Ämter Christi

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Die drei Ämter Christi (tria munera Christi) sind die Christus als dem gottgesandten Erlöser und Mittler zuteil gewordenen, seiner Sendung und seiner Würde entsprechenden Ämter und Aufgaben.[1] Die Bischöfe, Priester und Diakone haben durch ihre sakramentale Weihe eine seinsmäßige Teilnahme (LG, Nr. 2) an den drei besonderen Ämtern erhalten: dem Priesteramt (munus sanctificandi), dem Lehramt (munus docendi) und dem Hirtenamt (munus regendi), die zusammen das Amt des Weidens (munus pascendi) bilden.[2] Durch diese Ämter üben sie den Dienst für das Volk Gottes aus (vgl. KKK 1592), das Wesen des pastoralen Dienstes.[3]

Bischof und Priester empfangen die Kraft, in persona Christi capitis ("in der Person Christi, des Hauptes") zu handeln, die Diakone hingegen, dem Volk Gottes in der Diakonie, der Liturgie des Wortes und der Caritas zu dienen.[4] Die ganze getaufte Gemeinschaft (Communio) mit Haupt und Gliedern der Kirche ist eine organische Wirklichkeit und nimmt entsprechend der Hierarchie an den Ämtern Christi teil (vgl. LG, Nr. 2).

Inhaltsverzeichnis

Ämter aufgrund der Sündenfolgen im Paradies

Aufgrund der Sündenfolgen im Paradies wurden im Alten Bund Ämter eingesetzt, die den Menschen von der Ursünde zum Heil führen sollten. Entsprechend dieser Aufgabe und den Wunden des gefallenen Menschen, der eigentlichen Sündenschuld (Joh 15,22 EU; 1 Petr 2,24 EU) mit Verlust der Heiligmachenden Gnade (Teilnahme am göttlichen Sein), der Verdunklung des Verstandes und der Schwächung seines Willens, ergeben sich:

Ämter Christi.png
A) das Priesteramt,
B) das Prophetenamt und
C) das Königsamt.

Die Übertragung des Amtes erfolgte jeweils durch eine körperliche Salbung.[5] Die drei Ämter Christi waren also im Alten Bund geweissagt und vorgebildet. Sie fanden ihre Verwirklichung im irdischen Leben Jesu.[6]

Die Sendung Christi und ihr Fortleben in der Kirche

Christus war von Gott Vater in diese Welt gesandt, das Reich Gottes anzukündigen und in allen Völkern zu begründen (LG 5). Er wurde in der Menschwerdung vom Vater mit dem Heiligen Geist gesalbt (Apg 10,38 EU) und zum „Priester, Propheten und König“ bestellt (vgl. KKK 783). Als Priester bringt er den Opferkult an Gott dar; als Prophet offenbart er Gottes Wahrheit; als König oder Hirt ruft er die Menschen auf den rechten sittlichen Weg. [7] Diese Sendung der zweiten göttlichen Person beinhaltet drei Ämter, die aus seinem eigenem Mund erkennbar werden, indem er sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Joh 14,6 EU). Die Vereinigung der drei Ämter in Jesus, wird durch den Titel Messias (hebräisch משיח, griechisch Χριστός Christós', latinisiert Christus = "der Gesalbte") bezeichnet. Im Neuen Bund führt Christus sein Erlösungswerk in der Kirche fort:

A) im Priesteramt durch Erteilung der von ihm, dem Hohenpriester, im Kreuzesopfer erworbenen Gnaden,
B) im Lehramt durch Bewahrung und Mitteilung der von ihm, dem Lehrer der Menschheit, geoffenbarten Wahrheiten,
C) im Hirtenamt durch Regierung und Leitung der von ihm, dem Messias-König, als sein Reich gegründeten Kirche.[8]

Die Übertragung der Ämter geschieht durch die Sakramente, vor allem dem Weihesakrament, meist mit körperlicher Salbung. Das Priesteramt, das das grundlegende der Ämter ist, erfasst das Sein (agere sequitur esse), das Lehramt das Erkennen, das Hirtenamt das Wollen des Menschen.[9]

