Eucharistische Anbetung zugunsten des Klerus und der Priesterberufe

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Hinweise

Kongregation für den Klerus
im Pontifikat von Papst
Benedikt XVI.
zur Förderung der Praxis der eucharistischen Anbetung zugunsten des Klerus und der Priesterberufe
8. Dezember 2007

(Quelle: Bei der Kleruskongregation)
Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Hinweise zur Förderung der Praxis der kontinuierlichen eucharistischen Anbetung[1] in den Bistümern (Pfarreien, Rektoraten, Kapellen, Klöstern, Konventen, Seminaren) zugunsten des Klerus und der Priesterberufe

Im Apostolischen Schreiben „Sacramentum caritatis“ hat der Hl. Vater, Benedikt XVI., die Lehre der Kirche hinsichtlich der zentralen Bedeutung, die der eucharistischen Anbetung im kirchlichen Leben zukommt, in einem an Hirten, Bischöfe, Priester und das Volk Gottes gerichteten Appell zur Ewigen Anbetung näher ausgeführt: „ Gemeinsam mit der Synodenversammlung empfehle ich darum den Hirten der Kirche und dem Gottesvolk von Herzen die eucharistische Anbetung, sei es allein oder in Gemeinschaft.“ (194) In diesem Zusammenhang wird eine angemessene Katechese von großem Nutzen sein, in der den Gläubigen die Bedeutung dieser Kulthandlung insofern erklärt wird, als sie eine tiefere, fruchtbringendere und lebendigere Teilnahme an der Feier der Liturgie ermöglicht. Ebenso sollten – je nach den örtlichen Gegebenheiten – vor allem in den bevölkerungsreicheren Gebieten Kirchen oder Oratorien bestimmt und eigens für die ewige Anbetung bereitgestellt werden. Außerdem empfehle ich, den Kindern im katechistischen Unterricht und besonders in den Vorbereitungskursen zur Erstkommunion den Sinn und die Schönheit des Verweilens bei Jesus nahezubringen und das Staunen angesichts seiner Gegenwart in der Eucharistie zu pflegen. (Sacramentum caritatis, 67)

Um diesem Appell des Hl. Vaters zu entsprechen, schlägt die Kleruskongregation in ihrer Sorge um die Priester Folgendes vor:

Jede Diözese sollte einen Priester beauftragen, der sich – so weit das möglich ist – hauptamtlich dem spezifischen Dienst der Förderung der eucharistischen Anbetung widmet und die Koordinierung dieser wichtigen Initiative auf Diözesanebene vornimmt. Indem er sich groβzügig dieser Aufgabe hingibt, wird zunächst er selbst die Möglichkeit haben, die Besonderheit dieses liturgischen, theologischen, spirituellen und pastoralen Lebens zu erfahren. Wo immer das möglich ist, sollte dies an einem Ort geschehen, der dafür vom Bischof selbst bestimmt und bereitgestellt wird und an dem die Gläubigen die Ewige eucharistische Anbetung gewinnbringend vollziehen können. So wie es Marienwallfahrtsorte gibt, in denen eigene Rektoren einem besonderen, den spezifischen Anforderungen angepassten Dienst vorstehen, könnten nun sozusagen „Eucharistische Wallfahrtsorte“ entstehen, mit verantwortlichen Priestern, die die besondere Liebe der Kirche zur heiligen Eucharistie ausstrahlen und fördern, die hl. Eucharistie auf würdige Weise feiern und kontinuierlich anbeten. Die Verleihung eines solchen Amtes innerhalb der Priesterschaft wird – wie Benedikt XVI. bemerkt – alle Diözesanpriester daran erinnern dass „gerade in der Eucharistie das Geheimnis ihrer Heiligung liegt (…) Vor allem anderen muss der Priester die Eucharistie anbeten und betrachten“ (Angelus, 18. September 2005);

