis 1902)

Auch die sichtbaren Zeichen dieses Sakramentes wecken recht passend den Geist der Einigkeit. Hierüber schreibt der hl. Cyprian: „Gerade auch die göttlichen Opfergaben zeigen vollends, dass die christliche Einigkeit durch treue und untrennbare Liebe unter sich verknüpft ist. Denn wenn der Herr das Brot, welches aus der Vereinigung vieler Körner gebildet wird, seinen Leib nennt, so kündigt er damit an, dass unser Volk, welches er trug, ein einiges ist. Und da er den Wein, aus vielen Trauben und Beeren ausgepresst und zur Einheit zusammengegossen, sein Blut nennt, so bezeichnet er wiederum unsere Herde als Einheit, die aus der Verbindung einer Menge gebildet wird.[3] In ähnlicher Weise drückt sich der englische Lehrer im Anschluss am ein Wort des hl. Augustinus[4] aus: „Unser Herr hat seinen Leib und sein Blut uns unter den Gestalten solcher Dinge übergeben welche eine aus vielen Teilen gebildete Art Einheit darstellen; denn das eine, nämlich das Brot, besteht aus der Vermengung vieler Körner zur Einheit, das andere, nämlich der Wein, ist aus dem Zusammenschlusse vieler Beeren zur Einheit gebildet. Und deshalb sagt irgendwo Augustinus: O Sakrament der Frömmigkeit, o Zeichen der Einheit, o Band der Liebe.“[5]

Die vier Elemente in den Eucharistischen Gaben

Jesus dankt im Gebet der Opferung Gott Vater für Brot uns Wein "Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit". Dabei ist der ganze Kosmos, bestehend aus den vier Elementen beteiligt:

  • Die Erde ist der Boden, in den das Weizenkorn gesät wird, damit es dort stirbt (Aszese), um Frucht zu bringen.
  • Das Wasser (der Gnade) dient einerseits dem Wachstum des Weizenkorns, anderseits für den Zusammenhalt (sozialer Aspekt) des Brotteiges.
  • aus der Luft nimmt die Pflanze wichtige Stoffe auf.
  • das Feuer (der Liebe) der Sonne lässt das Weizenkorn wachsen und im Feuer des Ofens wird das Brot gebacken.

Dieses Brot stellt aber auch die Arbeit des Menschen dar, sei es die Arbeit des Sämanns, des Erntearbeiters, des Müllers, des Bäckers, [6] der Wein des Winzers.

Tabellarischer Überblick

Mensch - Tod Menschwerdung Eucharistie[7] Auferstehung zum Ewigen Leben
Gen 2,17 EU Joh 1,1-18 EU Joh 6,51-58 EU Joh 5,24 EU (Erste)-Offb 20,6 EU-vgl. 20,14 EU
der Seele -
"Erbschuld" (Gen 3, 6)
Seele (Blut) Wein[8]Blut Christi Auferweckung oder Erste Auferstehung: (Taufe, Beichte vgl. Eph 2,6 EU) der unsterblichen Seele
des Leibes -
"Erbstrafe" (Gen 3, 16-19)
Leib (Fleisch) Brot → Leib Christi, Fleisch Zweite Auferstehung: (Eucharistie-Wegzehrung) des sterblichen Leibes
Verlust des Heiligen Geistes durch die Ursünde Menschwerdung durch den Heiligen Geist Wandlung im Heiligen Geist verwandelt, verklärt, verherrlicht Phil 3,21 EU durch den Heiligen Geist- überirdisch (himmlisch) und unvergänglich 1 Kor 15,1-58 EU

Materie und Form der Sakramente‎, Hostie, Messwein, Benedikt XVI. Predigt an Fronleichnam 2006

Anmerkungen

  1. Opferungsgebet in der Heiligen Messe.
  2. vgl. auch: Katechismus der katholischen Religion#46. LEHRSTÜCK: IM MESSOPFER WIRD DAS GEDÄCHTNIS DES ERLÖSENDEN LEIDENS GEFEIERT.
  3. 69. Brief an Magnus Nr. 5 (6).
  4. 26 Abhandlungen über das Evangelium des hl. Johannes Nr. 13,17.
  5. Summa theologica, 3. Hauptstück, 79. Quästion, 1 Artikel.
  6. vgl. Anne-Françoise Vater: Mit ganzem Herzen. Hinführung zur eucharistischen Anbetung, St. Benno Verlag 2012, S. 17+18 (207 Seiten, ISBN 978-3-7462-3328-4); in Klammer der Bezug zum geistlichen Leben.
  7. Die getrennten Gestalten von Brot und Wein weisen auf die Trennung von Leib und Blut hin und versinnbilden so den Tod Christi. In diesen getrennten Gestalten wird Christus gegenwärtig (MD, Nr. 70; Katechismus der katholischen Religion#46. LEHRSTÜCK: IM MESSOPFER WIRD DAS GEDÄCHTNIS DES ERLÖSENDEN LEIDENS GEFEIERT).
  8. Johannes Paul II.: die Priester bieten der Kirche den "Wein des Heils" (in der Eucharistie) dar: Pastores dabo vobis, Nr. 22; Hildegard von Bingen beschreibt in ihrem Buch Causae et curae den Wein so: "Der Wein ist das Blut der Erde und ist in der Erde wie das Blut im Menschen. Er hat eine gewisse Gemeinsamkeit mit dem Blut des Menschen..." (Das Buch hat übersetzt und ist herausgegeben von Manfred Pawlik, Pattloch Verlag Augsburg 1997, S. 177).
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