Die Ämter und deren Funktionen sind weder zeitlich noch sachlich adäquat zu trennen; sie kreuzen und durchdringen sich gegenseitig: Christi Lehrtätigkeit z. B. ist zugleich priesterlich wegen des begleitenden inneren Gnadeneinflusses und königlich wegen der Gesetzeskraft seiner Lehre und Gebote. Zwar ist vorrangig das Priesteramt Christi zu betonen (wegen des genugtuenden Opfers), zu dem sich die Ausübung des Propheten- und Königsamtes wie eine Vorbereitung bzw. Folge verhält; aber es geht nicht an, ein Amt einseitig auf Kosten oder mit völliger Leugnung der übrigen hervorzuheben.[10]

An einigen Stellen des Neuen Testaments wird diese Einheit aller Funktionen auch ausdrücklich ausgesprochen. Röm 15,16 EU betont, dass Paulus heiligt, wenn er verkündigt. Ebenso macht 1 Kor 5,6 EU deutlich, dass lehrend geleitet wird. Auch der Epheserbrief sieht im Lehren und Leiten enge Zusammenhänge. Noch deutlicher wird dieser Zusammenhang in den späteren Schriften des Neuen Testamentes, in denen die Leitung der Gemeinde immer mehr in den Händen einer Person oder Personengruppe liegt. In Apg 20,28 EU und 1 Petr 2,5 EU werden z.B. keine einzelnen Tätigkeiten der Hirten genannt, sondern ihr gesamtes Tun wird in dem altgriechischem Wort ποιμαίνειν poimainein zusammengefasst. Lehren - verkündigen, heiligen und leiten sind hier Aspekte der einen Hirtentätigkeit, die sich in jeder Handlung des besonderen Dienstes erfüllt.[11]

Der Bischof und die drei Ämter

Christus hat die Apostel ausgesandt, gleichwie er selbst vom Vater gesandt war[12] und er, der ewige Hirt und Bischof unsrer Seelen (Vgl. 1 Petr 2,25 EU) hat "in seiner Kirche verschiedene Dienstämter eingesetzt, die auf das Wohl des ganzen Leibes ausgerichtet sind." Die Amtsträger, in hierarchisch geordneter Gesellschaft, sind mit heiliger Vollmacht ausgestattet, stehen im Dienste ihrer Brüder, damit alle, die zum Volke Gottes gehören und so zum Heile gelangen. Christus wollte, dass die bischöflichen Nachfolger der Apostel, in seiner Kirche bis zur Vollendung der Weltzeit (vgl. Mt 28,20 EU), mit dem Papst an der Spitze, Hirten sein sollten (LG, Nr. 18).

Die Bischöfe haben das Dienstamt in der Gemeinschaft zusammen mit ihren Helfern, den Priestern und den Diakonen, übernommen. An Gottes Stelle stehen sie der Herde vor, deren Hirten sie sind, als Lehrer in der Unterweisung, als Priester im heiligen Kult, als Diener in der Leitung (LG, Nr. 20), um die Familie der Gläubigen zusammenzuführen und in ihr die Liebe zu entzünden und die brüderliche Gemeinschaft zu fördern.[13]

Die Bischöfe haben als „erste Aufgabe, allen die frohe Botschaft Gottes zu verkünden“ (munus docendi). Sie sind als Nachfolger der Apostel die Erstadressaten des Taufbefehls Christi: "Gehet hin in alle Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" (Mk 16,15 EU; PO Nr. 4). Sie verkündigen dem ihnen anvertrauten Volk die Botschaft zum Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben und erklären sie im Licht des Heiligen Geistes, indem sie aus dem Schatz der Offenbarung Neues und Altes vorbringen (vgl. Mt 13,52 EU). So lassen sie den Glauben fruchtbar werden und halten die ihrer Herde drohenden Irrtümer wachsam fern (LG, Nr. 25).