Es sind besondere Orte für die ewige eucharistische Anbetung bereitzustellen. Zu diesem Zweck sollen Pfarrer, Rektoren und Kapläne ermutigt werden, die eucharistische Anbetung in ihren Gemeinden auf persönlicher wie auf gemeinschaftlicher Ebene einzuführen, wobei den jeweiligen Möglichkeiten im Einzelnen Rechnung getragen werden kann, um in gemeinsamer Anstrengung, das Gebetsleben zu vertiefen. Ausnahmslos alle lebendigen Kräfte sollten daran beteiligt sein, angefangen bei den Kindern, die sich auf die Erstkommunion vorbereiten;

Interessierte Bistümer können finanzielle Hilfsmittel beantragen, um die eucharistische Anbetung im Seminar, in den Pfarreien, in den Oratorien, den Rektoratskirchen, den Wallfahrtsstätten, den Konventen und Klöstern zu organisieren. Die göttliche Vorsehung wird sicherlich Spender veranlassen, auf geeignete Weise dazu beizutragen, dass dieses die Teilkirchen betreffende Projekt der eucharistischen Erneuerung verwirklicht werden kann, z.B. durch den Bau von Kultstätten, die für die Anbetung bestimmt sind oder durch Umbaumaßnahmen innerhalb von groβen Kirchengebäuden; durch den Kauf von Monstranzen oder liturgischer Gewänder; durch Bereitstellung von liturgischem, geistlich-pastoralen Material;

Die dem örtlichen Klerus gewidmeten Initiativen, vor allem die der Fortbildung dienenden, sollten stets vom eucharistischen Klima geprägt sein, was gerade dadurch begünstigt wird, dass ein angemessener Zeitraum der Anbetung des Allerheiligsten gewidmet wird, so dass dies, zusammen mit der Eucharistiefeier, die treibende Kraft für jedes persönliche und gemeinschaftliche Engagement wird;

Die Art und Weise der eucharistischen Anbetung wird sich je nach den örtlichen Gegebenheiten unterscheiden. Zum Beispiel:

ewige eucharistische Anbetung im 24-Stunden-Rhythmus; kontinuierliche eucharistische Anbetung von frühmorgens bis spätabends;

tagtägliche eucharistische Anbetung von … Uhr bis… Uhr; eucharistische Anbetung von… Uhr bis… Uhr an einem oder mehreren Wochentagen;

eucharistische Anbetung zu besonderen Gelegenheiten, Festen und Gedenktagen.

Die Kleruskongregation spricht allen Bischöfen, die dieses Projekt unterstützen wollen, ihren Dank aus. Sie ist sicher, dass diese Initiative zu einer geistlichen Erneuerung im Klerus und im Volk Gottes der jeweiligen Teilkirchen führen wird.

Um besser verfolgen zu können, auf welche Weise der Wunsch des Heiligen Vaters konkrete Gestalt annimmt, bitten wir die Ortsbischöfe, die sich für das Projekt interessieren, diesem Dikasterium mitzuteilen, wie sich die ewige eucharistische Anbetung innerhalb Ihrer Diözese entwickelt, vor allem, indem sie berichten, welche Priester und Orte in dieses wichtige eucharistische Apostolat einbezogen wurden.

Sofern erwünscht, steht die Kleruskongregation gern für weitere Anfragen zur Verfügung.

Vatikan, 8. Dezember 2007
Am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens

Anmerkungen

  1. Unter „kontinuierlicher eucharistischer Anbetung“ versteht man nicht nur die ununterbrochene 24-stündige Anbetung, sondern auch die von den frühen Morgen- bis zu den späten Abendstunden fortdauernde Anbetung. In der Tat kommt diese letztere Form Priestern und Gläubigen kleinerer Gemeinschaften besser entgegen. Selbstverständlich kann man dort, wo größere Zahlen von Gläubigen mit entsprechender Verfügbarkeit vorliegen, auch die Möglichkeit prüfen, das Allerheiligste ununterbrochen auszusetzen.

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