Erklärung vom 15. Juni 1965

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Erklärung

des Consilium
unseres Heiligen Vaters
Paul VI.
bezüglich liturgischer Experimente
15. Juni 1965

(Offizieller lateinischer Text: N 1 [1965] 145)

(Quelle: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 1, Dokumente des Apostolischen Stuhls 1963 – 1973; Herausgegeben von Heinrich Rennings und Martin Klöckner, Verlag Butzon & Bercker Kevelaer 1983, S. 211 , Randnummern 405 (nach dem „Enchiridion Documentorum Instaurationis Liturgicae“; ISBN 3-7666-9266-6.

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Von vielen Stellen wird gelegentlich über gewisse Vorkommnisse berichtet, die sowohl die geltenden Rubriken als auch die Konstitution und die Instruktion über die heilige Liturgie übertreten. Die Urheber dieser Vorkommnisse aber versichern meistenteils, dass sie eine Genehmigung oder ein Indult vom "Consilium" zur Durchführung von Experimenten erhalten hätten.

Das "Consilium" erklärt, dass es außer den Indulten für die Konzelebration und die Kommunion unter beiden Gestalten, das für die Zeit vom 3. Juli 1964 bis zum 15. April dieses Jahres gewährt wurde, niemals ein anderes generelles Indult zur Durchführung von Experimenten gegeben hat.

Es erübrigt sich, daran zu erinnern, dass aufgrund Art. 40, 2 der Konstitution eine solche Genehmigung an eine für ein bestimmtes Gebiet zuständige kirchliche Autorität einzig und allein vom Apostolischen Stuhl erteilt werden kann; und selbst diese Experimente werden nur erlaubt a) für bestimmte Gruppen, b) die dafür geeignet sind und c) für eine bestimmte Zeit.

Wenn also das "Consilium" Experimente gestattet, wird es die Vollmacht dazu der für das Gebiet zuständigen kirchlichen Autorität immer mitteilen, und zwar schriftlich unter Hinzufügung der Bedingungen und Beschränkungen, unter denen die Durchführung der Experimente erlaubt ist.

Wenn deshalb von den geltenden Gesetzen abweichende Riten, Zeremonien oder sonstige Vorkommnisse gleich welcher Art in der Liturgie auftauchen, so sind sie alle als "private" Initiativen "nach eigenem Gutdünken" (vgl. Konstitution, Art. 22, § 3) eingeführt worden und gelten aus sich als von der Konstitution und vom "Consilium" verworfen.

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