In Gemeinschaft mit dem Haupt und mit den Gliedern des Kollegiums ist der Bischof authentischer Lehrer, das heißt er ist ausgestattet mit der Autorität Christi, sei es, wenn er als Einzelner lehrt, sei es, wenn er das gemeinsam mit den anderen Bischöfen tut. Deshalb müssen die Gläubigen seiner Lehre mit religiösem Gehorsam anhangen.[14] Er ist in seinem Bistum Lehrer des Glaubens besonders durch die Predigt, die er nicht nur in der Feier der Heiligen Messe, sondern auch in Hirtenbriefen, durch die verschiedenen sozialen Kommunikationsmittel, sei es in Beiträgen in Zeitungen, Fernseh- und Radioübertragungen, Begegnungen und Vorträgen zu religiösen Themen verlauten lässt. Aufgabe des Bischofs ist es vor allem, über die Unversehrtheit der Glaubenslehre seiner Herde zu wachen. Er ordnet die Katechese, die Schulen mit ihrem Religionsunterricht und die kirchlichen Ausbildungszentren, besonders das Priesterseminar.[15]

Das munus sanctificandi (das Amt, zu heiligen) führt der Bischof vor allem aus, wenn er das Weihesakrament spendet, d.h. neue Erwählte in die Gemeinschaft der Bischöfe, Priester und Diakone aufnimmt (LG, Nr. 21). Er ist ordentlicher Spender der Firmung und spendet die Taufe auch an Erwachsene.[16] Die Aufgabe des Bischofs ist es, in seiner Diözese eine entschiedene Wiederbelebung der Erziehung zur Umkehr anzuregen, die sich aus der Eucharistie ergibt.[17] Er ist ordentlicher Vorsteher der Eucharistiefeier, in der die Sakramentalität der Kirche voll zutage tritt (vgl. KKK 1142). Er ordnet die fruchtbare Verwaltung der Sakramente mit seiner Autorität, regelt die Bußdisziplin und fördert unter den Gläubigen die häufige Beichte. Ferner ermahnt und unterweist er sorgsam sein Volk, dass es in der Liturgie seinen Anteil gläubig und ehrfürchtig erfülle. Der Bischof ist Priester seiner Ortskirche im Vollsinn.[18]

Das munus regendi (Hirtenamt) ist die Sorge des Bischofs, die Schafherde des Herrn zu weiden. Er ist mit voller Leitungsgewalt in seinem Bistum ausgestattet (vgl. LG, Nr. 26). Der Bischof leitet die ihm zugewiesene Teilkirche als Stellvertreter und Gesandter Christi durch Rat, Zuspruch, Beispiel, aber auch in Autorität und heiliger Vollmacht, die er indes allein zum Aufbau seiner Herde in Wahrheit und Heiligkeit gebraucht. Kraft dieser Gewalt hat der Bischof das heilige Recht und vor dem Herrn die Pflicht, Gesetze für seine Untergebenen zu erlassen, Urteile zu fällen und alles, was zur Ordnung des Gottesdienstes und des Apostolats gehört, zu regeln (LG, Nr. 27). Er koordiniert die gesamten Ämter und Aufgaben im Bistum.[19] Durch die Weisheit und Umsicht des Bischofs lenkt und ordnet Christus das Volk des Neuen Bundes auf seiner Pilgerschaft zur ewigen Seligkeit.

Der Priester und die drei Ämter[20]

Dienst des Priesters ist es, Mitarbeiter des Bischofs in den drei Ämtern, der Verkündigung, der Heiligung und in der Leitung zu sein. Der Dienst des Priesters enthält den Dienst des Diakons, da er selbst einer ist.

