Einheitsübersetzung

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Die Einheitsübersetzung ist die offiziell verwendete Bibelübersetzung im deutschsprachigen Raum. Sie trägt ihren Namen daher, dass sie in allen deutschsprachigen Diözesen die Verwendung eines einheitlichen Textes ermöglicht. Sie ist die katholische Bibel für Liturgie, Schule, Familie und (Gemeinde-)Katechese und gilt als verbindliche Fassung.

Die Einheitsübersetzung war auch für evangelische Christen gedacht. Die ökumenische Zusammenarbeit von 1970 bis 1980 erstreckte sich im Alten Testament auf den Psalter und das Neue Testament.

Inhaltsverzeichnis

Übersetzer

Das Neue Testament und die Psalmen wurden in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erstellt. Die Einheitsübersetzung wird vom Katholischen Bibelwerk Stuttgart herausgegeben und für den liturgischen Gebrauch im römisch-katholischen Gottesdienst verwendet. Die offizielle Kooperation beider Kirchen begann 1967 und wurde 1970 durch einen Vertrag der deutschen Diözesen bekräftigt. Man arbeitete im gesamten deutschsprachigen Raum zusammen (Bundesrepublik Deutschland, DDR, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg und Ost-Belgien). Das Neue Testament wurde 1972 abgeschlossen, das Alte 1980.

Ziele der Übersetzung

Die Einheitsübersetzung wollte folgendes erreichen:

  1. Ersetzung der vielen in Verwendung stehenden Übersetzungen,
  2. einheitlicher Text für den kirchlichen Gebrauch in der römisch-katholischen Messe,
  3. Übersetzung nahe an den griechischen und hebräischen Urtexten, aber möglichst in heutiger Sprache, unabhängig von älteren Bibelübersetzungen,
  4. Übersetzung auch für Schulunterricht geeignet, daher mit Anmerkungen zum besseren Verständnis,
  5. Übersetzung in geeigneter Sprach-Rhythmik zum Vorlesen und Singen und Einbeziehung von Erkenntnissen der modernen Bibelwissenschaft.

Um die breite Verwendbarkeit (Aspekt 3-6) zu erreichen, wurden außer Theologen, Philologen und Bibelwissenschaftlern auch Fachleute für Didaktik, Medien, Kirchenmusik und Germanistik einbezogen. Um die Jahrtausendwende wurde eine Überarbeitung der ersten und derzeit gültigen Übersetzung geplant.

Die evangelischen Brüder und die Einheitsübersetzung

Die evangelischen Brüder verwendeten die Einheitsübersetzung wenig oder gar nicht in ihrer Liturgie. Sie blieben bei der ausdrucksstarken Übersetzung Martin Luthers.

Im September 2005 kündigte die EKD ihre Mitarbeit an diesem Bibeltext auf, so dass es künftig offiziell keine gemeinsame Bibelübersetzung der evangelischen und Katholischen Kirche geben wird.

Revidierte Einheitsübersetzung 2017

Eine "moderate Revision" der Einheitsübersetzung der Bibel wurde, nach zehnjähriger Arbeit, am 20. September 2016 von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt und ist ab dem Jahr 2017 verbindliche katholische Bibelausgabe für gesamten deutschen Sprachraum.[1] Damit endet ein zehnjähriger Arbeitsprozess, an dem Theologen, Bibel- und Sprachwissenschaftler sowie weitere Fachleute beteiligt waren. Basis für die Überarbeitung der 1979 erschienenen Einheitsübersetzung waren neue Erkenntnisse zu frühen Textzeugen, eine engere Orientierung am Urtext und die Berücksichtigung von Änderungen im aktuellen Sprachgebrauch. Im Frühjahr 2016 hat die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung der neuen Einheitsübersetzung zugestimmt (Recognitio). Die Katholische Bibelanstalt Stuttgart bereitet auf dieser Textgrundlage neue Bibelausgaben und die Überarbeitung der Liturgischen Bücher vor.[2] Die neue Einheitsübersetzung soll am 6. Dezember 2016 in erster Auflage auf den Markt kommen. Sie soll auch als E-Book erhältlich sein, das möglicherweise bis März 2017 fertiggestellt sei. Geplant sei zudem eine App.[3]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Deutsche Bischöfe stellen neue Einheitsübersetzung der Bibel vor Kath.net am 21 September 2016; Vorstellung im Rahmen der Vollversammlung der DBK auf Kathtube.
  2. Neue Einheitsübersetzung der Bibel erscheint im Herbst Kath.net am 26. April 2016
  3. Neue Einheitsübersetzung auch als E-Book Katholisch.de am 20. Oktober 2016
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