Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen

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Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen nennt sich ein Organ der Römischen Kurie, das weder eine Kongregation, noch ein Päpstlicher Rat ist. Es wurde zum 1. Januar 2017 errichtet und hat auch die Gesundheit des Menschen und die Werke der Nächstenliebe zu fördern. Das Dikasterium ist besonders für die Fragen zuständig, welche die Migrationen, die Bedürftigen, die Kranken und die Ausgeschlossenen, die Ausgegrenzten und die Opfer bewaffneter Konflikte und von Naturkatastrophen, die Gefangenen, die Arbeitslosen und die Opfer jeder Form von Sklaverei und Folter betreffen.

Leiter des Dikasteriums ist Peter Turkson.[1] Untersekretäre sind P. Michael Czerny SJ und P. Fabio Baggio CS[2] sowie Flaminia Giovanelli, Segundo Tejado Muñoz und Nicola Riccardi OFM. Die Positionen des Sekretärs und der Untersekretäre können auch mit Laien besetzt werden. Die Unterabteilung für Flucht und Migration leitet auf seinen Wunsch hin Papst Franziskus persönlich.[3].

Leitlinie der Arbeit wird die Katholische Soziallehre sein. Die Behörde hat dafür zu sorgen, dass diese weiterentwickelt, verbreitet und in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik umgesetzt wird. Als erste Aufgabe nennen die Statuten die Beobachtung der Menschenrechtsentwicklung, näherhin mit Blick etwa auf Kinderarbeit, Ausbeutung von Migranten und Menschenhandel, aber auch auf Todesstrafe, Abrüstung und Umweltschäden. Die Vatikanbehörde soll ihre Einschätzungen und Handlungsempfehlungen an nationale Bischofskonferenzen weiterleiten, damit diese auf lokaler Ebene tätig werden können.

Innerhalb der Kirche hat das Amt einschlägige Initiativen katholischer Einrichtungen zu fördern und zu koordinieren, besonders auf dem Feld der Nothilfe. Nach außen pflegt die Behörde Kontakte zu Nichtregierungsorganisationen, Regierungen und internationalen Einrichtungen zum Zweck der Kooperation, aber auch der Sensibilisierung für einschlägige Themen. Eine interne Gliederung ist zunächst nur angedeutet: Es soll Kommissionen für Caritas, Umwelt und Beschäftigte im Gesundheitswesen geben.

Die Autonomie der Behörde ist begrenzt. Vor allem wenn Regierungen oder Einrichtungen internationalen Rechts betroffen sind, ist das vatikanische Staatssekretariat einzubeziehen. Für fachliche Impulse ist ein Austausch mit der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften vorgesehen.

Was die Zuständigkeiten des Heiligen Stuhls bei der Gründung und Überwachung internationaler Wohltätigkeitseinrichtungen betrifft, gehen diese Kompetenzen auf die neue Behörde über. Auch bei Caritas Internationalis, dem Dachverband der katholischen Caritas-Organisationen, spricht die Behörde künftig mit. Zudem beteiligt sie sich an den katholischen Gedenk- und Aktionstagen für Frieden (1. Januar), Flüchtlinge (Mitte Januar) und Kranke (11. Februar).

Eingerichtet wurde das Dikasterium "ad experimentum" durch Papst Franziskus mit dem Motu proprio Humanam progressionem am 17. August 2016, das ab dem 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Es hat die Zuständigkeiten folgender gegenwärtiger Päpstlicher Räte zusammenzufassen: Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Päpstlicher Rat »Cor Unum«, Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, Päpstlicher Rat für die Pastoral im Krankendienst. Mit dem Datum vom 1. Januar 2017 stellen diese vier Dikasterien ihre Tätigkeiten ein und werden aufgelöst. Die Artikel 142-153 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus treten außer Kraft.

Anmerkungen

  1. Kurienbehörde für eine bessere Welt Kath.net am 1. September 2016
  2. Osservatore Romano, 23. Dezember 2016, S. 4.
  3. de.radiovaticana.va, 8. Juli 2017.
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