Bezüglich des munus docendi sollen die Priester die frohe Botschaft Gottes verkünden, um so in der Erfüllung des Herrenauftrags: "Gehet hin in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" (Mk 16,15 EU) das Gottesvolk zu begründen und zu mehren. Sie lehren die Gläubigen ebenso, an den Feiern der heiligen Liturgie so teilzunehmen, dass sie dabei zu einem echten Gebet kommen; sie führen sie zu immer vollkommenerem Gebetsgeist, der sich entsprechend den Gnaden und Erfordernissen eines jeden im ganzen Leben auswirken muss; sie halten alle an, ihre Standespflichten zu erfüllen, und laden die Fortgeschrittenen ein, die evangelischen Räte in einer Weise, die jedem angemessen ist, zu befolgen. So lehren sie die Gläubigen, in Lobgesängen und geisterfüllten Liedern dem Herrn in ihren Herzen zu singen und Gott dem Vater immerdar Dank zu sagen für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Das munus sanctificandi des Priesters bedeutet, in der Taufe Menschen dem Volk Gottes zuzuführen; im Sakrament der Buße versöhnt er die Sünder mit Gott und der Kirche und gibt selbst durch den regelmäßigen Empfang ein Beispiel;[21] in der Krankensalbung richtet er die Kranken auf; vor allem in der Messfeier bringt er in sakramentaler Weise das Opfer Christi dar.[22] In jedem Vollzug der Sakramente werden die Priester auf verschiedene Weise mit dem Bischof hierarchisch verbunden und machen ihn so in den einzelnen Gemeinschaften der Gläubigen gewissermaßen gegenwärtig. Die Priester setzen das Lob und die Danksagung der Eucharistie zu den verschiedenen Tageszeiten fort, wenn sie das Stundengebet verrichten, in dem sie im Namen der Kirche Gott für das ganze ihnen anvertraute Volk, ja für die ganze Welt bitten. Ein Priester fördert die eucharistischen Anbetung und hat das Bestreben, den Gläubigen diesen unvergleichlichen Schatz zugänglich zu machen.[23]

Das munus regendi (Leitungsamt) üben die Priester entsprechend ihrem Anteil an der Vollmacht des Amtes Christi, des Hauptes und Hirten, aus. Sie versammeln im Namen des Bischofs die Familie Gottes, die als Gemeinschaft von Brüdern nach Einheit verlangt, und führen sie durch Christus im Geist zu Gott dem Vater. Wie zu den übrigen priesterlichen Ämtern wird auch zu diesem eine geistliche Gewalt verliehen, die zur Auferbauung gegeben wird. In der Auferbauung der Kirche müssen die Priester allen nach dem Beispiel des Herrn mit echter Menschlichkeit begegnen. Dabei sollen sie sich ihnen gegenüber nicht nach Menschengefallen verhalten, sondern so, wie es die Lehre und das christliche Leben erheischt. Sie sollen sie belehren und sogar wie Söhne, die man liebt, ermahnen, nach dem Wort des Apostels: "Tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen, überführe, gebiete, ermahne in aller Langmut und Lehre" (2 Tim 4,2 EU). Die christliche Gemeinde wird aber nur auferbaut, wenn sie Wurzel und Angelpunkt in der Feier der Eucharistie hat; von ihr muss darum alle Erziehung zum Geist der Gemeinschaft ihren Anfang nehmen.

Der Diakon und die drei Ämter[24]

Der Dienst des Diakons ist durch die Ausübung der drei dem geweihten Dienstamt eigenen munera gekennzeichnet, und zwar in der spezifischen Perspektive der diaconia.

Bezüglich des munus docendi ist der Diakon berufen, die Heilige Schrift zu verkünden und das Volk zu unterweisen und zu ermahnen.[25] Dies wird durch die Überreichung des Evangeliars ausgedrückt, wie es im Weiheritus vorgesehen ist.[26]

Das munus sanctificandi des Diakons äußert sich im Gebet, in der feierlichen Spendung der Taufe, in der Aufbewahrung und Austeilung der Eucharistie, in der Assistenz und Segnung bei Trauungen, in der Leitung der Trauer- und Begräbnisfeiern sowie in der Verwaltung der Sakramentalien[27] Dies macht deutlich, wie sehr der Dienst des Diakons in der Eucharistie seinen Ausgangs- und Zielpunkt hat und sich nicht in einer einfachen sozialen Dienstleistung erschöpfen darf.

Das munus regendi schließlich vollzieht sich im Einsatz für die Werke der Nächstenliebe und der Hilfeleistung[28] sowie in der Belebung von Gemeinden oder Bereichen des kirchlichen Lebens, besonders im Hinblick auf die Nächstenliebe. Es ist dies der Dienst, der am ausgeprägtesten den Diakon kennzeichnet.

