Erklärung von Micheie Nannaroni am 5. März 1779 auf Geheiß der Indexkongregation

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Erklärung

von Micheie Nannaroni
auf Geheiß der Indexkongregation
Pius VI.
über die Sakramentale Kommunion innerhalb der Heiligen Messe

5. März 1779

(Quelle: Joseph de Guibert, Documenta ecclesiastica christianae perfectionis studium spectantia (Dokumente des Lehramtes zum geistlichen Leben), übersetzt, aktualisiert und herausgegeben von Stephan Haering und Andreas Wollbold, Herder Verlag Freiburg-Basel-Wien 2012, [702 Seiten, ISBN 978-3-451-33110-7])

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Hintergrund

Nr. 531 Der Priester Giuseppe Guerrieri entfachte in der Stadt Crema 1733 eine theologische Kontroverse mit seiner Behauptung, nach göttlichem Recht sei dem Wunsch von Gläubigen zu entsprechen, von den Hostien zu kommunizieren, die in derselben Messe konsekriert wurden, an der sie teilnehmen. Nachdem dieser Streit fast die ganze Lombardei erfasst hatte, löste ihn Benedikt XlV. mit seinem Schreiben »Certiores effecti«.

Dieselbe Kontroverse entzündete jedoch P. Micheie M. Nannaroni von neuem, von dem mehrere Werke auf den Index gesetzt wurden. Er selbst musste am 5. März 1779 auf Geheiß der Indexkongregation eine Erklärung unterschreiben.

Dieselbe Lehre vertrat auch die Pseudo-Synode von Pistoia, De Eucharistia, Nr. 6, indem sie den Gläubigen das Recht zuerkannte, »del frutto particolare che proviene dalla communione liturgica (der besonderen Frucht, die aus der liturgischen Kommunion hervorgeht)« nicht beraubt zu werden. Damit ist die Kommunion innerhalb der Messe gemeint, welche als Kommunion »per modum sacrificii (in der Weise des Opfers)« von der einfachen Kommunion »per modum sacramenti (in der Weise des Sakraments)« zu unterscheiden sei.

Certiores effecti

Er erklärt, dass er anerkennt, dass die Kommunion der Gläubigen - gleichgültig ob sie innerhalb der Feier der Heiligen Messe oder außerhalb derselben mit zuvor konsekrierten Hostien erfolgt weder zum Wesen des Opfers noch zum Dogma gehört, sondern bloß zur äußeren Ordnung. Und er behauptet nur, dass, wenn die Gläubigen, gemäß dem Wunsch des Hl. Konzils von Trient, die Kommunion innerhalb der Messe empfangen, er dann allerdings gemäß der Meinung jener Theologen, die glauben, dass die Darbringung und die Vernichtung der Opfergabe ein wesentlicher Teil des Opfers sind (welche Meinung dem Unterzeichneten mehr auf den Literalsinn der Liturgien gestützt zu sein und der frühen Praxis mehr zu entsprechen scheint), glaubt, dass diese Gläubigen in größerem Umfang und in reichlicherem Maß Anteil an den Verdiensten dieses Messopfers erhalten, dem sie nicht nur beiwohnen, sondern worin sie auch sakramental kommunizieren, indem sie von dem dargebrachten Opfer essen und an ihm Anteil erhalten.

Darüber hinaus erklärt er, dass gemäß der gegenwärtigen Ordnung der heiligen Kirche, wie sie vom Konzil von Trient, von den päpstlichen Dekreten, vom Rituale und von den heiligen römischen Kongregationen vorgelegt und zugelassen ist, die Spendung der Heiligen Kommunion von bereits in anderen Messen konsekrierten Hostien erlaubt und fromm ist. Er fügt lediglich hinzu, dass diese Disziplin durch gewisse Priester verletzt werden kann, so oft sie, gegen den Wunsch und die Vorschrift der Kirche aus reiner Gleichgültigkeit und ohne Grund, den recht vorbereiteten Gläubigen die Kommunion in der Messe verweigern und die Kommunionspendung von bereits in anderen Messen konsekrierten Hostien bevorzugen.

Er erklärt weiter, dass die Gläubigen dem Gebot Gottes, die Kommunion zu empfangen, und dem Kirchengebot, die Kommunion in der Osterzeit zu empfangen, auch dann Genüge tun, wenn sie außerhalb der Messe kommunizieren. Ferner erklärt er, dass die Gläubigen ihre Pflicht,

Gott mit dem höchsten Kult des Opfers die Ehre zu erweisen, jedesmal erfüllen, wenn sie bei der Messfeier zugegen sind, sei es aus eigener Frömmigkeit, sei es, um an den Feiertagen dem Gebot der Kirche zu gehorchen und sich mit Geist und Gefühl mit der Absicht Christi und dem Handeln des opfernden und kommunizierenden Priesters vereinigen, auch wenn sie in dieser Messe nicht sakramental die Kommunion empfangen. Seiner Meinung nach würde es allerdings der Disziplin der Kirche und dem Handeln Christi mehr entsprechen, und die Gläubigen würden auch der Gnaden des Messopfers in größerem Maße teilhaftig, wenn sie mit denjenigen Hostien kommunizieren würden, die in derselben Messe, an der sie teilnehmen, konsekriert wurden. Damit verurteilt er aber diejenigen nicht, die aus einem vernünftigen Grund mit bereits in anderen Messen konsekrierten Hostien kommunizieren, noch missbilligt er den Brauch der »Generalkommunion« unter großem Andrang des Volkes.

Überdies erklärt er, dass er all das, was Benedikt XlV. in seinem Schreiben Certiores gelehrt hat, ehrt und hoch schätzt [ ... ] [Ferner widerruft er in allgemeiner Weise, was er in seinen vom Index verurteilten Werken gelehrt hat.]

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