Congregatio Iesu

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Congregatio Iesu (CJ) (auch: Englische Fräulein, in Irland und den USA: Institutum Beatae Mariae Virginis (IBMV); zur Zeit Maria Wards in Rom Jesuitinnen) ist der erste apostolische Frauenorden. Er wurde durch Maria Ward 1609 in Flandern gegründet. Die Generaloberin ist im Jahre 2009 Sr. Mechthild Meckl, im Jahre 2015 Sr. Jane Frances Mary Livesey.

Seit Januar 2004 darf sich die Gesellschaft "Congregatio Jesu" nennen; ihr Generalat befindet sich an der Via Nomentana in Rom – und ihre nun 1700 Mitglieder sind auf allen Kontinenten im Apostolat tätig (Osservatore Romano 8. Mai 2015, S. 6).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Congregatio Iesu ist eine Kongregation für Unterricht, Erziehung und Missionsaufgaben. Der volkstümliche Name "Englische Fräulein" kam auf, als sich Maria Wards Vorhaben einer weiblichen "Gesellschaft Jesu" (vergleichbar zu den männlichen Jesuiten) nicht verwirklichen ließ. Maria Ward gründete ihr Institut 1609/10 in St-Omer. Wegen dessen Neuerungen wurde das Werk durch die Bulle Pastoralis Romani Pontificis (13.1.1631) Urbans VIII. aufgehoben. Das Münchener Haus blieb dank den Wirren von Schwedenkrieg und Pest bestehen und konnte die in der Bulle nicht berührte Schultätigkeit weiterführen. Die von der Richtigkeit des eingeschlagenen Weges überzeugten ersten Mitglieder überwanden die Durststrecke, bis die Bischöfe von Augsburg und Freising die Niederlassungen in Augsburg und München 1680 unter ihren Schutz nahmen. Statt der 1693 aufs neue erbetenen Approbation des Instituts und der Konstitutionen erhielten die Mitglieder 1703 die Bestätigung von 81 Regeln. Im Augsburger Jurisdiktionsstreit 1743/49 wurde der Bestand der Gemeinschaft erschüttert. In der Konstitution Quamvis iusto (1749) anerkannte Benedikt XIV. das Amt der Generaloberin, untersagte aber aus Rücksicht auf die Bulle Urbans VIII., Maria Ward als Gründerin zu bezeichnen. Auch nach 1749 bildeten die Häuser keinen geschlossenen Verband, standen aber durch die Anerkennung der Generaloberin u. durch die Ausrichtung auf Regeln und Konstitutionen des heiligen Ignatius in lockerer Verbindung untereinander.

Das Institut breitete sich aus, v. a. in Bayern, auch in England, wo in York 1686 die erste katholische Schule seit der Reformation eröffnet wurde. Im 18. Jahrhundert erfolgten von Augsburg und München aus Gründungen in: St. Pölten (1706; von da aus in Prag und Budapest), Bamberg (1717), Fulda, Meran, Brixen, Mainz. Mit Gründungen in Rumänien und Indien im 19. Jahrhundert ging die Entwicklung zu einem internationalen Institut weiter. 1877 bekam das Institut die kirchliche Approbation als "Institutum Beatae Mariae Virginis". 1909 gab ihm Pius X. die Gründerin, Maria Ward, zurück. 1978 bekamen die Mitglieder die Anerkennung der von Maria Ward gewünschten ignatianischen Konstitutionen. - Sitz der Generaloberin war 1698-1929 München, ab 1929 Rom.

Da ab 1936 das Nazi-Regime die meisten Schulen der Gemeinschaft schloss, übernahmen die Schwestern neue Aufgaben im In- und Ausland. Nach 1945 gehörten die wiedereröffneten Bildungsstätten des Instituts zu den ersten, denen die Militärregierungen in Deutschland das Unterrichten gestattete. 1952 begannen die Englischen Fräulein mit der Erziehungsarbeit in Rhodesien (heute Simbabwe). 1953 erfolgte der Zusammenschluß dreier durch die polit. Ereignisse getrennten Generalate: Rom, St. Pölten, Mainz. Im kommunistischen Osteuropa jedoch wurden die Institutshäuser enteignet und die Schwestern in »Konzentrationsklöster« gesteckt. Aufgrund der politischen Wende 1989 konnten die osteuropäischen Schwestern zwar dann wieder frei ihr Ordensleben führen. 1991 entstand sogar eine Niederlassung in der Ukraine, 1994 eine in Sibirien. Doch just in jenen Jahrzehnten verstärkte sich, wie in fast allen Orden, der Nachwuchsmangel drastisch. Gab es 1975 noch 3215 Schwestern, so schrumpfte deren Zahl bis 2002 auf 2192. Die Ordenschronik klagt denn auch: »Der besonders starke Rückgang in West- und Mitteleuropa führte dazu, dass dort die meisten der eigenen Werke, also Schulen, Kindergärten und Heime, in andere Trägerschaft übergeben werden oder gar schließen mussten.« Wobei man den Namen »Maria Ward« freilich (wie ein Markenzeichen) zumeist weiterführte. Um 1999 umfaßt dieses römische Generalat 21 Provinzen, 2500 Mitglieder in acht Ländern Europas, in Indien und Korea, in Brasilien, Argentinien, Chile und Simbabwe. Die Irin Teresa Ball (1794-1861) brachte 1821 von Bar Convent in York das Institut nach Irland, wo die Englischen Fräulein als "Loretoschwestern" bekannt wurden (Generalat seit 1970 in Rom; Generalat der Loretoschwestern der USA und Kanadas in Toronto). 2015 wirken 2000 Mitglieder in 20 Ländern. Im deutschsprachigen Raum gibt es 520 Schwestern in 30 Niederlassungen.[1]

Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., besuchte einen Kindergarten der Englischen Fräulein.

Literatur

  • J. Leitner: Geschichte der Englsichen Fräulein und ihrer Institute, Regensburg 1869
  • G. v. Pechman: Geschichte des Englischen Institutes BMV in Bayern, München 1907
  • Th. Winkler: Maria Ward und das Institut der Englischen Fräulein in Bayern, 1626- 1810, München 1926
  • P. Wesemann: Anfänge des Amtes der Generaloberin. Dargestellt an der verfassungsrechtlichen Entwicklung des Instituts der Englischen Fräulein, München 1954
  • J. Grisar: Maria Wards Institut vor römischen Kongregationen, Rom 1966
  • H. Peters: Mary Ward. Ihre Persönlichkeit und ihr Institut, Innsbruck-Wien 1991,

Weblinks

Quellen

  • M. Immolata Wetter: LThK 3. Auflage, Band 3, Sp. 672-673.
  • Bernhard Hülsebusch in: Osservatore Romano 8. Mai 2015, S. 6.

Anmerkungen

  1. Video 
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