So lebt der Diakon durch seinen und in seinem Dienst die Tugend des Gehorsams; wenn er die ihm übertragenen Aufträge getreu erfüllt, dient er den Bischöfen und Priestern in den munera (Ämtern) der Sendung Christi.[29]

Die gläubigen Laien und die dreifache Sendung

Im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde das Bewusstsein von der gemeinsamen Teilhabe aller Getauften an der dreifachen Sendung Christi, der prophetischen, priesterlichen und königlichen Sendung erneuert (LG, 39-42).[30] Das ganze Volk Gottes hat an diesen drei Ämtern teil und ist verantwortlich für die Sendung und den Dienst, die sich daraus ergeben (KKK 783; LG 10).[31]

Die Laien „nehmen am Priesteramt Christi teil". Sie sind „als Christus Geweihte und mit dem Heiligen Geist Gesalbte in wunderbarer Weise dazu berufen und ausgerüstet, dass immer reichere Früchte des Geistes in ihnen hervorgebracht werden. Denn all ihre Tätigkeiten, Gebete und apostolischen Unternehmungen, das Ehe– und Familienleben, die tägliche Arbeit, die Erholung von Geist und Leib, wenn sie im Geist vollzogen werden, ja sogar die Beschwernisse des Lebens, wenn sie geduldig ertragen werden, werden geistige Opfer, Gott wohlgefällig durch Jesus Christus, die bei der Feier der Eucharistie zusammen mit der Darbringung des Herrenleibes dem Vater in höchster Ehrfurcht dargebracht werden. So weihen auch die Laien, indem sie überall heilig handeln, die Welt selbst Gott.“ (LG 10 und 34; KKK 901; vgl. 784) Am Heiligungsdienst haben auf besondere Weise „die Eltern Anteil, indem sie ihr Eheleben in christlichem Geiste führen und für die christliche Erziehung ihrer Kinder sorgen“ (CIC, can. 835, § 4; KKK 902). Außerdem können Laien, falls sie die erforderlichen Eigenschaften aufweisen, auf Dauer zum Dienst als Lektor und Akolyth zugelassen werden (vgl. CIC, can. 230 § 1). Unter besonderen Umständen sind die Aussetzung und die Einsetzung der Eucharistie, jedoch ohne Segen, Sache des Akolythen, des außerordentlichen Kommunionspenders oder eines anderen vom zuständigen Oberen (Ortsordinarius) dazu Beauftragten (CIC can. 943).

„Das heilige Volk Gottes „nimmt teil am prophetischen Amt Christi“, vor allem durch den übernatürlichen Glaubenssinn, der dem ganzen Volk zu eigen ist. Die Laien erfüllen ihre prophetische Sendung auch durch die Evangelisation, dass nämlich die Botschaft Christi durch das Zeugnis ihres Lebens und das Wort in den gewöhnlichen Verhältnissen der Welt öffentlich bekanntgemacht wird (KKK 785; 905). Die gläubigen Laien, die dazu fähig sind und sich dafür ausbilden, können auch an der katechetischen Unterweisung, am Lehren der theologischen Wissenschaften sowie an der Gestaltung der Medien mitwirken (KKK 906).

Das Gottesvolk hat „an der königlichen Funktion Christi Anteil. Durch Christi Gehorsam bis zum Tod (vgl. Phil 2,8–9 EU) hat er seinen Jüngern die Gabe der königlichen Freiheit geschenkt, damit sie „durch Selbstverleugnung und ein heiliges Leben das Reich der Sünde in sich selbst völlig überwinden“ (LG 36). Der heilige Ambrosius von Mailand sagt: „Wer seinen Leib sich unterwirft und Herr über seine Seele ist, ohne sich von Leidenschaften überfluten zu lassen, kann als König bezeichnet werden, weil er seine Person zu regieren vermag. Er ist frei und unabhängig und lässt sich nicht durch eine sündige Knechtschaft gefangen nehmen“ (Ps. 118, 14,30; KKK 908). Für den Christen bedeutet Christus zu dienen „König sein“ (LG 36) – vor allem „in den Armen und Leidenden“, in denen die Kirche „das Bild ihres armen und leidenden Gründers erkennt“ (LG 8). Das Volk Gottes wahrt seine „königliche Würde“ dadurch, dass es der Berufung nachlebt, mit Christus zu dienen (KKK 786).

Zum Begriff Dienst (servitium) ist zu sagen, dass nur der ständige Bezug auf den einen, ursprünglichen Dienst Christi gestattet, den Ausdruck Dienst bis zu einem gewissen Maß auch auf die nichtgeweihten Gläubigen unzweideutig anzuwenden. In der ursprünglichen Bedeutung drückt er das Wirken aus, mit dem die Mitglieder der Kirche die Sendung Christi für sich und für die Welt fortsetzen. Wenn der Begriff hingegen in der Beziehung und Gegenüberstellung zwischen den verschiedenen munera und officia (Ämter und Aufgaben) differenziert wird, dann ist sehr genau darauf zu achten, dass er allein kraft des Weihesakramentes jene Fülle und Eindeutigkeit der Bedeutung erhält, welche die Überlieferung ihm immer zugeschrieben hat.[32]

Zusamemfassung

Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde die Anteilnahme der Laien an den drei Ämtern Christi als Teilhabe an den Ämtern der Bischöfe und Priester gesehen. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wird hervorgehoben, dass der Laie durch die Taufe an der prophetischen, priesterlichen und königlichen Sendung Christi selbst teilhat und manche Dienste durch Beauftragung übernehmen kann.[33] Die Laien werden zwar von der zuständigen Hierarchie zu einer (vgl. pragmatischen) Funktion beauftragt, sind dann aber durch die Taufe von Christus Gesendete, Mitarbeiter Gottes. Anders gesagt: "Das II. Vatikanische Konzil geht von der Communio aller Getauften in Christus und untereinander aus. Diese Gemeinschaft ist ein königliches, priesterliches und prophetisches Volk, das Christus durch seine geweihten und bevollmächtigten Stellvertreter in Lehre, Heiligung und Leitung ausbreitet, erhält und zum Ziel führt."[34]

Päpstliche Schreiben

Leo XIII.

Pius XI.

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Literatur

  • Ludwig Schick: Dissertation 1980: Das dreifache Amt Christi und der Kirche: zur Entstehung und Entwicklung der Trilogien. Gang Verlag Frankfurt am Main/Bern 1982 (180 Seiten; ISBN 3-8204-5981-2).
  • Pierre Grelot in: Wörterbuch zur biblischen Botschaft, Herausgegeben von Xavier Lèon-Dufour, Herder Verlag Freiburg 1981, S. 11-13 - Amt (827 Seiten; ISBN 3-451-1417-4; Imprimatur Freiburg im Breisgau, den 20. Juli 1964 Der Generalvikar Dr. Föhr).

Anmerkungen

  1. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 14 - Ämter Christi (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
  2. Benedikt XVI.: Apostolischer Brief Venerati fratres episcopi an die Bischöfe, die Priester, die Personen des gottgeweihten Lebens und an die Gläubigen Laien der Katholischen Kirche in der Volksrepublik China vom 27. Mai 2007, Nr. 8.
  3. Instruktion Ecclesiae de mysterio vom 15. August 1997, Theologische Prinzipien.
  4. Benedikt XVI.: Motu proprio Omnium in mentem vom 26. Oktober 2009.
  5. vgl. Ex 29,7 EU; Num 8,12 EU; 1 Sam 16,13 EU; 1 Kön 19,15-19 EU; 2 Sam 2,4 EU); Jes 61,1-2 EU.
  6. vgl. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 14 - Ämter Christi (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
  7. Otto Semmelroth in: LThK, 2. Auflage, Band 1‚ Sp. 460.
  8. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 14 - Ämter Christi (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.).
  9. vgl. Michael Rackl in: LThK 1. Auflage, Band 1, Sp. 378.
  10. Michael Rackl in: LThK 1. Auflage, Band 1, Sp. 378+379.
  11. Ludwig Schick: Das dreifache Amt Christi und der Kirche: zur Entstehung und Entwicklung der Trilogien. Gang Verlag Frankfurt am Main/Bern 1982, Seite 52+53.
  12. Vgl. Joh 20,21 EU.
  13. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores gregis zum Thema „Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt vom 16. Oktober 2003, Nr. 5.
  14. Vgl. Vat. II, LG 25; c. 753 CIC; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores gregis, 29.
  15. Kongregation für die Bischöfe: Direktorium Apostolorum successores für den Hirtendienst der Bischöfe vom 22. Februar 2004, Nr. 118-141, 84-91.
  16. Kongregation für die Bischöfe: Direktorium Apostolorum successores für den Hirtendienst der Bischöfe vom 22. Februar 2004, Nr. 144; allgemein 142-157.
  17. Benedikt XVI. im Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis über die Eucharistie vom 22. Februar 2007, Nr. 21.
  18. LG, Nr. 26; Benedikt XVI. im Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis über die Eucharistie vom 22. Februar 2007, Nr. 21; Reconciliatio et paenitentia, Nr. 31, VI..
  19. Kongregation für die Bischöfe: Direktorium Apostolorum successores für den Hirtendienst der Bischöfe vom 22. Februar 2004, Nr. 158-209
  20. Zweites Vatikanisches Konzil: Dekret Presbyterorum ordinis über den Dienst und das Leben der Priester vom 7. Dezember 1965, Die priesterlichen Ämter, Nr. 4–6.
  21. Johannes Paul II.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Europa vom 28. Juni 2003, Nr. 77; vgl. Propositio 16; Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 2002 (17. März 2002), 4: AAS 94 (2002), 435-436.
  22. "Am meisten üben die Priester ihr heiliges Amt in der eucharistischen Feier oder Versammlung aus, wobei sie in der Person Christi handeln und sein Mysterium verkünden, die Gebete der Gläubigen mit dem Opfer ihres Hauptes vereinigen und das einzige Opfer des Neuen Bundes, das Opfer Christi nämlich, der sich ein für allemal dem Vater als unbefleckte Gabe dargebracht hat (vgl. Hebr 9,11-28 EU), im Messopfer bis zur Wiederkunft des Herrn (vgl. 1 Kor 11,26) vergegenwärtigen und zuwenden."- aus: LG, Nr. 25.
  23. Kongregation für das katholische Bildungswesen : Einführung der Priesteramtskandidaten in das geistliche Leben, vom 6. Januar 1980, Nr. 30.
  24. Kongregation für das katholische Bildungswesen: Grundnormen Institutio diaconorum permanentium für die Ausbildung der ständigen Diakone vom 22. Februar 1998, Nr. 9'.
  25. Vgl. II. Vatik. Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, Nr. 29.
  26. Vgl. Pontificale Romanum – De Ordinatione Episcopi, Presbyterorum et Diaconorum, Nr. 210: ed. cit., 125.
  27. Vgl. II. Vatik. Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, 29.
  28. Vgl. II. Vatik. Konzil, Dogm. Konstitution Lumen gentium, 29.
  29. Kongregation für den Klerus: Direktorium Diaconatus originem für den Dienst und das Leben der ständigen Diakone vom 22. Februar 1998.
  30. Johannes Paul II. : Apostolisches Schreiben Dilecti amici an die Jugendlichen der Welt zum Internationalen Jahr der Jugend vom 31. März 1985.
  31. Vgl. auch: Johannes Paul II.: Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem über die Würde und Berufung der Frau vom 15. August 1988, Nr. 27.
  32. vgl. Johannes Paul II., Ansprache an das Symposion über die »Teilnahme der gläubigen Laien am priesterlichen Dienst«, Nr. 4: L'Osservatore Romano, 23. April 1994, S. 4. - in: Allgemeines Direktorium für die Katechese 1997 vom 15. August 1997, Anmerkung 126.
  33. Die getauften Laien können ersatzweise von den Hirten amtlich beauftragt werden (»außerordentlicher Beauftragter«) manche Aufgaben auszuüben, die passender Klerikern zustehen, die aber nicht den Weihecharakter erfordern. Sie haben im gewissen Maß Teilhabe am einzigen Priestertum Christi (Taufpriestertum) - aus: Ecclesiae de mysterio, zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester vom 15. August 1997, zur Terminologie.
  34. Ludwig Schick: Das dreifache Amt Christi und der Kirche, S. 142.